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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

266 Vermessungen S. M. Kr. „Albatrofs“ an der Westküste Patagoniens. 
Mudbai verlegt, wo das Schiff auf 28m Wasser und Schlickgrund in voll- 
ständigster Ruhe lag. . 
Es wurden jetzt die östlichen Verbindungskanäle zwischen dem Fallos- 
und Messier-Kanal untersucht. Im Albatro/js-Kanal bot die Dreising-Bai 
Ankerplatz., Der südlich der Deutschen Enge liegende Waldemar-Sund lief nach 
Süden in einen engeren Kanal aus. Die Ostküste bot keinerlei Zeichen einer 
Passage nach dem Messier-Kanal dar. Oestlich der Pommer-Insel war die 
Passage unrein von Kelpstellen. Der in der Enge bisher permanent nach SSO 
setzende Strom kenterte am Nachmittage, ohne anscheinenden Zusammenhang 
mit den Gezeiten, plötzlich und setzte dann mit etwa derselben Fahrt — 1,5 Sn 
p. h. — nach NNW. Weiter nordwärts an der Mündung des Schluchtpasses 
wurde an einer Stelle 26m gelothet und hier ein gröfserer Ankerplatz entdeckt, 
welcher den Namen Bachem-Grund erhielt. Der westlich von der Millar- 
Insel nach Norden laufende Kanal führt durch die Fatal-Bai in den Messier- 
Kanal. 
Um einen Vergleich des neu festgelegten Schiffsweges durch den Stosch- 
bezw. Albatrojs-Kanal mit dem alten durch die Knglish Narrows zu haben, ging 
ich nach Gray Harbour und von da nach den Narrows. Ich passirte sie bei 
Springzeit-Niedrigwasser durch die östliche Passage und ging sodann nach Kin- 
setzen der Fluth durch dieselbe wieder hinaus. Ich habe dabei die Ueber- 
zeugung gewonnen, dafs der neue Schiffsweg für ein gröfseres Schiff doch 
erheblich vorzuziehen ist, da derselbe von Jemand, der ihn einigermafsen kennt, 
selbst des Nachts passirt werden kann, während die Znglish Narrows nur bei 
Stillwasser zu passiren sind, was oft einen erheblichen Zeitverlust verursacht. 
Nach Norden zurückkehrend, -wurde in den Search Inlet und eine sich 
südlich von demselben abzweigende Föhrde, die Waldföhrde, eingelaufen; 
dieselbe war geschlossen, gewährte aber im nördlichen Theil an der Ostküste 
auf dem Schröder-Grund Ankergelegenheit. Westlich von der Schröder-Insel 
durchgehend, wurde der Kanal weiter verfolgt und in einen bei Plattspitz sich 
züdwestlich erstreckenden Kanal gesteuert; derselbe, Erhardt-Kanal, mündete 
in den Fallos-Kanal beim Stern, Eine Seitenbucht des Kanals, der Kaiser- 
hafen, zeigte sich zum Ankern geeignet und wurde auch dazu benutzt, Zu 
einer weiteren Aufnahme der Preufsischen Bai wurde das Schiff, nachdem 
zur Einfahrt der Osteinlauf benutzt war, auf der in der Mitte der Bucht liegen- 
den Bank zu Anker gebracht. Der westliche, zuerst von „Albatrofs“ versuchte 
Arm wurde per Boot durch einen Offizier vermessen; derselbe fand nach dem 
Passiren der Steine, welche mich früher zurückschreckten, eine schöne Bucht 
mit geringen Tiefen und Sandgrund. Dem Berichte desselben nach ist dort 
der beste Ankerplatz der Preufsischen Bai. Nach Beendigung dieser Arbeiten 
wurde die nördliche Seeregion vor der Stosch-Kanal-Mündung rekognoscirt und 
dort seewärts gedampft. Die Küstengegend war mit Klippen und Brechern 
besäet, im Uebrigen waren die Tiefen gleichmäfsig, ca 25m, der Grund weich; 
der Wog nach See zu schien vollkommen rein zu sein, 
Nachdem dann im Flottenhafen und der Clara-Bai noch Vermessungen 
vorgenommen waren, wobei in letzterer südlich der Zmma-Insel ein gröfserer 
Ankerplatz gefunden wurde, beschlofs ich, den neuen Kanal nun auch in Praxi 
zu befahren. Am 16. März Nachmittags kam ich im Preton-Kanal an und er- 
reichte um 745“ bei bereits vollkommener Dunkelheit die Clara-Bai. Dieselbe 
zeigte sich jedoch als so klar ansteuerbar, dafs ich ohne Schwierigkeiten auf 
dem nördlichen Ankerplatze zu Anker kam. Mit sehr schweren SW-Hagelböen 
kam ich am nächsten Tage bis zum Albatro/shafen, wollte am 18. März gleich 
Morgens in See gehen, fand aber so starken Wind und schwere See aus NNW 
vor, dafs ich auf dem Jungferngrund zu Anker ging. Dieser Ankerplatz ist, 
wenn man die Karte ansieht, auffallend klein, kann aber durch die guten Marken 
mit Sicherheit gefunden werden. Er scheint aus einem sich westlich erstrecken- 
den steilen Felsenrücken zu bestehen, und der Anker hält vortrefflich, wenn er 
juvwärts dieses Rückens in etwa 35m niedergefiert wird. Zu kurzem Aufenthalt 
wird man daher bei den vorherrschend nördlichen Winden den Anker nach dem 
Passiren geringerer Tiefen, ungefähr in der Linie Hedwiginsel-Riff und Gertrude- 
insel, fallen lassen. Für längeren Aufenthalt bezw, bei unsicheren umspringenden 
Winden müfte man je einen Anker auf beiden Seiten des Rückens niederfieren.
	        
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