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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Gezeiten- u. Strömungsbeobachtungen in der Chinesischen u. Japanischen See, 2 
Die Stromverhältnisse in der Binnenlands-See sind, soweit darüber bei 
80 kurzem Aufenthalt Erfahrungen‘ gesammelt werden können, bereits früher in 
den Annalen der Hydrographie dargelegt worden, und es kann nichts Neues 
hinzugefügt werden. 
Auf der Rhede von Kobe wurden, entgegen der Aussage des Lotsen, 
welcher behauptete, dafs das Wasser dort mit den Gezeiten ohne horizontale 
Bewegung falle und steige, mehrmals Strömungen bis zu 0,4 bis 0,5 Kn 
Geschwindigkeit beobachtet; die Fluth setzte in der Richtung der Verbindungs- 
linie der beiden äufsersten Punkte. der Kobe-Bucht, also nach NE. 
In der Osaka-Bucht, wo zwei Tage hintereinander, am 24, und 25, Juni, 
Schiefsübungen abgehalten wurden, waren damals keine Strömungen bemerklich. 
Reise von Kobe nach Yokohama. Die in den Karten und Segel- 
anweisungen angegebene starke nordöstliche Strömung wurde nicht gefunden; 
das Genauere giebt Tabelle 11 an. Bemerkenswerth ist hierbei noch, dafs die 
westliche Versetzung, welche S. M. S. „Stosch“ im nördlichen Theil der Reise 
beobachtete, auch von S, M. S. „Prinz Adalbert“ am 1. Juli, also vier Tage 
später, aber noch viel stärker angetroffen worden sein soll. *) 
Reise von Yokohama über Kobe und Nagasaki nach Shanghai. 
Diese Reise wurde in der Zeit vom. 20. bis zum 28. Juli ausgeführt, Nach 
dem Verlassen der Yeddo-Bucht wurde, um. dem vielleicht vorhandenen nord- 
östlichen Strom zu entgehen, der Kurs möglichst nahe unter Land gesetzt, aber 
nuch hier ergab sich diesmal eine Versetzung nach NEzE resp. ENE, wie aus 
der Tabelle 12 hervorgeht. 
Während die Insel Oö-sima am Eingange zum Kü-Kanal in einem Ab- 
stande von 3 Sm passirt wurde (den 21. Juli Morgens zwischen 4* und 5*), 
ergaben die Peilungen einen östlichen Strom von 3 Kun stündlicher Geschwindig- 
keit, es scheint daher rathsam, so nahe wie möglich unter Oö-sima nach Westen 
zu laufen, da dort jedenfalls der Strom geringer sein wird, 
. Im Gegensetz zu der früher am 24. und 25. Juni gemachten Beobachtung, 
dafs in der OÖsaka-Bucht kein wesentlicher Strom vorhanden war, wurde diesmal 
auf dem Wege von Tomangai-Sima (am EBingange der Bucht) nach der Rhede 
von Kobe am 22, Juli Nachmittags eine beträchtliche westliche Versetzung 
gefunden, nämlich WNW 1,0 Sm p. h. 
Auf der Fahrt von Nagasaki bis zur Mündung des Yanız-&se wurde die 
bekannte nördliche Strömung, wenn auch nicht in grofser Stärke, beobachtet. 
In der Erwartung dieses Stromes war. der Kurs von vornherein südlich von 
den Pallas Rocks gesetzt, und dieselben kamen denn auch, wie beabsichtigt war, 
trotzdem an B-B. in Sicht, woraus sich eine Versetzung nach NNE!/:E 0,4 Sın 
per Stunde bis zum Passiren der Felsen ergab. Nach dem Passiren wurden 
am 27. Juli Morgens mehrere Stunden lang starke Stromkabbelungen beobachtet, 
und im Verlaufe dieses Tages passirte das Schiff breite in der Richtung des 
Windes (Nord—Süd) verlaufende gelbliche Streifen von Algen; die Temperatur 
des Wassers in solchen Streifen war indessen nicht verschieden von der des 
umgebenden Wassers, 
Ueber die gemachten Beobachtungen giebt Tabelle 13 Auskunft. 
Tabelle 1. 
Besteck-Auszug S. M. S, „Stosch“ für die Reise von Hongkong nach Amoy.- 
Wind . [| Breite | Länge Distanz| 
‚ April 1884 [N 1—3, NE 4, EzN 3 
EzN 4—5, ENE 5—7 
ENE 6—5, NEZN 5, NE 3 
NE—N—NW 3—1, SW 2, Stille! 
Versetzung 
A 
3 
22° 18,4‘ N]114° 23‘ 0:| — — 
220° 41,5‘ NI115° 48‘ © |139 Sm|S 76° W 57 Sm 
23° 38,0‘ N|117° 17,5‘ 0]145 „ |S 74° W60 
; (bis 6h 80‘ Vm.) 
833° W 12,2 Sm 
! Bemerkungen 
Ih 20° Vm. Hafen von Hong- 
kong verlassen. 
3h30‘ Vm. geankert in24° 18’ 
N-Br und 118° 21,5‘ O-Lg, 
12145’Nm Anker äuf, 4h 15° 
Nm. in Amoy geankert. 
) „Ann, d. Hydr.“ ete. 1884, S. 595.
	        
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