302 Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Janvar 1885.
Schnelligkeit überlegene Bark legte an jenem Tage auf gleichem Kurse wie ihn
der „Hugo“ gut machte, 172 Sm zurück, gegen 137 Sm beim „Hugo“. Sie
erreichte die Kanalmündung am 1. Januar,
I1.. Reise des Bremer Vollschiffes „Ida‘“, Kapt. W. Schneider.
Am 22. August 1884, dem 11. Tage einer Reise von Bremen nach New-
York, befand sich das Vollschiff „/da“ in der Nähe von Lizard, Der dort
damals wehende leichte Ostwind endete schon am nächsten Tage, und es folgten
dann umlaufende, vorherrschend aus nordwestlicher Richtung wehende Winde
zon mäfsiger Stärke, Man konnte bei denselben nur in langsamer Fahrt nach
Westen hin vorrücken, Als „/da“ sich am 11. September unweit von 44,8° N-Br
and 38,5° W-Lg befand, wurde dort ein ziemlich heftiger Sturm überstanden,
Derselbe begann aus NE, endete aus N und war von einem niedrigsten
Barometerstande von 743,6 mm begleitet. Ein zweiter, zwar nur kurze Zeit
anhaltender, der Stärke nach aber orkanartiger Sturm wurde am 19. September
unweit von 445° N-Br in 49,5° W-Lg beobachtet. Derselbe begann aus S,
veränderte sich, als das in 4 Stunden seinen Stand um 18 mm verändernde
Barometer bis auf 739,3 mm gesunken war, nach W, und endete, nachdem sich
die Windstärke rasch zu mäßigen, das Glas zu steigen begonnen hatte, aus
NNW. Nach dem Sturme hielt sich der Wind für mehrere Tage in östlicher
Richtung, und weiter nach Westen hin wurde man später auch noch wiederholt
von Ostwinden begünstigt. Bei mäfsigem Ostwinde erreichte „/da“ am 3. Oktober
den Hafen von New-York. Es waren dann 42 Tage seit der Abreise vom
Kanal vergangen. Während dieser Zeit hatte man: 30° W-Lg in 44,5° N-Br
am 6. September, 50° W-Lg in 44,2° N-Br am 20. September, 60° W-Lg in
13° N-Br am 26. September und 70° W-Lg in 40,7° N-Br am 2, Oktober gekreuzt.
Das von Bremen nach Philadelphia bestimmte Bremer Vollschiff „Savannah“,
welches sich am 19. August bei Lizard befunden hatte, erreichte die Delaware-
Mündung am 28. September, Das ebenfalls auf einer Reise nach Philadelphia
begriffene Bremer Vollschiff „Victoria“, welches auf dor Nord um Schottland
{führenden Route die Länge von Fair Island am 24. August überschritt, gelangte
zum Delaware-Flufs am 8. Oktober. Und noch ein weiterer Mitsegler, die eben-
falls nach dem letzteren Ziele steuernde Bremer Bark „Mozart“, welche sich
am 23, August in Sicht von Fair Island befand, erblickte Kap Henlopen am
8. Oktober, Den kurzen heftigen Sturm, welchen „/da“ am 19, September in
44,5° N-Br und 49,5° W-Lg überstand, beobachteten sowohl „Victoria“ wie
„Mozart“. Bei jener Bark wehte er, als dieselbe sich am 19. September in der
Nähe von 47° N-Br und 41° W-Lg befand. Der hier in 6 Stunden um 13 mm
abnehmende Luftdruck erreichte um 2*p.m., 10 Stunden später als bei „/da“,
mit 745,4 mm seinen niedrigsten Stand. Bei dem am 19. September in
43,7° N-Br und 42,5° W-Lg stehenden „Mozart“ trat der Sturm augenscheinlich
mit geringerer Stärke auf, obgleich die Art und Weise der Windveränderung
dieselbe war wie bei den beiden Mitseglern. Das Barometer sank hier bis auf
‚8 mm.
Nachdem „Jda“ in New- York mit Petroleum beladen worden war, ging
das Schiff am 26. November wieder in See, um nach London zu segeln. Westliche
Winde, bei denen diese Reise angetreten wurde, blieben auch später vor-
herrschend, denn die zu verschiedenen Malen einsetzenden Ostwinde waren
stets nur von kurzer Dauer, Die durch keine nennenswerthen Stürme beunruhigte
Fahrt nahm infolge dessen einen befriedigenden Verlauf, und am 19, Dezember,
23 Tage später als New- York verlassen worden war, erreichte „/da“ den Kanal.
Auf dem Wego zu demsclben hatte sie: 70° W-Lg in 39,8° N-Br am 27. November,
50° W-Lg in 41,1° N-Br am 30. November, 50° W-Lg in 41,8° N-Br am 5. Dezember
and 30° W-Ly in 46.3° N-Br am 11. Dezember gekreuzt.
12. Reise des Blankeneser Dreimastschoners „Ventilia“, Kapt. H. Oestmann.
Der auf einer Reise von Hamburg nach Rio de Janeiro begriffene Schoner
„ Ventilia“, welcher am 3. August 1883 die Elbe verlassen hatte, befand sich am
17. August in der Nähe von Lizard. Auf den dort damals wehenden mäfsigen
Westwind folgte am nächsten Tage ein leichter östlicher Wind, und obgleich
später noch wieder westliche Winde und selbst Stille angetroffen wurden, so