Neger-Königreiche Coba und Kabitai, Sangareah-Bai etc.
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Die Neger-Königreiche Coba und Kabitai, die Sangareah-Bai und
die in dieselbe einmündenden Flüsse; Westküste von Afrika.
(Nach dem Bericht des Kommandanten S. M. S. „Ariadne“, Korv.-Kapt, Chüden.)
(Mit Tafel 12.) .
Ueber den Besuch S. M. S. „Ariadne“ in der Sangareah-Bai und die von
dort aus unternommenen Fahrten in das Innere der Reiche Coba und Kabitai
giebt der Kommandant des genannten Schiffes einen interessanten Bericht, den
wir nachstehend im Auszuge mittheilen, während wir noch im Besonderen
Angaben von speciell navigatorischem Interesse und Segelanweisungen für die
Bucht und das Befahren der in dieselbe mündenden Flüsse, wie sie von dem
Navigations-Offizier S. M. S. „Ariadne“, Kapt.-Lieut. du Bois, zusammen-
gestellt sind, folgen. lassen. .
Am 28. Dezember 1884 Mittags um 12 Uhr ankerte S. M, S, „Ariadne“
auf 20m Wasser in der Sangareah-Bai. Der Ankerplatz konnte nur nach dem
Eoth und nach einer ungenügenden Peilung der Los-Inseln gewählt werden.
Deber der 11 Sm entfernten Küste selbst lag ein dichter Schleier. Von den
weiter zurückliegenden Kakulimah- und Sumba-Bergen war nichts zu sehen.
Die vorhandenen Segelanweisungen, welche, wie es scheint, unter dem Eindruck
der Verhältnisse der ungünstigen Jahreszeit geschrieben, geboten, soweit es
sich um die Verankerung.des Schiffes auf Rhede und die Einfahrt von Booten
in die Flufsmündungen handelte, die gröfste Vorsicht. Unter Umständen sollte
ja hier schon auf 6m Wasser Brandung stehen. Ueber die Verhältnisse‘ am
Lande gaben mir dieselben nicht den geringsten Anhalt.
Am 929. Dezember Vormittags 9 Uhr verliefs ich mit der Dampfpinnaf,
welche eine Jolle und das Brandungsboot im Schlepp führte, mit Kohlen für
24 Stunden, mit Proviant für 48 Stunden ausgerüstet, das Schiff, um in der
Richtung des Landes eine Rekognoscirung zu unternehmen. Es wurde dabei
der Kurs 0'4N: gewählt, in welcher Richtung Alligator-Spitze auf der Insel
Konebomby Morgens vom Schiff aus undeutlich in Sicht gekommen war. Auf
10m Wasser angekommen, aukerte ich mit den 3 Booten für !/z Stunde, bis
die. Fluth einsetzte, und fuhr dann mit steigendem Wasser, fortwährend lothend,
auf die Mündung des breiten Stromes zu, dessen Ufer inzwischen vom Boot
aus. in Sicht gekommen waren, In der auf Tafel 12 gegebenen Karte hat
dieser Strom, welcher durch die 6 Sm oberhalb erfolgte Vereinigung der
Brameya- und Dubreeka-Flüsse gebildet wird, den Namen Sangareah erhalten.
Die geringste gefundene Tiefe betrug 4m. Wir waren offenbar durch die
Fluth zu .nahe einer Bank gekommen, welche sich westlich von der Konebomby-
Insel weit hinaus in See erstreckt. Südlicher haltend, wurden dann nicht mehr
unter :5: bis 6 m gelothet. Um 2 Uhr p. m. befanden wir uns in der Mündung
des Stromes, welcher hier etwa 1!/2 deutsche Meilen breit ist. Ein Versuch,
auf der flachen, von hohen Mangrove-Bäumen umsäumten Insel Konebomby am
einer Stelle zu landen, wo Palmen an das Ufer herantraten und eine Hütte,
sowie ein Neger in Sicht kamen, scheiterte an dem noch zu niedrigen Wasser-
stand und einer unpassirbaren, breiten Schlickfläche, welche vor dem festen
Lande lag. Ich entschlofs mich daher, weiter hinauf zu fahren, die Ufer abzu-
suchen und event. für die Nacht zu ankern. In der Mitte des breiten Stromes,
östlich steuernd, fanden wir überall tiefes Wasser bis in die Nähe der Insel
Bora Banky, von welcher ein grofses Flach sich herauserstreckt. An dieser
Stelle vereinigen sich die beiden Flüsse Dubreeka und Brameya, in den Karten
fälschlich Sangareak und Dembia genannt, nahezu unter rechtem Winkel zu der
gemeinsamen breiten Mündung, in welcher wir bis jetzt gefahren waren. Nach
rechts sah man den Dubreeka- und in der Richtung dieses Stromes den 910m
hohen Kakulimah-Berg hervorragen, links öffnete sich die freie Aussicht auf
den Brameya-Strom. und den 520m hohen Sumba-Berg. In diesen Peilungen
ist die Vertonung auf Tafel 12 aufgenommen... Wohin sollten wir uns wenden?
So weit das Auge reichte, war nur sumpfiges Ufer mit Mangroven und keine
Spur von menschlichen Wohnungen zu entdecken. Ich wählte die Fahrt in die
Dubrecka-Mündung, weil nach den Segelanweisungen, wenigstens am Fuße des