Theorie der Lamont’schen Instrumente zur Beobachtung des Erdmagnetismus, 257.
C. Variationen der Horizontal-Intensität.
a) An einem eisenfreien Orte.
Zur Beobachtung der Variationen der Horizontal-Intensität dient im
Lamont’schen Systeme eine Nadel, welche. durch zwei Magnete um: einen
gewissen Winkel aus dem Meridian abgelenkt wird. Nach der ‚ursprünglichen
Idee von Lamont sollen die Deflektoren senkrecht auf der Normalstellung der
Nadel sein (welche dem Skalentheil N‘ entsprechen. möge), und sind die Instru-
mente stets für diese Voraussetzung konstruirt bezw. ist bei ihrer Aufstellung
diese Lage herzustellen gesucht worden... Bei der folgenden Untersuchung
werden wir jedoch diese Beschränkung fallen. lassen und annehmen, dafs die
Verbindungslinie der Deflektoren einen beliebigen Winkel mit der Nadel bilde,
Die Ablesung der Nadelstellung geschieht wie beim Deklinations-Instrument
mittelst Spiegel und Skale, und es sind die dort erwähnten Reduktionen der
Tangente des doppelten Winkels auf Bogen bezw. auf die Tangente des ein-
fachen Winkels zu beachten, a
Unter Vernachlässigung der höheren Glieder, welche für die Beobachtung
der Intensitäts - Variationen keine Bedeutung haben, ist die Ruhegleichung
der Nadel: ; ; N
+ Mi ,2M2\ .
X sin = + >’) sin (a1'—0) .
= Kein (ep)
Wird diese Gleichung differentiirt, wobei K“ als konstant angenommen
wird, so erhalten wir:
dX sin 9‘ + Xg cos Po de‘ = K' cos («1'—0)0 d (c«1‘—g@')
Setzen wir: . N ;
. de = dar —d (x —0) #
ax co Yo + z co8 (a«1'-—0)9
A d («1'—g') — cot po’ dar‘
K‘ _ sin‘ HE
X, — sin (a'— 0) substitalrt wird:
iX _ sine d (m ct) —cot da”
Xo sin 9’ sin (e1‘—)9 19 f 1
Die mit dem Index 0 versehenen Gröfsen beziehen sich auf die Normal-
stellung der Nadel, welcher der Skalentheil N‘. entspricht. -
: Man übersieht leicht, dafs ebenso wie‘bei der Deklination das‘ durch
die Aenderung der Deklination. und d («1‘—g*) durch die beobachtete Aenderung
der Nadelstellung gemessen wird, wir haben daher, um diese Gröfsen durch
die Skalenablesungen auszudrücken, zu setzen: ’d (d1‘—') = — a und
da‘ = — Pt wenn die Skalen in der Richtung wachsen, . in ‚welcher die
Winkel gezählt werden. Es entspricht dann ein gröfserer Skalentheil bei der
Deklination einer gröfseren westlichen Deklination, bei der Intensität einer
gröfseren Intensität, wenn die Nadel östlich, und einer kleineren, wenn sie
westlich abgelenkt ist. Es wird daher: . ° ot, 5
aX "sinay n‘—N' ;n—N n
a3 XD 7 an gg sin (an ga ‚Dat SPORT
Ist die Nadel senkrecht auf der Verbindungslinie der Deflektoren, eo ist:
(aı'—0') = 90° oder = 270° und a1‘ = 90° + #‘ oder = 270° + @‘ und (13)
geht über in: Ve NEO TEEN a
dX {=> xxx
(138) Ko POL aa Ba
die Lamont’sche Formel. Ist das Nordende der Nadel nach Westen abgelenkt,
30 ist nach unserer Zählungsweise der Winkel %,‘<90°, wenn nach Osten
> 270°.
Ann. d Hydr. etc... 1885, Haft V.
ein, so wird: