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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Kleine hydrographische Notizen. 
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befand sich eine gleichmäfsig graue Regenwolke. Wind und Regen waren nicht 
besonders heftig, desto bemerkenswerther war der überaus regelmäfsige Verlauf 
der Erscheinung. Barometrische Schwankungen wurden nicht wahrgenommen. 
12. Ueber das Vorhandensein der Walker-Insel.') Nach dem 
Berichte des Kommandanten S. M. S. „Prinz Adalbert“, Kapt. z. See Mensing I, 
vom 13. Januar d. J. passirte das Schiff die beiden in der „List of reported 
dangers in the North Pacific Ocean“ unter No. 986 und No. 1016, sowie in 
der Segelanweisung von Findlay „North Pacific Ocean“, 1870, Seite 697, für 
die Walker-Insel angegebenen Positionen am 18. November 1884 bei klarem 
Wetter und gutem Besteck, ohne von einer Insel oder Untiefe etwas entdecken 
zu können. 
13. Lage der Tetuaroa-In.?) Nach dem Bericht desselben Komman- 
danten ist die in Findlay’s „South Pacific Ocean“, 1877, Seite 599, angegebene 
Position der nördlich von Tahiti gelegenen Inselgruppe Tetuaroa (17° 2' S-Br 
and 149° 47‘ W-Lg) nicht richtig. Kine Längenbestimmung in unmittelbarer 
Nähe derselben ergab die Position ziemlich übereinstimmend mit der Britischen 
Admiralitäts-Karte No. 783 (XI: 213): 149° 33‘ W-Lg, 17° 4 S-Br. 
14. Einfahrt nach Papeete auf Tahiti.®) Derselbe Kommandant 
berichtet, dafs die Angaben in Findlay’s „South Pacific Ocean“, 1877, S. 594, 
über die Einfahrt nach Papeete unrichtig sind. Der Papeete-Pafs hat nicht 
unter 9'/am (5'/4 Fad.) Wassertiefe. Zum Einsteuern in diesen Pafs sind an 
Land Obelisken aufgestellt; im Pafs ist eine weilse stumpfe Tonne gelegt. Die 
Britische Admiralitäts-Karte No. 1382 (XII: 173) giebt genaue und anschauliche 
Daten über das Einsteuern in diesen Hafen, doch dürfte noch hinzuzufügen sein, 
dafs Dampfschiffe sich mit der Maschine für volle Fahrt bereit zu halten und 
die Papeete-Pafs-Boje dicht an B-B.-Seite zu halten haben, da die Einfahrt nur 
äußerst schmal und der Strom stets längs des Korallenriffes in Stärke von 
1-—2 Sm p. h. nach SW setzt. 
15. Flaschenpost. a) Von S. M. Knbt. „Cyclop“ wurde am 4, Juli 1883 
auf der Reise von Lissabon nach Plymouth in 39° 41,8‘ N-Br und 9° 41‘ W-Lg 
ein Zettel in einer Flasche über Bord geworfen und dieser am 1. März 1885 
an der Ostseite von Grand Turk-I., Westindien, aufgefunden und dem Hydro- 
graphischen Amte übersandt. Der Zettel ist hiernach 1 Jahr 8 Monate unter- 
wegs gewesen und hat den angedeuteten Weg voraussichtlich im Nordafrikani- 
schen und Nord-Aequatorial-Strom zurückgelegt. 
b) (D.S.) Durch Vermittelung der Kaiserlich Deutschen Gesandtschaft 
in Portugal ist der Seewarte ein Flaschenpostzettel zugegangen, welcher von 
der deutschen Bark „Nubia“, Kapt. E. Thamen, auf der Reise von Rotterdam 
nach Zanzibar am 4, Dezember 1884 auf 16° 13‘ N-Br und 21° 53‘ W-Lg über 
Bord geworfen und bei der Insel Sal (Kap Verden) in etwa 16° 52‘ N-Br und 
22° 55‘ W-Lg aufgefunden wurde. Das Datum, wann die Flasche gefunden 
wurde, ist nicht angegeben. Der Zettel wurde am 1. März 1885 dem Kaiserlich 
Deutschen Konsulat in /iha do Sal von der dortigen Hafenbehörde eingehändigt. 
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in etwa 2!/a Mo- 
naten 70 Sm nach NWzW!/8W zurückgelegt. Es ist indels wahrscheinlich, dafs 
dieselbe vor ihrem Auffinden längere Zeit am Lande gelegen hat, oder dafls 
eine geraume Zeit verstrichen ist, bevor der Flaschenzettel bei dem Konsulat 
eingeliefert wurde. 
c) (D. S.) Durch Vermittelung des Deutschen Konsulats in Rochefort 
(Frankreich) ist der Seewarte ein Flaschenpostzettel zugegangen, welcher von 
dem deutschen Schoner „Milly“, Kapt. G. Tyrol, auf der Reise von Hamburg 
nach Jaluit (Marshall-Inseln) am 25. Juli 1884 auf 48° 18‘ N-Br und 6° 48‘ W-Lg 
1) „List of reported dangers in the North Pacific Ocean“ No. 986 und 1016. Findlay’s 
„North Pacifie Ocean“, 1870, Seite 697. . ; 
% Findlay’s „South Pacific Ocean“, 1877, Seite 599, 
3) Findlay’s „South Pacific Ocean“, 1877, Seite 594, — Ueber Papeete siehe auch „Ann. 
Ad. Hydr. ete.“, 1879, Seite 10 und 647, 1885. S. 62.
	        
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