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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Vern2:asun gen S. M. Kr. „Albatrofs“ an der Westküste Patagoniens. 263 
quantitativ ‘wie qualitativ dieselbe, wie in den angrenzenden Gewässern, die 
Vegetation aufserordentlich üppig. 
Nach der neuesten britischen Karte ist eine Verbindung zwischen dem 
Picton-Kanal und einem anderen, nur angedeuteten, weiter östlich gelegenen 
Kanal (Falscher Arm) nicht ausgeschlossen, der Cöhen-Fjord ist sogar durch 
eine‘ punktirte Wasserstrafse mit jenem in Verbindung gebracht. Um dies zu 
untersuchen, wurde am 27. Dezember in den Pieton-Kanal hineingesteuert. Der- 
selbe ‚stimmt mit Ausnahme des nördlichsten Theiles viel besser mit der 
britischen Karte, als der Brazo del Norte. Er bildet eine fast schnurgerade, 
durchaus klare, ziemlich gleichmäfsig breite, geschützte Wasserstraße. 
Es wurde direkt bis zum Eversfield-Fjord und in. denselben hinein 
gedampft; derselbe lief in zwei geschlossene Arme ohne Ankergrund aus. Um 
zu ankern, wurde unter Voranschickung des Kutters ganz vorsichtig nach’ der 
Sea view-Bai gesteuert, und da eine Untersuchung der Umgegend ‚trotz Kelp 
keine Klippen ergab, in der Clara-Bai neben der Gerd-Insel geankert, 
Am nächsten Tage wurde der Cöhen-Fjord untersucht; derselbe war nach 
ea 3 Sm so aufserordentlich eingeengt, dafs die auf der Regeling liegenden Unter- 
raen an beiden Seiten fast die Uferbüsche berührten; später erweiterte sich der 
Fjord wieder, war aber geschlossen, Dasselbe war mit einem Seitenarm an der 
Nordseite der Fall. In der Enge waren noch immer über 13m Wasser, Gegenüber 
dem Fjord an der Westseite des Kanals sind in der britischen Karte 6 Fad. 
Wasser angegeben. Kelp jedoch und Klippen in der Wasserlinie, sowie die 
Meldung des Dampfkutters „5 Meter“ verboten ein weiteres Vordringen dorthin. 
Nordwärts davon dehnte sich vor einer anderen Bucht ein grofses Kelpfeld aus, vor 
welchem jedoch 20—25m Wasser gelothet und zu Anker gegangen wurde. Die 
Untersuchung ergab, dafs seitwärts vom Kelp eine breite Durchfahrt war,‘ sowie 
dafs sich weiter innerhalb der vorzüglichste Hafen für eine ganze Flotte mit 
durchschnittlich 16m Wasser und Sandgrund vorfand. Die Bucht wurde des- 
halb Flottenhafen genannt. 
Schlechten Wetters wegen wurden die Arbeiten mehrere Tage unter- 
brochen und nach Port Charrua gedampft. Im Picton-Kanal wurde ein nach 
Süden setzender Strom von 1,2 bis 1,5 Kn Fahrt konstatirt. Nachdem eine 
Rekognosecirung der Sea view-Bai am 4. Januar ergeben hatte, dafs dieselbe 
ein Kanal sei, welcher mit einer Biegung nach West in die offene See führte, 
wurde nach dem Flottenhafen zurückgegangen und daselbst westlich der Latitude- 
[nsel in 20m Wasser auf Sandgrund geankert. Am nächsten Tage wurde. nord- 
wärts bis zum Ausgang des Picton-Kanals gedampit. Bei .der Latitude-I. war 
die Westseite des Kanals unklar und kelpbedeckt, die Ostseite zeigte mit einem 
plötzlichen Sprung von 50 auf 16m fernerhin gleichmäfsige, langsam bis 26m 
zunehmende Tiefen, In der Mündung fing das Schiff an, schwer zu rollen. 
Bald öffnete sich ein breiter Kanal, der Stosch-Kanal, landeinwärts, 
welcher sich in verschiedene Arme spaltete, Es wurde zuerst ein sich südöst- 
Jich erstreckender Arm aufgesucht, da dies derjenige zu sein schien, der mit 
dem Brazo del Norte kommuniciren sollte; 
Dieser „Falsche Arm“ wurde 15 Sm bis an sein Ende verfolgt, wo in 
28m Wasser guter Ankergrund war. Von einem Berge aus konnte man deut- 
lich über einen Binnensee hinweg die Küstenberge des am 20. Dezember unter- 
suchten Fjords erkennen. Der Spiegel des Soes liegt ungefähr 100m über dem 
Meeresniveau. | 
Auf dem Rückwege wurde in die westlich vom Falschen Arm sich er- 
streckende Klippenföhrde eingelaufen. Trotzdem dieselbe bald einen höchst 
angemüthlichen Charakter annahm, da sie sich durch Inseln und Klippen. wand, 
auch Strom in .den Engen lief, so wurde sie doch bis zu Ende verfolgt, da es 
den Anschein hatte, als sei sie nach dem Picton-Kanal zu offen, Dies war 
jedoch ein Irrthum. : Sie war von der — später so benannten — Spengler-Bucht 
durch eine niedrige etwa 10m hohe und wenige 100m breite Terrainwelle, über 
welche ein Kanoepfad der Eingeborenen führte, getrennt. Nachdem in gutem 
Schlickgrund geankert, wurden mit dem Dampfkutter einige ebenfalls geschlossene 
Seitenbuchten rekognosciri, Am 8, Januar wurde diese Föhrde und der Falsche 
Arm verlassen. Mit NNW-Kurs befand sich der Kreuzer bald in einem schönen 
breiten Kanal, welcher sich in nordnordöstlicher und nordöstlicher Richtung
	        
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