250 Theorie der Lamont’schen Instrumente zur Beobachtung des Erdmagnetismus,
eisernen Röhren zusammengesetzt sind. Solcher Heizkörper befanden sich in
dem Theile des Gebäudes, wo die Instrumente aufgestellt waren, vier, von
denen drei in den Zimmern oberhalb des magnetischen Variations-Zimmers und
einer in einem Zimmer zur ebenen Erde sich befanden. Die Entfernungen der
Heizkörper von einem der Instrumente betrugen zwischen 4 und 7m. Da die
Röhren unter dem inducirenden Einflusse des EKrdmagnetismus zu recht kräftigen
Magneten werden müssen, so war ein erheblicher Einflufs auf den Gang der
Nadeln zu erwarten, welcher bestimmt werden mufste, ehe aus den Angaben
der Instrumente brauchbare Variationen ermittelt werden konnten. Dies geschah
am 28, Februar 1883 und, mit besonderer Sorgfalt, bei Demontirung der Instru-
mente am 24. und 25. September 1884. Einige Ergänzungsbeobachtungen,
welche sich noch als wünschenswerth herausstellten, wurden später an einem
eisenfreien Orte angestellt. Verf. dieses hatte für die Reduktion der Beobach-
tungen durch einfache Ueberlegung, ohne strenge Entwickelung, Formeln auf-
gestellt, welche »fast genau auf die von Lamont im 4. Supplement-Bande
gegebenen hinauskamen, nachher stiegen jedoch Zweifel auf, ob diese Formeln
wohl ganz richtig seien, und so wurde es daher zu einer Nothwendigkeit, die
strenge Entwickelung der Formeln vorzunehmen, und um hierbei zugleich den
Eingangs erwähnten Untersuchungen von Steen u. A., welche immer noch die
Annahme festhielten, dafs die Nadel, wenigstens sehr nahe, senkrecht auf der
Verbindungslinie der Deflektoren stehe, eine gröfsere Allgemeinheit zu geben,
so wurde dabei von einer Voraussetzung über die Stellung der Nadel ganz ab-
gesehen und nur die Beschränkungen bezüglich der Lage der magnetischen Axe
der ablenkenden Magnete beibehalten, welche sich aus den nachstehend auf-
geführten Ablenkungsarten ergeben.
A. Verschiedene Ablenkungsarten, welche bei den Lamont’schen Instrumenten
zur Anwendung kommen,
Wir geben im Folgenden, ohne auf das Detail der Ableitung einzugehen,
die Ausdrücke für einige Ablenkungsarten, welche bei den Lamont’schen
Variations-Instrumenten zur Verwendung kommen.
1. Die Axe des ablenkenden Magnets sei nach dem Mittelpunkte der
abgelenkten Nadel gerichtet und bilde einen beliebigen Winkel mit dem
magnetischen Meridian.
In nebenstehender Figur sei
MM, bezw. mm, der magnetische
Meridian, ns die freie Nadel, NS
der ablenkende Magnet; die Nadel
bilde den Winkel Men = g, die
Axe des Magnets NS den Winkel
mCN = McC = « mit dem magne-
tischen Meridian, und es sei die
Entfernung der Mittelpunkte von
Nadel und Magnet Cc = e. Be-
züglich der Winkel « und @ sei
ein für alle Mal bemerkt, dafs wir
dieselben stets von N durch W
herum von 0° bis 360° zählen,
sowie dafs immer die Richtung
nach dem Nordende der Nadel
den Winkel @ mit dem Meridian
bildet.
Unter Beibehaltung der La-
mont’schen Bezeichnungen wird
M dann:
I (e-+x) x’ sin («—ff) ,
WE sin —— / es x 2 (645) x cos (ag) 0m dm
K
ja}
woraus:
| 2M _ 1 f „Ma „Mg
Xsing = 73 sin (e—d) [1 + I x —3 m (1-5 cos «—)! +00
m