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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Januar 1885, 
ein Ostwind wurde, Indem der Wind die Drehung fortsetzte, wurde derselbe 
für kurze Zeit ganz schwach und gewann erst wieder gröfsere Stärke, als seine 
Richtung eine westliche geworden war. Die polare Passatgrenze schien an 
2. Juni in der Nähe von 33,5° N-Br und 78,5° W-Lg zu liegen. Als sich dort 
in geringer Entfernung von der Insel Juan Fernandez ein auf kurze Stille 
folgender SE-Wind einstellte, zeigte das Barometer auf 756,0 mm. Zwei Tage 
später erreichte dasselbe einen höchsten Stand von 768,5 mm, Als „Ventilia“ 
weiter nach Norden hin vorrückte und in die Nähe der Küste gelangte, nahm 
der Ostwind wieder zum leisen umlaufenden Zuge ab. Nachdem an mehreren 
Tagen noch nördliche und nordwestliche Briese beobachtet worden war, führte 
ein schwacher SE-Wind den Schoner am 11. Juni zur Rhede von Zquique. Es 
waren dann 105 Tage seit der Abreise von New-York vergangen. Nördlich 
von 50° S-Br im Grofsen Ocean hatte das Schiff: 40° S-Br in 80° W-Lg am 
28. Mai und 30° S-Br in 77,1° W-Lg am 3. Juni gekreuzt. 
Von Iquique aus ging „ Ventilia“ wieder am 30. Juni in See, um die Reise 
nach. Guayaqwil fortzusetzen. Der leichte in der Nähe der Küste aus SW 
wehende Wind veränderte sich in gröfserem Abstande vom Lande nach SE und 
wurde dann frischer und beständiger. Man segelte nun bei südöstlichem Winde 
bis zum 10. Juni nach 4° S-Br in 81,5° W-Lg und legte den letzten von diesem 
Punkte ab noch vorliegenden Theil der Reise bei SW-Wind zurück. Am 10. Juli 
kam die Insel Santa Clara in Sicht, und am nächsten Tage wurde ein in der 
Nähe des Bestimmungshafens gelegener Ankerplatz erreicht. Um zu demselben 
von Zquique aus zu gelangen, waren 11 Tage erforderlich gewesen. 10° S-Br 
hatte der Schoner am 7. Juli in 79,8° W-Lg gekreuzt. Als „Ventilia“ am 10. Juli 
im Begriff war, in den Busen von Gwayaqwil einzusegeln, liefen sich grofse 
Schaaren von Heuschrecken auf dem Schiffe nieder, 
Nachdem „ Ventilia“ den letzten Theil der Ladung in Guayaquil gelöscht 
hatte, versegelte das Schiff weiter nach 2 kleinen an der Küste von Ecuador 
gelegenen Ladeplätzen, Namens Manta und Bahia de Caraquez. In dem letzteren 
wurde der Schoner mit Steinnüssen voll beladen und dann am 11. September 
die Heimreise nach dem Kanal angetreten. Bei dem auf See angetroffenen 
frischen SW-Winde segelte das Schiff bis zum 13. September nach 0,4° S-Br 
in 83,2° W-Lg. Unweit dieses Punktes wurde gewendet und dann nach 
dreitägigem Segeln mit St-B.-Halsen 2,5° S-Br in 81,5° W-Lg erreicht. Nachdem 
das Schiff in der Nähe dieses Punktes abermals gewendet hatte, entstand. aus 
dem frischen beständigen Wind bald der Passat. „Ventilia“ wurde von dem- 
selben bis zum 28. September nach 26,6° S-Br in 98,4° W-Lg begleitet, In 
geringer Entfernung von diesem Punkte, wo das Barometer auf 771,3 mm zeigte, 
schien die polare Passatgrenze zu liegen, Als auf den sich damals einstellenden 
Jeisen südwestlichen Zug bald wieder ein frischer SE-Wind folgte, nahm der 
Luftdruck bis auf den unweit von 30° S-Br abgelesenen höchsten Stand von 
774,4 mm zu. Später vollendete der Wind noch mehrere unregelmäfsig verlaufende 
Drehungen nach links und hielt sich erst, nachdem der Wind unweit von 
51° S-Br in 82° W-Lg noch einmal wieder durch N gedreht hatte, derselbe 
dauernd im westlichen Halbkreise. „Ventilia“ segelte dann bis zum 20. Oktober 
zur Länge des Kap Horn. Der 20. Oktober war der 39. seit der Abreise ver- 
fiossene Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 925° W-Lg am 
21. September, 20° S-Br in 96,6° W-Lg am 25, September, 30° S-Br in 100,7° W-Lg 
am 1. Oktober, 40°S-Br in 93° W-Lg am 7. Oktober und 50° S-Br in 82° W-Lg 
am 14. Oktober gekreuzt. 
Im Atlantischen Ocean wurde die Fahrt der „ Ventilia“ zunächst für einen 
Tag durch leichten Ostwind unterbrochen. Auf diesen folgte jedoch am 
22, Oktober wieder westlicher Wind, bei dem sich für längere Zeit ein recht 
befriedigender Fortgang erzielen ließs. Man gelangte im Verlaufe desselben bis 
zum 2. November nach 34,8° S-Br in 36,5° W-Lg. In geringer Entfernung von 
diesem Punkte veränderte sich der kurze Zeit vorher schwach gewordene Wind 
von SSW durch S nach SSE. Durch diesen Vorgang schien der Uebergang in 
das Passatgebiet bezeichnet zu sein. Denn wenn später auch noch wieder eine 
Unterbrechung des beständigen Ostwindes beobachtet würde, so fand der Schoner 
nördlich von jenem Punkte doch keinen anderen als Ostwind wieder. Der zur 
Zeit, als die Windrichtung eine südöstliche wurde, 769,0mm betragende Luftdruck 
Ann. 4, Hydr. etc, 18985, Heft Y. 
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