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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Orkanartiger Sturm im Indischen Ocean vom 11. bis 13. Dezember 1883. 9287 
13. in westnordwestlicher Richtung von „Alice Rickmers“. Es ist demnach 
wahrscheinlich, dafs sich die Depression in südwestlicher Richtung fortbewegt 
hat und zwar mit einer geringen Geschwindigkeit von annähernd 5 Sm in der 
Stunde. (Bei der Feststellung der Richtung des Depressionscentrums von den 
Schiffen ist angenommen, dafs der Winkel zwischen der Richtung, wohin der 
Wind weht, und der des barometrischen Gradienten etwa 6 Striche betragen hat.) 
Die Schiffe „George“ und „Urania“ segelten auf der rechten Seite der 
Bahn der Depression und veränderte sich infolge dessen die Windrichtung, wie 
schon bemerkt, mit dem Zeiger der Uhr von SSE durch SW und W nach N, 
während „Alice Rickmers“ auf der linken Seite der Bahn beigedreht lag und 
deshalb die Aenderung der Windrichtung gegen die Uhrzeiger von ESE durch 
NE nach N hatte. Als der Wind auf „George“ stürmisch wurde, stand dieses 
Schiff bereits quer ab im NW von der Depression und vergröfserte durch einen 
nördlichen Kurs rasch seine Entfernung vom Centrum. „Urania“ stand ung 
diese Zeit fast recht vor dem Centrum und näherte sich demsclben auf einem 
Kurse etwas westlich von N, hatte aber Zeit, weit genug an demselben vorüber 
zu kommen. „Alice Rickmers“ war gleich von Anfang an eben links vor dem 
Centrum und verminderte die Entfernung von demselben bis 12 Uhr Mittags 
den 12. ganz bedeutend, was zur Folge hatte, dafs Sturm und See rasch zu- 
nahmen. Dadurch, dafs das Schiff um diese Zeit mit B-B.-Halsen an den Wind 
gelegt wurde, blieb es vor der gefährlichen zu grofsen Annäherung an das 
Centrum bewahrt. Zunächst freilich vergröfserte sich die Entfernung des Schiffes 
vom Centrum, welch letzteres N peilte, noch nicht, denn ersteres trieb, wie 
schon bemerkt, mit der Geschwindigkeit von 2 Kn nach S, während die De- 
pression sich stündlich etwa 5 Sm nach SW fortpflanzte. Die langsame Aende- 
rung der Lage zeigte sich darin, dafs der Sturm für „Alice Rickmers“ bis zum 
Abend des 13. anhielt und der Wind nur ganz allmählich nach NE herum holte. 
Erst nachdem der Wind um 12" p. m. den 13. N geworden und bis zu einer 
starken Briese abgeflaut war, so dafs mehr Segel gesetzt werden konnten, ent- 
fernte „Alice Rickmers“ sich rasch aus dem Gebiet der Cyklone. 
Wenn „Alice Rickmers“ am Anfange etwas nach NW abgehalten hätte, 
so wäre sie in diesem Falle vielleicht vor dem. Centrum, weil dieses sich so 
sehr langsam fortbewegte, vorüber gekommen und hätte an der rechten Seite 
der Bahn mit günstigen Winden die Reise fortsetzen können. Allein diese 
Möglichkeit war vorher nicht wohl mit Bestimmtheit zu erkennen, und das 
Richtigste und am meisten zu Empfehlende war, das Schiff beizudrehen. 
Dadurch, dafs „George“ und „Urania“ auf der rechten Seite der Bahn günstige 
Winde hatten, „Alice Rickmers“ auf der linken Seite derselben aber ungünstige 
Winde fand, gewannen die ersten beiden Schiffe dem letzteren in der Zeit vom 
11. bis zum 14. Dezember freilich 2° bezw. 4° in Breite ab. 
Der Durchmesser des eigentlichen Sturmfeldes ist nicht sehr bedeutend 
gewesen, denn die Schiffe „Urania“ und „Alice Rickmers“, ersteres mit dem 
Winde SSW 9, letzteres mit dem Winde E 9, standen um 4" p. m. den 12. De- 
zember in NW’/AW — S0?*/A40-Richtung nur etwa 180 Sm von einander entfernt.
	        
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