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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Nordenskjöld’sche Expedition nach Grönland 1883. 
Resultate werden zum Theil bestätigt, zum Theil erweitert und berichtigt. Die 
eigenthümliche schichtenweise Lagerung des Wassers von verschiedener Tempe- 
ratur über und neben einander, der wir hier begegnen, und wie sie durch das 
Zusammentreffen des kalten (und zugleich salzärmeren) polaren Wassers mit den 
warmen atlantischen Strömungen bedingt ist, ein Hauptergebnifs der Forschungen, 
machen dieselben besonders interessant und lehrreich. 
In Folgendem geben wir die Resultate der Grönland-Expedition nach den 
Zusammenstellungen des die Expedition begleitenden Hydrographen A.Hamberg.‘') 
Zu den Tiefentemperatur-Messungen wurden Miller-Casella- und Negretti- 
Zambra-Thermometer, das letztere mit verschiedenen neueren Verbesserungen, 
benutzt. Wasserproben aus größeren Tiefen wurden mittelst des von F. L. Ekman 
konstruirten Schöpfapparates gewonnen. Das spetifische Gewicht wurde durch 
sehr sorgfältig adjustirte Aräometer bestimmt, deren Skala noch die vierte 
Decimalstelle angab, so dafs man mit Sicherheit auf %/100000 ablesen konnte. Da 
jedoch die Bestimmung des Chlorgehaltes mittelst Titrirmethode weit genauere 
Resultate liefert, als die direkten Messungen mit dem Aräometer, so wurde auch 
die erstere angewandt. Zur Beurtheilung der Genauigkeit dieser Bestimmungen 
mag die Angabe dienen, dafs 0,05 Procent der erhaltenen Quantität der durch- 
schnittliche Unterschied zwischen zwei mit Sorgfalt ausgeführten Analysen war. 
Da es von besonderem Interesse war, das specifische Gewicht von verschiedenen 
Wasserschichten bei der Temperatur, welche dieselben besitzen, zu bestimmen, 
die Angaben des Aräometers aber in dieser Beziehung nicht genau genug sind, 
so wurde von Herru Hamberg bei verschiedenen Wasserschichten, deren Salz- 
gehalt zwischen 2,576 und 3,526 Procent lag, das Verhältnis zwischen dem 
specifischen Gewicht und dem Chlorgehalt bestimmt mit Hülfe von Sprengel’s 
Pyknometer, und dann aus dem Chlorgehalt das specifische Gewicht für 0° 
mittelst der Formel: 
o 
Sp. Gew. Ds — 1 + C1(0,00147—0,000003 CI) 
berechnet und auf die dem Wasser zugehörige Temperatur reducirt. In der 
° 
Formel bedeutet Sp. Gew, Re der Ekman’schen Bezeichnung entsprechend, das 
specifische Gewicht bei 0° im Verhältnifs zu dem des reinen Wassers von + 4°, 
CI den Chlorgehalt in Grammen per Liter Wasser von 0°, 
In der Dänemark-Strafse ist die warme, von Kapt. Hoffmeyer 
„Irminger Strom“ genannte, von Süden aus dem Atlantischen Ocean kommende 
und die West- und Nordküste Zslands umspülende Strömung ziemlich genau 
durch die Fylla-Expedition 1877—1878 untersucht. 
Die Forschungen wurden 1879 durch die „Ingolf“ unter Kapt, Mourier 
fortgesetzt und erweitert. Die von letzterem und Kapt. Hoffmeyer zusammen- 
gestellten Ergebnisse dieser Expeditionen sind in diesen Annalen 1880, S. 173 
bis 193 und S, 494 bis 496, 1881, S. 237 bis 240, ausführlich mitgetheilt. Wenn- 
gleich sich diese Untersuchungen auch auf den polaren Strom erstreckten, so 
blieben dieselben doch in Bezug auf den östlichen, die Küste Grönlands be- 
rührenden Theil desselben aus dem Eingangs angeführten Grunde lückenhaft 
und finden daher eine sehr werthvolle Ergänzung durch die Forschungen der 
Grönland-Expedition. Die Resultate derselben sind folgende: 
1]. Der kalte Polarstrom Ost-Grönlands fliefst auf seinem ganzen Laufe 
zwischen 66° N-Br und Kap Farewell über einer Schicht warmen Wassers.?) 
Wenn man die gelegentliche Erwärmung der oberen Schichten unberücksichtigt 
läflst, so nimmt die Temperatur des polaren Stroms und der darunter liegenden 
Wasserschichten mit der Tiefe zu, wie folgende Tabelle zeigt: 
Tiefe in Meter 0 50 100 150 200 400 700 
+ 0.1 O0 0,0 + 1,0 + 3,0 — — 
Temperatur °C (To — —07 — — +02 +40 
— 0,7 — 1,5 Sn 0,7 -+> 15 + 81 — — 
1 „Proceedings of the R. Geogr. Society“, 1884. Vol. VI, No. 10. 
. ?) Nach den Diskussionen Hoffmeyer’s reicht der kalte Strom in dem westlichsten Theile 
der Dänemark Strafse bis auf den Meeresboden. Annalen 1880 S. 178, 1881 S. 238 ad 3.
	        
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