306 Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Januar 1885,
stieg in den nächsten 2 Tagen bis auf ein unweit von 31° S-Br beobachtetes
Maximum von 774,4 mm. Als das Schiff bei dem mäfsigen beständigen Ostwinde
nach 15° S-Br in 33,5 W-Lg vorgerückt war, nahm der Wind nordöstliche
Richtung an und zwang den Schoner zum Segeln mit B.-B.-Halsen. Am 14. und
15. November wurde „ Ventilia“ unweit von 14° S-Br in 32,5° W-Lg durch Wind-
stille zurückgehalten. Der auf diese folgende leichte Ostwind nahm später
allmählich bis zum frischen Passate zu und führte das Schiff bis zum 21. November
zu dem in 30,7° W-Lg überschrittenen Aequator. Um zu demselben vom Kap
Horn her zu gelangen, waren 32 Tage erforderlich gewesen. Während dieser
Zeit hatte man: 50° S-Br in 55,7° W-Lg am 25. Oktober, 40° S-Br in 43,3° W-Lg
am 30. Oktober, 30° S-Br in 34,4° W-Lg am 4. November, 20° S-Br in 33,3 W-Lg
am 9. November und 10° S-Br in 32,5° W-Lg am 17, November gekreuzt.
In nördlicher Breite wurde „ Ventilia“ bis nach 6,8° N-Br in 29,4° W-Lg
vom SE-Passate begleitet. Erst in der Nähe dieses Punktes stellte sich am
25. November leichte Mallung ein, welche für eine verhältni(smäfsig recht lange
Zeit anhielt. Es vergingen nun volle 8 Tage, bevor es gelang, den in etwa
11° N-Br und 28,7° W-Lg einsetzenden NE-Passat wieder anzutreffen, Der
zwischen 13° und 22,5° N-Br am frischesten wehende Passat begleitete das
Schiff bis nach 24° N-Br in 30° W-Lg. In der Nähe dieses Punktes, wo das
Barometer auf 768,0mm zeigte, schien am 8. Dezember die polare Passatgrenze
zu liegen. Der östliche Wind nahm dort bis zum ganz leisen Zuge ab und
endete am nächsten Tage in Stille. Auf diese folgte nach wenigen Stunden
wieder eine lange Zeit anhaltender, sich später allmählich nach rechts ver-
ändernder Ostwind. Bei solchem mufste in der That der bei weitem gröfste
Theil des noch vorliegenden Reiseabschnitte vollendet werden. Erst als der
Schoner sich am 28. Dezember unweit von 42° N-Br in 22,5° W-Lg befand,
wurde Westwind angetroffen, bei dem man bis zum 3. Januar 1885 zur Kanal-
mündung segeln konnte. Der 3. Januar war der 114. seit der Abreise verflossene
Tag. In nördlicher Breite hatte man 43 Tage zugebracht und dort: 10° N-Br
in 28,9° W-Lg am 1. Dezember, 20° N-Br in 30,7° W-Lg am 6. Dezember,
30° N-Br in 31° W-Lg am 13. Dezember und 40° N-Br in 22,8° W-Lg am
23, Dezember gekreuzt, Als „Ventilia“ am 22. Dezember in 39,6° N-Br und
24,8° W-Lg stand, fand dort um 2*20” a, m, eine etwa 3 Minuten anhaltende
Erschütterung des Schiffes statt. Dieselbe, von einem unterseeischen Erdbeben
herrührend, war für die ersten 15 Sekunden recht heftig, von einem dem fernen
Donner ähnlichen Geräusche begleitet und schien sich von NO nach SW hin
fortzupflanzen.
Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats Februar 1885
in Nordamerika und Centraleuropa.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,)
Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington
und der von der Deutschen Seewarte herausgegebenen Uebersicht der Witterung
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats
Februar 1885 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber.
Centraleuropa.
1. Die grofse Häufigkeit, ja fast
fortwährende Andauer ziemlich tiefer
und umfangreicher nordostwärts fort-
schreitender Depressionen im Nord-
westen Europa’s, während barome-
trische Maxima über dem südöstlichen
Nordamerika,
1. Die nahezu normale Anzahl der
Depressionen, welche alle Gebiets-
theile ziemlich gleichmäfsig frequen-
tirten. Von diesen ist diejenige hervor-
zuheben, welche vom 16. bis 18. der
Atlantischen Küste entlang fortschritt