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Eingänge von meteorologischen Journalen etc,, Januar 1885.
vergingen dann 3 Tage, bevor es gelang, den in der Nähe von 8,3° N-Br und
27,2° W-Lg einsetzenden NE-Passat wieder anzutreffen. Der zwischen 10° und
22° N-Br in gröfster Stärke wehende Passat wurde nördlich von 24° N-Br zu
zwei verschiedenen Zeiten durch Stille und leisen Zug unterbrochen, so dafs
Jessen polare Grenze sich kaum unterscheiden läfßst. Der Wind hielt sich bis
nach 38,5° N-Br hin vorherrschend im östlichen Halbkreise. Nachdem sich
nördlich von diesem Parallele Westwinde eingestellt hatten, wurden dieselben
später auch noch wieder von Ostwinden gestört. Während eines am 23, und
24. Dezember in der Nähe von 46° N-Br in 20,5° W-Lg herrschenden heftigen
Sturmes veränderte sich der Wind von NNW durch N nach NE. Als der Sturm
sich gemäfsigt hatte, blieb die Windrichtung noch für mehrere Tage eine nord-
östliche. Erst am 28, Dezember folgte auf Tags vorher begonnene Stille wieder
gin westlicher Wind, bei dem der letzte Theil der Reise vollendet werden
konnte. Am 1, Januar 1885, dem 88. seit der Abreise verflossenen Tage,
erreichte „Patagonia“ die Mündung des Kanals. In nördlicher Breite hatte man
von dieser Zeit 35 Tage zugebracht und dort: 10° N-Br in 28° W-Lg am
3. Dezember, 20° N-Br in 30,7° W-Lg am 7, Dezember, 30° N-Br in 32,8° W-Lg
am 13. Dezember und 40° N-Br in 33,2° W-Lg am 19. Dezember gekreuzt. Am
4. Dezember hatte sich „Patagonia“ in 11° N-Br und 29° W-Lg in Sicht von
der heimwärts bestimmten Elsflether Bark „Hugo“ befunden. Dieses Schiff
erreichte den Kanal am 9. Januar. Und der auf der Reise von Zcuador nach
Falmouth begriffene Blankeneser Dreimastschoner „ Ventilia“, welcher am
20. Oktober Diego Ramirez gesehen, der den Aequator in 30,7° W-Lg am
21. November verlassen hatte, gelangte in Sicht von Lizard am 3. Januar. Am
15. Dezember mittags hatte „Patagonia“ in 33,3° N-Br und 32,3° W-Lg, „Hugo“
in 30,7° N-Br und 35° W-Lg und „Ventilia“ in 33° N-Br und 29,8° W-Lg
yestanden.
. Reise des Bremer Vollschiffes „Christine“, Kapt. Alex. Schulze,
Das mit in Kisten verpacktem Petroleum tief beladene Vollschiff
„Christine“ verliefs am 17. November 1883 den Hafen von New- York, um nach
Penang zu segeln. Dasselbe traf auf See zunächst recht ungünstige Verhältnisse
an. Leichte umlaufende Winde wechselten dort mit Stille, und später hielt
sich der Wind lange im östlichen Halbkreise und wehte aus demselben heftig.
Erst nach einem am 1. Dezember in geringer Entfernung von 36° N-Br in
62,5° W-Lg überstandenen NE-Sturm, in welchem das Barometer einen niedrigsten
Stand von 741,1 mm erreichte, veränderte sich der Wind nach West. Man
zegelte dann bis zum 5. Dezember nach 33° N-Br in 53,5° W-Lg. Nach dieser
Zeit hielt sich der Wind vorherrschend in südlicher und östlicher Richtung,
and als „Christine“ sich am 16. Dezember in etwa 28,7° N-Br und 42,6° W-Lg
befand, wurde der NE-Passat angetroffen. Der leise Zug veränderte sich dort
bei einem höchsten Barometerstande von 770,2 mm von SE nach E und wurde
Jjann bald stärker. Der zwischen 27° und 15° N-Br am frischesten wehende
Passat dohnte sein Gebiet südwärts bis nach 4,7° N-Br in 31,4° W-Lg aus.
In dem unweit dieses Punktes beginnenden Stillengürtel verbrachte „Christine“
2'/2 Tage. Als das Schiff in dieser Zeit nach 4,3° N-Br in 30,4° W-Lg vor-
gerückt war, stellte sich dort der schwache, aber aus verhältnilsmäfsig raumer
Richtung wehende SE-Passat ein. Dieser führte das Schiff bis zum 3. Januar
1884 zu der in 29,5° W-Lg überschrittenen Linie. Es waren damals 47 Tage
seit dem Antritt der Reise verflossen. 30° N-Br hatte man in 49,8° W-Lg am
9. Dezember, 20° N-Br in 39,5° W-Lg am 20, Dezember, 10° N-Br in 34,6° W-Lg
am 25. Dezember, 70° W-Lg in 38,3° N-Br am 22. November, 60° W-Lg in
35,5° N-Br am 2. Dezember, 50° W-Lg in 32° N-Br am 8. Dezember und
10° W-Lg in 21,3° N-Br am 19. Dezember gekreuzt.
Im Südatlantischen Ocean wurde „Christine“ von dem nur schwach
wehenden Passate bis nach 20,4° S-Br in 32° W-Lg begleitet. Nachdem sich
der Wind in der Nähe dieses Punktes nach NE verändert hatte, vollendete er
in den nächsten Tagen, indem er gleichzeitig bis zum ganz leisen Zuge abnahm,
einen Rundlauf nach links, um sich dann wieder für längere Zeit im östlichen
Halbkreise zu halten. Seine Stärke war jedoch auch dann nur eine geringe.
Etwas gröfser war dieselbe während einer zweiten vom Winde südlich von
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