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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

‚Ar. 
Kleine hydrographische Notizen, 
5. Ankerplatz bei der Insel Santorin. Griechischer Archipel. 
(„Hydrographische Nachricht“ No. 9/52. Pola 1885.) Derselbe Kommandant 
hat in Bezug auf die Ansegelung bezw. Auffindung des Ankerplatzes bei der 
Insel Santorin !) berichtet, dafs man sowohl die Spitze Stakti auf Neo Kaimeni 
mit der südlichsten der drei auf Theresia befindlichen Windmühlen, als auch 
die auf der Höhe über der Athenous-Bucht alleinstehende Windmühle mit dem 
nördlichsten Hause unten am Strande in Deckpeilung bringen mus. 
6. Aukerplatz in der Suda-Bucht. Insel Candia, Griechischer 
Archipel. („Hydrographische Nachricht“ No. 9/44. Pola 1885.) Derselbe 
Kommandant hat ferner berichtet, dafs der beste Ankerplatz in der Suda- 
Bucht *) auf der Höhe des türkischen Arsenals auf 24 bis 30m Wassertiefe ist, 
and zwar näher an dem südlichen (Arsenals-) Ufer und nicht an dem nördlichen, 
weil dort der Grund aus lockerm Schlamm besteht und nicht gut haltbar ist. 
Die Nordwinde sind in der Bucht nicht zu fürchten, wohl aber Südwinde, 
welche zuweilen von orkanartigen Böen begleitet sind, die jeden Verkehr mit 
dem Lande unterbrechen. In den Monaten Januar und März treten beinahe 
vegelmäfsig südliche Stürme auf, 
7. Hafen von Messina. Nach dem Bericht des Deutschen Konsulats 
in Messina hat sich die Kaimauer vor den in der Südwestecke des dortigen 
Hafens liegenden Magazzini Generali von der hinter ihr liegenden Erde gelöst, 
30 dafs ein Einsturz derselben zu befürchten ist und es nicht räthlich ist, Schiffe 
dort festzumachen. Ebenso soll der sogenannte Kriegshafen in der nordöst- 
lichen Ecke des Hafens cinen wenig sicheren Ankerplatz bieten. Bei einem 
Sturm am 19. März wurden hier die Poller, an welchen die italienischen Schiffe 
„Dandolo“ und „Principe Amadeo“ mit Trossen festgemacht hatten, losgerissen. 
Das Kaiserliche Konsulat empfichlt Kriegsschiffen, in der Nähe der Marina zu 
ankern und hierzu die Erlaubnifs des Hafenkapitanats sich zu erwirken. 
8, Wassertiefen an der Ostküste von Afrika. S. M.S. „Gneisenau“ 
iothete aufserhalb der in der Br. A.-K. No. 670 (Tit. IX, No. 86) an- 
gegebenen äufsersten Lothungslinie in 0° 27,6‘ S-Br und 42° 35‘ O-Lg eine 
Wassertiefe von 12m, dann bei Südkurs in schneller Reihenfolge 14, 18, 28 
and 30m, worauf der Thomson’sche Lothapparat mit 116m Leine keinen Grund 
mehr gab. Hiernach scheinen sich die flachen Stellen und Untiefen weiter nach 
Osten zu erstrecken, als dies auf der Karte angenommen ist, und es ist gerathen, 
diesen Theil der Küste in einer Entfernung von ca 10 Sm zu pDpassiren. 
9. Lage der Los Reyes-Inseln. Stiller Ocean. Die auf S. M. Knbt. 
„Hyäne“ am 25. Dezember 1884 angestellten Peilungen ergaben, dafs die Los 
Reyes-Inseln in der grofsen Segelkarte Tit. XI, No. 210 (Br. A.-K. No. 780) 
um 4 Sm zu weit südwestlich eingetragen sind; in der Karte Tit. X, No. 163 
'Br. A.-K. No. 769) dagegen ist ihre Lage richtig angegeben. 
10. Schiffbarkeit des Bimbia-Flusses, Camerun-Gebiet. Bei 
einer Rekognosecirung der Mündung des Bimbia fand S. M. Kr. „Möwe“ nirgends 
anter 5,5m Wasser; das Passiren der Barre mit dem Schiffe machte keine 
Schwierigkeit; weiter aufwärts wird das Wasser tiefer. Ca 2 Sm flulsaufwärts 
beginnt ein gleichmäfsiges tiefes und breites Fahrwasser, welches überall, so 
weit es verfolgt worden ist, 15 bis 20m Wasser und darüber aufweist und 
mindestens 7 Sm aufwärts sehr viel einfacher zu befahren ist, als der Camerun. 
1l. Beobachtung eines Tornado. In der Nacht vom 29. bis 30. De- 
zember 1884 passirte S. M. Kr. „Möwe“ vor Gabun einen Tornado. Nachdem 
es längere Zeit im Horizont geblitzt und gedonnert hatte, entwickelte sich ein 
regelmäfsig geförmter schwarzer Wolkenring, welcher bis zum Zenith emporstieg 
und fast den halben Horizont einnahm. Innerhalb dieses schwarzen Ringes 
‘) Vgl. „Mediterranean Pilot“, Part IV, 1882. pag. 102. 
2) a. a, O. pag. 299,
	        
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