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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

304‘ Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Januar 1885. 
28 Tage seit der Abreise von Maceio verflossen. 10° N-Br war in 51,5° W-Lg 
am 23.Dezember, 20° N-Br in 62,2° W-Lg am 27. Dezember und 30° N-Br in 
71° W-Lg am 1. Januar gekreuzt worden. ; 
Nachdem „ Ventilia“ in New- York entlöscht worden war, nahm das Schiff 
eine für die beiden Plätze /quique und Guayaquil bestimmte Ladung Stück- 
güter ein. Der Schoner ging damit am 27, Februar in See. Bei dem zunächst 
angetroffenen wiederholt stürmisch wehenden Westwinde verlief der erste Theil 
der Reise in befriedigender Weise. Als.33,2° N-Br in 58° W-Lg erreicht worden 
war, veränderte sich dort der ganz schwach gewordene Wind nach NE, und es 
folgten nun mehrere Tage des leichten Zuges und der Stille. Später wurde 
man jedoch noch wieder von mäfigem südwestlichem Winde begünstigt, und 
indem sich am 11. März, in der Nähe von 30,5° N-Br und 50° W-Lg der frische 
Wind von NNW durch N nach NNE veränderte, entstand aus ihm der NE-Passat, 
Im Gebiete desselben nahm die Reise für längere Zeit einen recht befriedigenden 
Verlauf. Der bis zuletzt kräftig und beständig wehende Passat endete erst, als 
„Ventilia“ sich am 24. März unweit von 1,1° N-Br und 27,5° W-Lg befand. 
Iudem derselbe in kurzer Zeit bis zum ganz leisen Zuge abgenommen hatte, 
veränderte’ sich dieser nach SW, und es folgte längere Zeit anhaltende leichte 
Mallung. Bei solcher ging der Schoner auch am 26. März in 27,2° W-Lg von 
nördlicher in südliche Breite über. Der 26. März war der 28. seit der Abreise 
verflossene "Tag. Während dieser Zeit hatte man: 30° N-Br in 49,2°W-Lg am 
11. März, 20° N-Br in 40° W-Lg am 16. März und 10° N-Br in 32° W-Lg am 
21. März; wie 70° W-Lg in 38,2° N-Br am 29. Februar, 60° W-Lg in 34,3° N-Br 
am 4. März, 50° W-Lg in 30,5° N-Br am 11. März und 40° W-Lg in 20° N-Br 
am 16. März gekreuzt. 
In südlicher Breite wurde „ Ventilia* zunächst auch noch mehrere Tage 
durch Mallung und Stille aufgehalten. Erst als der Schoner sich am 29, März 
in der Nähe vou 1° S-Br in 27,8° W-Lg befand, wurde der SE-Passat angetroffen. 
Leicht einsetzend, wurde derselbe nach kurzer Zeit kräftiger, und segelte man 
dann bei ihm bis zum 4. April nach 13,8° S-Br in 34,5° W-Lg. Nicht weit von 
diesem Punkte entfernt, veränderte sich der wieder schwach gewordene Wind 
nach NE und weiter im Laufe der nächsten Tage durch N, W und S nach SE 
zurück. Oestlicher Wind, der sich meistens in langsamer Drehung nach links 
bewegte, blieb später noch für lange Zeit vorherrschend. Die zu verschiedenen 
Malen einsetzenden Westwinde waren in jedem Falle nur von kurzer Dauer. 
Anhaltende Westwinde, die an mehreren Tagen stürmisch wehten, wurden 
angetroffen, nachdem am 19. April 36° S-Br in 54° W-Lg erreicht worden war. 
Südlich von 40° S-Br waren zwar auch Westwinde vorherrschend, doch wehten 
3ie dort meistens aus einer raumeren Richtung. Der Schoner segelte bei den- 
selben bis zum 29. April zu dem in 64,8° W-Lg überschrittenen Parallel von 
50° S. Der 29. April war der 34. bis dahin in südlicher Breite zugebrachte 
Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 32,5° W-Lg am 2. April, 
20° S-Br in 37,5° W-Lg am 9. April, 30° S-Br in 48° W-Lg am 14. April und 
40° S-Br in 54,2° W-Lg am 22. April gekreuzt. 
Am 2. Mai umsegelte „PVentilia“ die Ostspitze der Staaten-Insol. Der 
frische NW-Wind, der das Schiff zu derselben führte, endete gleich südlich vom 
Kap St. John. Es folgte dort auf ihn zunächst ein leichter Südwind und dann 
ein 30 Stunden anhaltender Ostwind. Bei demselben konnte man leider nicht 
weit genug nach Süden hin vorrücken, um den nach ihm folgenden, drei Tage 
lang anhaltenden kräftigen Südwiud voll ausnützen zu: können. Da man bei 
demselben das Kap Horn nicht frei segeln konnte, mufste wieder mit St.-B.-Halsen 
gesegelt werden. Am 8. Mai drehte der mäßige Wind nach SE, doch hielt er 
sich im östlichen Halbkreise nur für einen Tag. Als der Wind abermals west- 
liche Richtung angenommen hatte, behielt er dieselbe auch für längere Zeit 
angestört, und konnte das Schiff dann, obgleich übermäßig heftige Stürme nicht 
zu überstehen waren, nur in sehr langsamer Weise vorrücken. Krst am 24, Mai, 
25 Tage später, als dieselbe Breite im Atlantischen Ocean verlassen worden 
war, wurde in 81,4° W-Lg der Parallel von 50° S wieder erreicht, Den Meridian 
des Kap Horn hatte der Schoner in 57,2° S-Br am 9. Mai überschritten. 
Der frische Westwind, bei dem „Ventilia“ wieder nördlich von 50° S-Br 
gelangte, veränderte sich bald nach links, so dafs aus ihm am nächsten Tage
	        
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