=
AZ
Kieine hydrographische Notizen.
5. Niederlande . . . .—20
a. nördl. . — 1,0
6. Oesterreich, b. mittl. . — 1,1
ce, südl. , — 1,5
7. Schweiz .
Südliches Plateau. . — 0,
Mittleres » 000 +0
Nördliches „ . . —29
Pacifischof En £ nn
Küste | qüdl. „ — 01
Kleine hydrographische Notizen.)
1. (D. S.) Ueber die Verhältnisse in Pensacola. (Aus den
Reiseberichten des Kapt. C. Scheibe, Bark „Oberbürgermeister von Winter“.)
Da sich in neuester Zeit namhafte Umgestaltungen in den Schiffahrtsverhältnissen
und in den Einrichtungen in Pensacola@ vollzogen haben, so halte ich für an-
gezeigt, meinem in diesen Annalen, Jahrgang 1883, Heft VII, erschienenen
Bericht über den genannten Hafen einige Ergänzungen hinzuzufügen,
Lotsenwesen. Die freie Konkurrenz unter den Seelotsen, welche früher
— noch im Winter 1882/83 — bestand, und welche dieselben nöthigte, mit
ihren Fahrzeugen weit in See hinaus zu gehen, um die Schiffe aufzusuchen, ist
Jadurch beseitigt worden, dafs sämmtliche Lotsen sich zu einer für gemein-
schaftliche Rechnung arbeitenden Gesellschaft vereinigt haben. Anstatt dafs
die Lotsen früher mit ihren schnell segelnden Loggern oft schon 50 bis 100 Sm
von der Küste entfernt anzutreffen waren, halten sie sich jetzt gewöhnlich in
anmittelbarer Nähe der Barre auf. Es ist sogar vorgekommen, dafs am hellen
Tage und bei gutem Wetter Schiffe stundenlang vor der Barre auf den Lotsen
haben warten müssen. Vielleicht erfährt das Lotsenwesen dieses Platzes eine
Verbesserung, wenn es, wie beabsichtigt, in ein staatliches Unternehmen um-
gewandelt wird.
Schleppdienst. Während im vorigen Sommer freie Konkurrenz unter den
Schleppdampfern herrschte und daher der Schlepplohn nicht unverhältnifsmäfßsig
hoch war, sind die Rheder der verschiedenen Schleppdampfer im letzten Herbst
zu einer Verbindung zusammengetreten, haben einen einheitlichen höheren Tarif
eingeführt und dadurch die Schiffsabgaben um ein Erhebliches vermehrt. Da
nun jeder Holzexporteur die für ihn bestimmten Schiffe durch seine eigenen
Dampfer schleppen läfst, so bleibt in dieser Hinsicht Manches zu wünschen
übrig. Ich habe bemerkt, dafs Schiffe 8 Tage nach ihrer Ankunft still liegen
mufsten, bevor der Kaufmann sie an die Ballastwerfte schleppen ließ, und
nachdem sie den Ballast gelöscht hatten, mufßsten die häufig sehr ranken Schiffe,
die nicht leer stehen können, mitunter lange warten, bis sie so viel Ladung
erhielten, um ohne Gefahr auf ihren Ladeplätzen in der Bai vor Anker liegen
zu können. Aber erst von diesem Zeitpunkt an beginnen ihre Ladetage. Kin
deutsches Schiff, welches mit mir zugleich ankam, konnte aus dem eben an-
geführten Grunde erst drei Wochen später nach seinem Ladeplatz in der
Bai gehen.
Wasserstand auf der Barre. Der Umstand, dafs der Wasserstand auf
äer Barre meistens nur 5,7 bis 6,3m (19 bis 21 Fufs), selten aber mehr als
6,6m (22 Fufs) beträgt, und dafs die meisten Schiffe, welche diesen Hafen be-
suchen, 5,7m (19 Fuß) und darüber tief gehen, verursacht diesen gewöhnlich
einen mehr oder weniger langen Aufenthalt, bevor sie in See gehen können,
und es ist ein besonderer Glücksfall für die tiefstechenden Schiffe, wenn sie
dieses bewerkstelligen, ohne auf der Barre zu stofsen. Diesem Uebelstande
soll durch ein energisches Baggern auf der Barre abgeholfen werden. Der
Unternehmer hat sich verpflichtet, den Wasserstand daselbst binnen Kurzem
auf 7,2m (24 Fufs) bei gewöhnlichem Hochwasser zu bringen, welches, wenn
es sich verwirklicht, für Pensacola von einer grofsen Bedeutung sein wird.
ty Die mit (D. $.) bezeichneten Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet.