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Art
Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Januar 1885.
Nachdem der „Godefroy“ in Wilmington mit Baumwolle beladen worden
war, ging derselbe am 30. November wieder in See, um nach Liverpool zurück-
zukehren. Der den Anfang dieser Reise begünstigende frische Westwind wurde
am 2, Dezember durch Ostwind unterhrochen. Dieser war indessen auch nicht
von langer Dauer, und obgleich später noch wiederholt östliche Winde auf-
traten, so blieben westliche Winde während dieser Fahrt über den Ocean doch
die im Allgemeinen vorherrschenden. Dieselben nahmen zu wiederholten Malen
bis zum Sturme zu. Keiner derselben war jedoch so heftig, dafs das Schiff
Jadurch zum Beidrehen gezwungen wurde. Das Schiff kreuzte: 70° W-Lg in
33,6° N-Br am 4. Dezember, 60° W-Lg in 37,5° N-Br am 8. Dezember, 50° W-Lg
in 40,3° N-Br am 11. Dezember und 30° W-Lg in 43,7° N-Br am 19. Dezember.
Am 31. Dezember, 31 Tage später als Wilmington verlassen worden war, gelangte
„Godefroy“ zum Eingange des St. Georg’s-Kanals.
9. Reise der eisernen Bremer Bark „Fürst Bismarck“, Kapt. W. v. d. Vring.
Am 16. November 1883 überschritt die von Cardiff nach Rangoon be-
stimmte Bark „Fürst Bismarck“ den Parallel von 50° Nord. Einen Tag später
wurde dasselbe von dem auf derselben Reise begriffenen eisernen Hamburger
Vollschiff „Melpomene“ gethan, und segelten dann beide Schiffe unter ähnlichen,
schon anderweitig erwähnten Verhältnissen südwärts. Eben dasselbe wurde
auch von dem von Bremen nach Rangoon bestimmten eisernen Bremer Voll-
schiff „Wega“ gethan, welches den Kanal am 15. November verlassen hatte.
Am Mittage des 8. Dezember, an welchem Tage sich bei allen drei Schiffen
der NE-Passat einstellte, befand sich „Fürst Bismarck“ in 25,6° N-Br und
24,5° W-Lg, „Melpomene“ in 25,7° N-Br und 27,7° W-Lg und „Wega“ in
26,1° N-Br und 24,8° W-Lg. Als die Bark am 16. Dezember den in 5,8° N-Br
and 25° W-Lg liegenden Stillengürtel erreichte, befand sich gleichzeitig das
erstere Vollschiff in 5,3° N-Br und 26,3° W-Lg und das letztere in 5,1° N-Br
and 25,9° W-Lg. Die beiden Vollschiffe befanden sich damals schon seit
angefähr zwei Tagen im Stillengürtel, während bei der Bark der Passat erst
4 Stunden vorher ein Ende genommen hatte. Der SE-Passat stellte sich bei
„Fürst Bismarck“ am 18. Dezember in der Nähe von 4,2° N-Br und 24,3° W-Lg,
ei „Melpomene“ in 4,6° N-Br und 26,3° W-Lg am 17. Dezember und bei
„Wega“ in 4° N-Br und 26° W-Lg am 18. Dezember ein. Am 21. Dezember,
35 Tage später als 50° N-Br verlassen worden war, ging „Fürst Bismarck“ in
27,7° W-Lg von der nördlichen zur südlichen Halbkugel über. „Melpomene“
kreuzte den Aequator in 29,2° W-Lg am 20. Dezember, und „Wega“ that es in
28,5° W-Lg am 19. Dezember. Die Bark hatte auf ihrem Wege zur Linie:
10° N-Br in 15,2° W-Lg am 20. November, 30° N-Br in 21,6° W-Lg am
2, Dezember, 20° N-Br in 25,2° W-Lg am 11. Dezember und 10° N-Br in
25,1° W-Lg am 14. Dezember überschritten.
Im Südatlantischen Ocean endete der SE-Passat bei allen drei Schiffen,
obgleich dieselben in Breite ziemlich weit von einander entfernt standen, an
demselben Tage, dem 30. Dezember. Am Mittage desselben befand sich „Fürst
Bismarck“ in 24,3° S-Br und 306° W-Lg, „Melpomene“ in 25,6° S-Br und
30,9° W-Lg und „Wega“ in 27,6° S-Br und 29,5° W-Lg. Der Passat endete,
indem sich der Wind in jedem Falle nach NE veränderte, und ebenfalls be-
wegte sich der Wind bei den drei Mitseglern während der nächsten Tage in
einer weiteren Drehung nach links. Das rasch erfolgende Ausschielsen des
Windes von NW nach SSW fand bei den drei Schiffen am 2. Januar 1884 statt.
Bei der Bark geschah es, als sie sich in 30,4° S-Br und 24,5° W-Lg befand,
bei „Melpomene“ in 30,8° S-Br und 26° W-Lg etwa 12 Stunden früher als bei
„Fürst Bismarck“ und bei „Wega“ in 32,8° S-Br und 23° W-Lg ungefähr
4 Stunden früher als bei „Melpomene“. Am 14, Januar ging dieses letztere
Schiff in 40,2° S-Br von westlicher in östliche Länge über. Die beiden Mit-
zegler hatten dasselbe am 13. Januar, „Melpomene“ in 40,1° S-Br und „Wega“
in 40,6° S-Br gethan. Um vom Aequator aus den ersten Meridian zu erreichen,
waren für die Bark 24 Tage erforderlich gewesen. 10° S-Br war von ihr in
32,9° W-Lg am 25. Dezember, 20° S-Br in 31,8° W-Lg am 28. Dezember und
30° S-Br in 25° W-Lg am 2. Januar gekreuzt worden.