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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Kleine hydrographische Notizen. 
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Ballast. Früher stand es dem Kapitän gewöhnlich frei, seinen Ballast 
dort zu löschen, wo es ihm am billigsten wurde, wofür er 10 bis 20 Cents pro 
Tonne zu zahlen hatie. Jetzt.aber haben die Holzexporteure sich auch dieses 
Erwerbszweiges bemächtigt; sie berechnen dem Schiff 50 Cents pro Tonne für 
das Löschen des Ballastes und bestimmen den Ort, wo dieses geschehen soll. 
Mit welchem Recht sie dieses thun können, ist freilich schwer einzusehen, denn 
die Chartepartie sagt nichts über irgend welche Befugnisse des Kaufmanns 
hinsichtlich des Löschens des Ballastes. Letztere haben freilich auf keinen 
ernstlichen Widerstand seitens der Schiffsführer gestofsen, welche es begreif- 
licher Weise vorziehen, in einem verträglichen Verhältnisse zu ihren Abladern 
zu stehen, 
Desertion der Schiffsleute, . Bin sehr grofser Uebelstand in Pensacola, der 
zwar fast in jedem Hafen der Vereinigten Staaten zu finden, hier aber besonders 
stark entwickelt ist, besteht in dem Entweichen'der Seeleute, mit denen ein 
förmlicher Handel getrieben wird. Selten bleibt ein Schiff davon verschont, 
dafs ein Theil seiner Mannschaft fast gewaltsam zur Desertion verleitet wird, 
und der Kapitän geräth ‘dadurch in die Nothwendigkeit, gegen Zahlung von 
hohen. Heuern andere Leute anzumustern, die aufserdem manchmal nicht viel 
werth und oft ganz unbefahren sind. Würde diesem Unwesen auf gesetzlichem 
Wege ein Ende gemacht, so würden nicht nur den Rhedern, deren Schiffe Häfen 
der Vereinigten. Staaten besuchen, grofse Summen erspart, sondern auch den 
Seeleuten, die man hier, wie gesagt, fast gewaltsam zum Desertiren bringt, 
eine große Wohlthat erwiesen werden. Man mufßs bedenken, dafs die hohen 
Heuern nicht den Seeleuten, sondern nur den Heuerbaasen und ihren Helfers- 
helfern. zu Gute kommen, Dafs sich durch das Eingreifen der Behörden etwas 
erreichen läfst, beweisen die Verhältnisse in anderen Ländern. In England, 
wo jenes verwerfliche Geschäft früher ebenfalls stark betrieben wurde und für 
die Schlafbaase recht einträglich war, ist dasselbe jetzt, seitdem es gesetzlich 
mit hoher Strafe bedroht ist, und. seitdem das „Board of trade“ die sogenannten 
Orimps aufs Korn genommen hat, zu einem sehr gewagten geworden. Was 
beispielsweise in Quebec und Montreal in der Unterdrückung der Desertion von 
Seeleuten zur Zeit geleistet wird, darüber giebt die in Quebec erscheinende 
„Weekly Chronicle“ vom 6. März 1884 einen interessanten Bericht. Derselbe 
lautet in der Uebersetzung: „Seit mehreren Jahren ist für die Häfen von Quebec 
und Montreal eine polizeiliche Behörde eingerichtet, um Ordnung unter den 
Seeleuten und den sogenannten Crimps zu halten. Zur Unterhaltung dieser 
Behörde wird von allen Schiffen, die nach Quebec und Montreal kommen, eine 
Abgabe von 3 Cents für die Tonne gehoben, einerlei, ob die Schiffe See- 
schiffahrt oder Binnenschiffahrt betreiben. Schiffe bis zu einer Gröfse von 
100 Tonnen sind verpflichtet, diese Abgabe einmal, Schiffe über 100 Tonnen 
zweimal im Jahre zu entrichten, wenn sie innerhalb dieser Zeit öfter nach 
Quebee oder Montreal kommen. Die Flufspolizei in Quebec besteht einschliefslich 
des Chefs und des ersten Konstablers, der zugleich Vorsteher der Musterungs- 
behörde ist, aus 37 Personen. Während des Jahres 1883 wurden in Quebec 
611 Seeleute verhaftet, 304 unter diesen wegen Desertion von Schiffen. Anderer- 
seits wurden 1940 Seeleute von der Polizei il Schutz genommen und unter- 
stützt. Zur Aufrechterhaltung der Strompolizei in Quebec waren in dem Fiskal- 
jahre, welches am 30. Juni 1883 endete, 22520 Doll, 41 Cts, erforderlich. An 
Gebühren wurden von den Schiffen in demselben. Zeitraum 20 203 Doll. 38 Cts. 
erhoben; es wurde also mit einem Deficit von 2317 Doll. 3 Cts. abgeschlossen. 
Die ganze für die Hafen- und Flufspolizei in Quebec und Montreal während des 
Fiskaljahres 1882/83 verbrauchte Summe belief sich zusammen auf 38 318,65 Doll., 
während die von den Schiffen für denselben Zweck erhobenen Gebühren im 
Ganzen 28 060,02 -Doll. betrugen. Die Einnahmen dieses Fiskaljahres waren 
aber 6639,69 Doll. höher, als in dem vorangegangenen, während die Ausgaben 
in dem entsprechenden Zeitraum 3997,91 Doll. geringer ausfielen.“ = 
2. Berichtigung der Segelanweisung für das Needles-Fahr- 
wasser und einiger Untiefen bei der Insel Wight. Südküste von 
England. Signalstationen.an der Südküste Englands, („Aydrographic 
Notice“ No, 1. London 1885.) Nach einem Bericht des Staff- Commander 
Ann. d. Hydr. ete., 1885, Hoft IV.
	        
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