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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Fernando Po. 
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reichlich zu billigen Preisen zu haben und werden von hier nach den benach- 
barten Orten des Festlandes exportirt. Früchte erhält man auf den Plantagen 
reichlich, weniger in /sabel selbst. Es wurde leicht die Erlaubnifs erwirkt, 
von einer westlich von der Gravina-Bucht gelegenen Plantage ein Boot voll 
Früchte für die Mannschaft zu holen. In der Carlos-Bai sind ebenfalls reichlich 
Früchte zu erhalten. Dies erscheint als bemerkenswerthe Annehmlichkeit für 
die Schiffsbesatzung, denn an Küstenpunkten des Festlandes ist eine solche 
Ausnahmeverpflegung nicht leicht zu beschaffen. 
Aufser dem Gouverneur, zwei Aerzten und den Offizieren und weißen 
Mannschaften der Hulk „Trinidad“, zusammen ca 14 Spaniern, befinden sich an 
Europäern nur Missionäre und Angestellte einer englischen Faktorei auf der 
Insel. Der englischen Firma John Holt & Co. ist die Aufsicht. über das 
englische Kohlenlager übertragen, ebenso die Agentur der vereinigten 
englischen Dampfer-Gesellschaften. Das englische Kohlendepot besteht aus 
einem eisernen Schuppen, welcher an der Gravina-Bai unfern Pilon Point nahe 
dem Strande steht und auf einem sehr soliden eisernen auf Granitquadern ver- 
bolzten Unterbau errichtet ist (nach einer Inschrift durch eine Arbeitsabtheilung 
von Bord der „Danae“ 1869). Daneben: befindet sich noch ein Quantum frei 
Jagernder Kohlen und ein offener Schuppen für einen Kohlenprahm, während 
zwei kleinere Prähme vor dem Strande verankert sind. Landungsbrücke oder 
sonstige Ladeeinrichtungen sind nicht vorhanden, Ein Depot von sonstigen 
Schiffsbedürfnissen für die englische Marine besteht nicht. 
Es ‚ergiebt sich sonach, dafs Fernando Po in vieler Beziehung mehr 
bietet als irgend ein anderer Ort an der westafrikanischen Küste. Man findet 
hier einen sicheren leicht zugänglichen Hafen, gutes Wasser und gelegentlich 
Gemüse (Yams) und Früchte für die Mannschaft. Dagegen ist der Ort zweifellos 
nicht absolut gesund, frisches Fleisch ist nicht in hinreichenden Quantitäten zu 
haben, der Ort eignet sich nicht zu Beurlaubungen für die Mannschaft 80, wie 
die Verhältnisse jetzt sind. 
Wenn man andere Punkte der Küste hiermit in Vergleich stellt, so ist 
zunächst Eloby zu nennen. Dort sind die Gesundheits- und klimatischen Ver- 
hältnisse besonders günstig. Die kleine, für sich abgeschlossene Insel, auf 
welcher nur einige deutsche Faktoreien stehen, bietet Raum, Vorräthe. jeder Art 
zu lagern, der sandige Strand, ringsum der ausgedehnte Raum ruhigen 
Wassers der Corisco-Bucht, Alles ist vorzüglich geeignet für Exereitien, Arbeiten 
und Erholungen der Besatzung eines Kriegsschiffes. Gelegentlich ist hier auch 
die Beschaffung von frischem Fleisch und von Fischen möglich. Dagegen hat 
Eloby den Nachtheil, dafs es nur bei klarem Wetter und bequem nur für 
Kaunonenboote und Kreuzer zugänglich ist und gänzlichen Mangel an frischem 
Wasser leidet. Beachtenswerth ist noch, dafs die Regenzeit in Kamerun und 
Fernando Po mit der trockenen und zugleich auffallend kühlen Jahreszeit 
in Eloby zusammenfällt. 
Hydrographische Forschungen der Nordenskjöld’schen Expedition 
nach Grönland, 1883. 
Die im Sommer 1883 ausgeführte Expedition Nordenskjöld’s nach 
Grönland, deren Hauptzweck es war, die dortigen Eisverhältnisse fostzustellen, 
hat auch auf dem Gebiete der Hydrographie Nennenswerthes geleistet. Die 
hydrographischen Forschungen erstreckten sich besonders auf die Temperatur- 
und specifischen Gewichts-Verhältnisse der Grönland umschliefsenden Gewässer, 
und die aus diesen abgeleitete Vertheilung und Bewegung des Wassers. 
Dieselben vervollständigen wesentlich die Reihe der bisher angestellten 
Messungen, welche meistens nur von Bord ausgeführt wurden und sich daher 
nicht bis in die unmittelbare Nähe der Küste erstreckten. Die auf diesen 
früheren Expeditionen, von denen besonders die der „Fylla“ und „Ingolf“ in 
den Jahren 1877, 1878 und 1879 hervorgehoben zu werden verdienen, erhaltenen
	        
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