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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Januar 1885, 293 
28° S-Br beschriebenen Drehung nach links. Als sich der Wind schliefslich 
noch einmal durch N nach NW verändert hatte, blieb er westlich und begleitete 
das Schiff, bis dasselbe am 1. Februar in 38,6° S-Br von westlicher in östliche 
Länge überging. Der 1. Februar war der 29. bis dahin in südlicher Breite zu- 
gebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 33° W-Lg am 
8. Januar, 20° S-Br in 32,2° W-Lg am 12. Januar und 30° S-Br in 23,5° W-Lg 
am 22. Januar geschnitten. 
Während der Zeit, in welcher die erforderliche Länge gut gemacht wurde, 
hielt sich „Christine“ am längsten in der Nähe von 39° S-Br. Die dort an- 
getroffenen Verhältnisse waren keine günstigen. Ostwinde und Winde von 
unerwünscht geringer Stärke waren dort häufig, und durchstehende Westwinde 
wurden gar nicht beobachtet. Von Stürmen blieb die Fahrt vollkommen ver- 
schont, dagegen wurde dieselbe wiederholt von kurzen Stillen unterbrochen. 
Am 1. März, 29 Tage später als westliche Länge verlassen worden war, gelangte 
„Christine“ nach 80° O-Lg in 36,2° S-Br. Der schwache NW-Wind, bei dem 
dieser Meridian überschritten wurde, frischte am nächsten Tage auf und ver- 
änderte sich dann langsam nach links. Es wurde dann aus ihm später der SE-Passat, 
ohne dafs vorher von Mallung eine Spur angetroffen. wurde. Das Schiff über- 
schritt die anscheinend in 30,5° S-Br und 87° O-Lg gelegene polare Passat- 
grenze am 4. März. Der dort 763,3mm betragende Luftdruck stieg bis zu dem 
unweit von 28° S-Br 'abgelesenen höchsten Stande von 767,1mm. Der zwischen 
28,5° und 15,5° S-Br am frischesten wehende Passat begleitete das Schiff, bis es 
sich am 13. März in der Nähe von 8,5° S-Br und 90,8° O-Lg befand, Nördlich 
von diesem Punkte herrschte zunächst leichte, oft von Stille unterbrochene 
östliche Mallung, während nördlich von 4° S-Br schwache, unbeständige, west- 
liche Briese vorherrschte. Mit der Veränderung in der Windrichtung war auch 
ein Wechsel in der Richtung der Strömung verbunden. Während bei der öst- 
lichen Mallung fast täglich westliche Versetzung stattgefunden hatte, sah sich 
das Schiff bei der folgenden westlichen Briese in jedem Etmale weit nach 
Osten hin vertrieben. Bei leichtem nordwestlichem Winde ging „Christine“ am 
21. März in 94,6° O-Lg von südlicher in nördliche Breite über. Vorher war: 
30° S-Br in 87° O-Lg am 4. März, 20° S-Br in 88,7° O-Lg am 8. März und 
10° S-Br in 90,7° O-Lg am 12. März geschnitten worden, 
Den letzten Theil der Reise mulste „Christine“ fast ganz hei schwachen, 
unbeständigen, aus nördlicher oder östlicher Richtung vorherrschenden Winden 
zurücklegen. Nachdem man am 29. März in Sicht vom Kap Atschin gelangt 
war, wurde endlich am 6. April die Rhede von Penang erreicht. Es waren 
dann 141 Tage seit der Abreise von New- York vergangen. Als das Schiff sich 
am 31. März in Sicht von Pulo Rondo befand, tauschte es dort Signale aus 
mit dem am 2, November von New- York abgegangenen, ebenfalls nach Penang 
bestimmten, eisernen Hamburger Vollschiffe „Herschel“. Den Tag vorher, an 
welchem „Christine“ den Bestimmungshafen erreichte, wurde von ihr die Bremer 
von Singapore nach Rangoon segelnde Bark „Henriette“ angesprochen. 
Nach Entlöschung der Ladung versegelte „Christine“ von Penang nach 
Singapore und Bangkok, und nachdem im letzteren Hafen wieder eine für 
Europa bestimmte Ladung eingenommen worden war, trat das Schiff am 10. Juli 
die Heimreise an. Gegen den südwestlichen Monsun arbeitete sich das Schiff 
bis zum 1. August zu der in 10,83° O-Lg überschrittenen Linie hin. Am 5, August 
befand sich „Christine“ in der Karimata-Strafse und 2 Tage später in der Nähe 
der Sunda-Strafse. Da dem Schiffe die grofse Raa gebrochen war, steuerte 
Kapitän Schulze für die Rhede von Batavia. Man erreichte dieselbe am 
9. August und setzte, nachdem der Schaden reparirt und Trinkwasser ein- 
genommen. war, am 11. August die unterbrochene Reise fort. Am 12. August 
befand sich das Schiff am südlichen Ausgange der Sunda-Stralse, von wo bei 
dem dort herrschenden frischen SE-Passate nach SW gesteuert wurde. ‚Die 
Reise nahm dann, obgleich der Passat am 18. und 19. August nur sehr geringe 
Stärke besafs, für längere Zeit einen befriedigenden Verlauf. Langsamer wurde 
derselbe, nachdem am 25. August die in 21,4° S-Br und 70,5° O-Lg liegende 
polare Passatgrenze überschritten worden war. Der zum ganz leisen Zuge 
abgenommene Wind veränderte sich dort nach NE und kehrte dann, indem er 
gleichzeitig auffrischte, rasch nach S und SSE zurück, Südliche und östliche
	        
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