Theorie der Lamont’schen Instrumente zur Beobachtung des Erdmagnetismus. 255
welche ebenfalls bis etwa 6° angewendet werden kann. Hat man den
Winkel A durch Beobachtung der Ausschläge nı und nz auf beiden Seiten
der Ruhelage bestimmt, so wird:
nı—nz nı—n2\3
tg dp = 7 Do
b. Unter dem Einflusse störender Eisenmassen.
Befinden sich in der Nähe des Deklinations-Instruments magnetische
Massen, welche das Nordende der Nadel um den Winkel w nach Westen ab-
Jenken, so wird die Ruhegleichung für die Nadel nach (7); da K = 0 ist:
X sin # = A sin («a—w)
Differentiiren wir diese Gleichung, wobei nur A als konstant angesehen
wird, so erhalten wir:
aX sin wo + Xg cos wo du = A cos («2—)9 d («g— u)
Die Winkel &2z—wW und «2 werden gebildet von den veränderlichen
Richtungen resp. der Nadel und des magnetischen Meridians und einer fosten
Jinie, während @ der von zwei veränderlichen Richtungen eingeschlossene
Winkel ist, daher ist d («2 —W) die Aenderung, welche die Stellung der Nadel
xegen eine feste Linie erfährt und ebenso das die Aenderung der Lage des
Meridians gegen eben diese Linie, während dw sich aus beiden zusammensetzt.
Die Nadelstellung wird nun an einer Skale beobachtet und es wird daher
d (@—wW) durch die Aenderung der Skalenablesung oder durch n—N gemessen,
während dez die gesuchte Aenderung der Deklination ist. Setzen wir daher:
dp = daz—d (as—)
in die Differentialgleichung ein, so erhalten wir:
— X cos 9 + A. cos (a2— 0 Ma dX
das = X9cos Wo d («2 ww) tg vo Xe
Wandert der magnetische Meridian nach Westen oder wird die westliche
Deklination gröfser, so wird bei unserer Zählungsweise der Winkel a2 kleiner,
and wenn wir eine Aenderung der Deklination nach Westen als positiv ansehen,
30 ist zu setzen: das = — 40. Ebenso haben wir d (dz—W) = — & (a—N) zu
zetzen, wenn einer gröfseren westlichen Deklination eine gröfsere Skalen-
ablesung entsprechen soll. Machen wir diese Substitutionen, so erhalten wir:
A cos (a2—)o aX
dd = (1 + ze ) em—N) + w ig vo
worin ® = 343747 ist,
Es ist nun zu zeigen, wie die Größen Yo, «2 und S gefunden werden
0
können. Die durch die Eisenmassen bewirkte Deviation &, der Nadel wird
gefunden durch eine absolute Deklinations-Bestimmung auf dem Pfeiler des
Variations-Instruments in Verbindung mit einer solchen an einem eisenfreien
Orte, wobei selbstverständlich etwaige Aenderungen der Deklination in der
Zwischenzeit in Rechnung gezogen werden müssen.
Die Direktionskraft der Nadel, deren Magnetismus M‘ sein möge, unter
dem vereinigten Einflusse des Erdmagnetismus und der störenden magnetischen
Massen ist — M'’ [X cos w -+ A cos («2—W)], während die ungestörte Direktions-
kraft — M‘X ist. Die Direktionskraft einer Nadel ist nun direkt dem
Trägheitsmoment und umgekehrt dem Quadrate der Schwinguhgsdauer pro-
portional. Haben wir daher an dem Platze des Deklinations-Instruments die
Schwingungsdauer t einer Nadel (etwa der Deklinationsnadel selbst, nachdem
eine etwa vorhandene Dämpfungsvorrichtung entfernt worden ist) und an
einem eisenfreien Orte die Schwingungsdauer T derselben Nadel beobachtet,
so hat man:
(9)
an? K
M'’TX cos wı + A cos («2—W)] =
2
Wx =