Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Januar 1835.
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blieb der Wind nach dieser Zeit doch vorherrschend günstig. Als Folge davon
nahm die Reise einen günstigen Verlauf. Von unweit 39° N-Br in 17° W-Lg
an hielt sich der Wind beständig im nordöstlichen Quadranten, und es ontstand
aus ihm später der Passat, ohne dafs vorher Mallung beobachtet wurde. KEin
höchster Luftdruck von 769,0mm wurde in der Nähe von 29° N-Br beobachtet,
Der Passat begleitete das Schiff bis nach 12,1° N-Br iu 27° W-Lg. Als „ Ventilia“
zich am-7, September in der Nähe dieses Punktes .befand, nahm der Wind für
kurze Zeit bis zum ganz leisen Zuge ab, und indem er sich durch SE und S
sach SW veränderte, gewann er bald wieder gröfsere Stärke. Man segelte dann
bei kräftigem, beständigem Monsune und gleichzeitig versetzt von östlicher
Strömung, für längere Zeit mit St-B.-Halsen. Als 5,2° N-Br in 19,6° W-Lg
arreicht worden und dort die Windrichtung recht S geworden war, wurde am
11. September gewendet und bis zum 14. September zu dem in 26,2° W-Lg
äberschrittenen Aequator gesegelt. Um zu demselben vom Kanal aus zu ge-
langen, waren 28 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man:
40° N-Br in 16,3° W-Lg am 25. August, 30° N-Br in 23° W-Lg am 30. August,
20° N-Br in 26° W-Lg am 3. September und 10° N-Br in 26,6° W-Lg am
3. September gekreuzt. Die auf einer Reise von Cardiff nach San Francisco
begriffene eiserne Bremer Bark „Fulda“, welche 50° N-Br am 14. August ver-
Jassen hatte, erreichte den Aequator in 21,1° W-Lg am 12, September,
_ In südlicher Breite wurde .„ Ventilia“ nicht weiter als nach 18° S-Br in
36° W-Lg vom SE-Passat begleitet. In der Nähe dieses Punktes veränderte
sich der mäfsige Wind am 21. September nach NE und indem er während der
nächsten Tage noch etwas auffrischte, weiter durch N und W nach SW. Da
sich der Wind in der letzteren Richtung hielt, erlitt die Reise hier noch eine
längere Verzögerung. Erst am 25. September drehte der Wind durch S nach SE,
und bei nordöstlichem Winde gelang cs endlich am 26. September den Hafen
von Rio de Janeiro zu erreichen. Um zu demselben vom Kanal her zu ge-
langen, waren 40 Tage erforderlich gewesen. In südlicher Breite war 10° S-Br
in 33,2° W-Lg am 18. September und 20° S-Br in 37,5° W-Lg am 22, September
gekreuzt worden. Der Mitsegler „Fulda“, welcher bis nach 22,5° S-Br in
35,2° W-Lg vom Passat begleitet worden war, hatte 20° S-Br in 34° W-Lg
am 20. September gekreuzt. |
Von Rio de Janeiro aus versegelte „ Ventilia“ nach Maceio. Man verliefs
jenen Hafen am 31, Oktober und gelangte, kreuzend gegen leichten östlichen
Wind, bis zum 3. November in Sicht vom Kap Frio.. Der Versuch, von hier aus
in der Nähe der Küste nach Norden hin vorzurücken, mufste, da der Wind
auffrischte und meist aus einer nördlich von E liegenden Richtung wehte, bald
aufgegeben werden. Man versuchte es jetzt, indem man. für längere Zeit. mit
B-B.-Halsen segelte. Als „Ventilia“ sich am 12. November in der Nähe von
24,8° S-Br und 31,6° W-Lg befand, wurde zum letzten Male gewendet. Indem
man von diesem Punkte aus bei dem frischen Passate nach Norden hin vor-
rückte, raumte derselbe allmählich. Am 17. November, 17 Tage nach dem
Antritt der Reise, wurde der Hafen von Maceio erreicht. 20° S-Br war in
32,4° W-Lg am 13. November überschritten worden.
Von Maceio aus ging „Ventilia“ wieder am 11. Dezember in See, um mit
einer Ladung Zucker nach New- York zu segeln. Der am ersten. und zweiten
Tage der Reise schwach, später aber frisch wehende Passat führte den Schoner
in 5tägiger Fahrt bis zu dem in 41,5° W-Lg überschrittenen Aequator. In
nördlicher Breite erfolgte der Uebergang des SE- in den NE-Passat, ohne dafs
von Mallung eine Spur angetroffen wurde. Der unweit 15° N-Br schwach
werdende Ostwind veränderte sich allmählich nach links und frischte aus nord-
östlicher Richtung bald wieder auf. Bei dem recht kräftig und beständig
wehenden Passate segelte „ Ventilia“ dann bis zum 1. Januar 1884 zu der in
29° N-Br und 70,5° W-Lg liegenden polaren Passatgrenze. In ihrer Nähe ver-
änderte sich der für kurze Zeit ganz schwache Wind durch SE und. S nach SW
und nahm dann rasch wieder bis zum kräftigen Winde zu. Indem der Wind
die Drehung nach rechts fortsetzte,. wehte er vom 5. bis 7. Januar aus N und
NW und verursachte ein Sinken der Temperatur bis auf — 4,5° 0, Am 7. Januar
stellte sich ein ganz schwacher Ostwind ein, der bald stärker wurde, und bei
dem am 8. Januar der Bestimmungshafen erreicht wurde... Es waren dann