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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Neger-Königreiche Coba und Kabitai, Sangareah-Bai ete. 
Kakulimah-Berges ein grofses Negerdorf liegen sollte. Um 3* 30” kam an 
St. B. ein europäisch gebautes Boot in Sicht, welches, vor frischer Seebriese 
segelnd, nicht eingeholt werden konnte, dem ich aber folgte in den Dubreecka 
hinein, und östlich um die Copperah-Insel herum, bis wir gegen 5 Uhr Abends 
zu unserer freudigen Ueberraschung eine gröfsere europäische Niederlassung 
auf dem linken Ufer erblickten. Wir passirten zwei französische Faktoreien, 
sodann eine dritte mit der englischen Flagge, vor welcher auch ein altes Kauf- 
Fahrteischiff als Hulk lag. Neben der letzten getrennt liegenden Wohnung ging 
die deutsche Flagge auf. Wir ankerten nach achtstündiger Fahrt vor der 
Gustavs-Faktorei des Herrn Colin, wie sich herausstellte, und wurden von 
dessen dortigem Vertreter, Herrn Starck, begrüfst. Die Offiziere und Mann- 
schaften, welche ich mit mir führte, in Summa 30 Köpfe, wurden an Land 
untergebracht, Die Dampfpinnafßs blieb für die Nacht unter Bewachung im 
Strom zu Anker, Die Ruderboote liefls ich au der Landungsbrücke trocken fallen, 
Am '30. Dezember Vormittags 8: 30” fuhr ich, nunmehr mit einem 
Lotsen versehen, mit allen Booten an Bord. 
In Rücksicht auf das schon bedeutend gefallene Wasser wählten wir 
dieses Mal den längeren Dubreeka-Arın, welcher westlich um die Insel Copperah 
führt und ganz klar und tief sein soll, während der östliche Arm grofse Steine 
enthält. 
In dem vereinigten Lauf der beiden Ströme resp. im Sangareah uns 
zunächst auf 400 bis 600 m vom linken Ufer haltend, steuerten wir von Creek- 
Spitze ab schräg hinüber auf Alligator-Spitze zu. Letzterer auf 2 bis 3 Sm 
nahe gekommen, wollte der Lotse direkt Kurs auf das Schiff in See hinaus 
halten. Bald aber entdeckten wir, dafs dort, wo wir gestern 4m gelothet 
hatten, Brandung stand. Der Lotse liefs nun mit südwestlichem Kurs auf die 
Los-Inseln steuern, welche zweifellos bei südwestlicher Dünung der Mündung 
bedeutenden Schutz gewähren. Nachdem 3 bis 4 Meilen zurückgelegt, also 
atwa von der Mitte der Mündung aus und in tieferem ruhigen Wasser, wurde 
Kurs WNW!/2W in See hinausgesteuert. Nach einer Stunde kam das Schiff in 
Sicht. Um 2* 30”, also (dieses Mal) nach sechsstündiger Fahrt, waren 
wir an Bord. 
Am 31. Dezember früh 2* 30” unternahm ich mit der Dampfpinnafs, 
welche dieses Mal jedoch nur das Brandungsboot schleppte, die zweite Kx- 
pedition. Letzteres war mit Kohlen und Proviant geladen. 
Beim Licht des Vollmonds und nach den bisherigen Erfahrungen über 
Richtung der Fluth etc: den Kompafskurs 0OSO steuernd, gelang es uns auch, 
in der Nacht die Mitte der Mündung und mit demselben Kurs auch Creek-Spitze 
glücklich zu treffen. Bei Tagesanbruch erreichten wir Copperah und um 7 Uhr 
die Faktorei. Wenn ich annehme, dafs die Dampfpinnafßs mit dem Brandungs- 
boot im Schlepp 5!/2a Ku und die Fluth 1'/2 Kn im Durchschnitt machte, so 
haben wir in den 4! Stunden etwa 30 Sm zurückgelegt, welche, da wir den 
denkbar kürzesten Weg machten, der Entfernung der Ansiedlung Dubreeka vom 
Ankerplatz des Schiffes entsprechen dürften. 
Die englische Faktorei in Dubreeka, dem grofsen Liverpool - Hause 
Randale & Fischer gehörig, steht ebenso, wie die übrigen zahlreichen Fak- 
toreien an der Küste und in den Flüssen durch zwei kleine Dampfer, „Susu“ 
und „Futah“ mit Sierra Leone in Verbindung. Der Vertreter der Faktorei in 
Dubreeka ist ein Deutscher Namens Ohse, der Führer des ca 100 Tons grofsen 
Dampfers „Susu“ ist ein Kapt. Röhrdans, ebenfalls ein Deutscher. Beide 
Herren stellten mir für den nächsten Tag, den 1. Januar, für eine Fahrt den 
Brameya-Flufs hinauf den Dampfer sowohl wie ihre Dienste zur Verfügung. 
Kapt. Röhrdans hat den Brameya-Flufs bis zur Hauptstadt des gleichnamigen 
Landes im Herbst vorigen Jahres ausgelothet und hierdurch dem Verkehr für 
Seedampfer bis zu 4,55 m Tiefgang eröffnet. Mit seinem Dampfer „Susu“, 
welcher 2,5 m tief geht, hat er die Fahrt hinauf bereits dreimal gemacht, Er 
gebraucht mit dem 7 Kun laufenden Schiff von der Dubreeka Niederlassung bis 
zum Ankerplatz in Brameya, welcher 2 Sm unterhalb des Dorfes liegt, gewöhn- 
lich 7 Stunden. 
Die Einladung annehmend, schiffte ich mich am 1. Januar Morgens 
6 Uhr mit 3 Offizieren, 1 Obermatrosen und 6 Vierjährigen auf der „Susu“ ein 
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