Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Dezember 1884. 9237
am 2. Oktober geendet hatte, vergingen vier Tage bei leichter, von Stillen
unterbrochener Mallung, bis unweit 8,8° N-Br in 23,2° W-Lg ein zwei Tage
lang anhaltender, mäfsiger Westwind' angetroffen wurde. Der Mitsegler
„Esmeralda“, der weder SW-Monsun, noch auch nur eine Spur von westlichem
Winde beobachtete, wurde beim Uebergange vom Gebiete des SE- in das des
NE-Passats in solcher Weise begünstigt, dafs, als diese Bark am 3. Oktober
die äquatoriale Passatgrenze erreichte, „Rajah“ sich noch in 7° N-Br und
23° W-Lg befand. Dieses Schiff gelangte zum Passatgebiet in 11,3° N-Br und
23,6° W-Lg erst am 10. Oktober. Die polare Passatgrenze ist nach den Beob-
achtungen in „Rajah’s“ Journal kaum zu bestimmen. Unweit von 30° N-Br
herrschte der Ostwind für kurze Zeit nur als ganz leiser Zug, doch frischte
derselbe später wieder auf und wehte dann bis: nach 38,5° N-Br hin ganz
beständig. Als der Wind sich unweit dieses Punktes am 27. Oktober nach SE
veränderte, zeigte das. Barometer auf 766,0 mın.. In geringer Entfernung von
35° N-Br in 37° W-Lg war ein höchster Stand von 775,0 mm abgelesen worden.
Den vom 27. Oktober ab noch ‚vorliegenden Reiseabschnitt konnte „Rajah“
fast ganz bei westlichem. Winde vollenden. Ein frischer NW-Wind führte das
Schiff auch am 7. September in Sicht von Lizard. Es waren dann 153 Tage
seit der Abreise von Singapore, und 117 Tage nach der Abfahrt von der
Sunda-Strafse vergangen. Im Nordatlantischen Ocean hatte man 40 Tage zu-
gebracht, und dort: 10° N-Br in 23,5° W-Lg am 9. Oktober, 20° N-Br in
30° W-Lg am 16. Oktober, 30° N-Br in 34,2° W-Lg am 22. Oktober und
40° N-Br in 33,4° W-Lg am 28. Oktober gekreuzt. Der Mitsegler „Esmeralda“
gelangte zur Kanal-Mündung am 2. November.
17. Reise des Geestemünder VcSÄschiffes „Andromeda“, Kapt. J. Schäffer.
Yon dem auf einer Reise von Cardıf nach Hongkong begriffenen Voll-
schiff „Andromeda“ wurde am 18, September 1883 der Parallel von 50° Nord
überschritten. Auf seinem Wege nach Süden traf dasselbe zunächst umlaufende
Westwinde an, die keinen raschen Fortschritt erlaubten. Nachdem man aber
bis zum 27. September nach 40,4° N-Br in 13° W-Lg gelangt war, veränderte
sich dort der frische Wind von NNW durch N nach NNE und gewährte dem
Schiff eine äufserst günstige Gelegenheit zur Förderung der Reise, Aus diesem
Winde entwickelte sich später der Passat, ohne dafs vorher von Mallung eine
Spur angetroffen wurde. Ein höchster Luftdruck von 767,5 mm wurde in der
Nähe von 33° N-Br in 18,5° W-Lg beobachtet. Der zwischen 30° und 19° N-Br
am kräftigsten auftretende Passat begleitete das Schiff bis nach 11° N-Br in
26° W-Lg. In geringer Entfernung von diesem Punkte veränderte sich der für
kurze Zeit schwache Wind am 8. Öktober nach SE und bald darauf durch S
nach SW. „Andromeda“ konnte dann für einen Tag bei frischem SW-Winde
zegeln. Als man sich aber am 10. Oktober in etwa 9,5° N-Br und 27° W-Lg
befand, stellte sich leichte, oft von langer Stille unterbrochene Mallung ein,
bei der sich nur ein sehr langsamer Fortschritt erzielen liefs. Das, Schiff
gelangte bis zum 21. Oktober nach 5,7° N-Br in 27,2° W-Lg und traf dort
dann den SE-Passat an, bei welchem es bis zum 24. Oktober zu dem in 32,3°
W-Lg überschrittenen Aequator segelte. Um zu demselben von 50° N-Br her
zu gelangen, waren 836 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte
man: 40° N-Br in 13,8° W-Lg am 27. September, 30° N-Br in 19,2° W-Lg
am 1. Oktober, 20° N-Br in 25° W-Lg am 4. Oktober und 10° N-Br in
27° W-Lg am 10. Oktober gekreuzt. Die eiserne Hamburger Bark „Canopus“,
welche, nach Sydney ‘bestimmt, den Kanal am 16. September verlassen hatte,
verliefs die nördliche Halbkugel in 27,6° W-Lg am 29, Oktober, ;
Im Südatlantischen Ocean wurde „Andromeda“ von dem nur in geringer
Stärke wehenden Passat nicht weiter als nach 15,5° S-Br in 30,5° W-Lg
begleitet. Als das Schiff sich am 3. November in der Nähe dieses Punktes
befand; veränderte sich der zum ganz leisen Zuge abgenommene Wind nach NE,
und indem er die Drehung nach links fortsetzte, kehrte er durch N, W und S
nach SE zurück. Von 17° S-Br ab segelte man wieder bei einem, alle
Anzeichen des Passates besitzenden frischen SE-Winde. Erst unweit von
32,5° S-Br in 21,5° W-Lg veränderte sich der inzwischen wieder schwach
gewordene Wind noch einmal nach NE, um dann während des nächsten Tages
N