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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Vermessungen S. M. Kr. „Albatrofs“ an der Westküste Patagoniens, 265 
Am 5. Februar wurde eine an der Westseite des Knicks liegende Bucht, 
die Preufsische Bai, untersucht. Nachdem beim Ein- und Hindurchdampfen 
mit 50m Leine kein Grund erreicht, ging es zunächst in die Bachem-Bucht. 
Knapp vermiedene Steine an der Nordseite, sowie einige andere eben über Wasser 
ragende Steine voraus liefsen das Suchen mit dem Schiff aufgeben; umkehrend 
wurde in einer südlicheren Bucht — dem Königshafen — ein wohlgeschützter 
und bequemer Ankerplatz gefunden. Am 6. Februar wurde nordwärts bis zur 
Circel-Insel und in den sich dort ostwärts erstreckendeu Kanal gedampft; derselbe 
war breit und klar und bildete die Verlängerung des auf der Karte angegebenen 
Search Inlet, stand also mit dem Messier-Kanal in Verbindung. Er erhielt den 
Namen Adalbert-Kanal. Im Messier-Kanal wurde nordwärts gedampft und in 
den nördlichen Einlauf des Hornby-Sundes eingelaufen. Bald nach dem Passiren 
der Einfahrt sahen wir einen sich scheinbar endlos nach Westen erstreckenden 
Kanal, von welchem ich die Ueberzeugung gewann, dafs er etwa bei der Ursula- 
Insel in den Fallos-Kanal münden müsse. Ich folgte dem Laufe des sich süd- 
westlich erstreckenden Hauptkanals, durch die Konfiguration des Landes stets 
auf dem richtigen Wege weiter geleitet. Von einer. südlichen Einfahrt des 
Hornby-Sundes war nichts zu entdecken. Am Nachmittage wurde mit grofser 
Vorsicht eine Enge passirt, die jedoch nicht unter 16m Wasser hatte und 
gerade war. Südlich derselben dehnte sich ein gröfseres Becken aus; ich blieb 
jedoch auf dem richtigen Wege westlich der Pommer-Insel und kam so in den 
schon früher bemerkten, in den Fallos-Kanal mündenden Albatrofs-Kanal. 
In dem Fallos-Kanal nördlich steuernd, wurde nun in den Albatrofs-Hafen 
eingelaufen. Während in dem Vorhafen zu bedeutende Tiefen waren, wurde in 
der inneren Bucht ein guter Ankerplatz gefunden. 
Am 9, Februar wurde die Fahrt nach Norden fortgesetzt und bei den 
Bynoe-Inseln vorbei in See gesteuert. Nach dem Passiren der letzten auf der 
Karte eingetragenen Brecherfelsen war von irgend welchen Felsen oder Brechern 
keine Spur mehr zu sehen. Beim Zurückkommen jedoch entdeckten wir inmitten 
des Fahrwassers eine nicht sehr häufig auftretende Brandung, Alberich- 
Brecher. Auf dem Jungferngrunde wurde geankert und am folgenden Tage 
dieser Grund vermessen. Our Ladys Bay erwies sich als ein sich. weiter 
nach Osten erstreckender Wasserlauf und wurde deshalb Föhrde genannt. Ein 
Versuch, östlich von Ursula herumzugehen, wurde aufgegeben, da sich zu vicl 
Kelp und Klippen zeigten; auf dem Wege westlich der Insel fanden sich leider 
keine Ankerplätze, obgleich solche in dieser Gegend sehr erwünscht wären, 
denn der Jungferngrund kann nur ein Nothbehelf genannt werden. Auch auf 
der Südseite von Ursula, im Barbarossa-Kanal, war keine Ankerstelle. 
Nach der Westseite gehend, wurde dann der Alberich-Brecher möglichst dicht 
umfahren und durch den Bynoe-Pafs nach Port Barbara gesteuert. Der Bynoe- 
Pafs war ganz klar, seine Grenzen sind durch Ueberwasserfelsen und Brecher 
gut bezeichnet. Zahlreiche Schaumstellen, welche höchst gefährlich aussehen, 
als wenn es eben dort gebrandet hätte, scheinen dadurch zu entstehen, dafs die 
sehr oft am Kelp haftende eiweifsartige Gallerte. durch Brandung zu Schaum 
geschlagen und dann vertrieben wird. Nachdem die südwestliche Kcke des 
Bynoe-Insel- und Klippengrundes passirt, wurde östlich eines einzelnen Steines, 
des Schnaps-Felsens, in See gesteuert. Das Fahrwasser sah rein aus und 
bot nichts Bemerkenswerthes, doch verschwand das Land bald in dicker Luft, 
es wurde umgekehrt, diesmal westlich vom Schnaps-Felsen vorbeigegangen und 
nach Port Barbara hineingesteuert. In dem Hafen, der Sandbai, wurde so 
weit wie möglich nach innen in 6m Wasser geankert. Das Schiff lag aber 
unbequem und rollte beständig etwas. KEs war heller Sandgrund, das Wasser 
hellgrün und der Anker klar auf dem Grunde zu sehen. Weiter- drinnen lag 
ein kleiner Schoner, dessen Mannschaft auf den Felsen zum Robbenschlag. aus 
war. Die Aufnahme ergab, dafs dio Tiefen durchgängig geringer, als sie auf 
der Karte angegeben waren, und dafs an Stelle eines von tobender Brandung 
umgebenen Felsens in der Karte ein Anker eingezeichnet ist. - Die Mudbai ist 
geeigneter zum Ankern als die Sandbai. Für gröfsere Schiffe ist dieselbe trotz 
ihrer gröfseren Tiefe nicht zugänglich, da quer über die Einfahrt wenig östlich 
von ihr durchgängig 8m, reducirt 6,5m, -gelothet wurden. Nachdem in der 
Sandbai plötzlich die Kette gebrochen war, wurde der Ankerplatz nach der 
Ann. dA. Hydr. ete.,. 1885. Heft Y. 
Le
	        
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