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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Dezember 1884. 
liegende Strecke mufste zum gröfsten Theil bei schwachem SW-Winde zurück- 
gelegt werden. Am 9. April gelang es schliefslich, die Sunda-Straße zu 
erreichen. Nachdem später auch Sunda-See und Banka-Strafse durchsegelt 
worden waren, wurde am 24. April auf der Rhede von Singapore geankert. Um 
zu derselben von Lizard her zu gelangen, waren 115 Tage erforderlich gewesen. 
Oestlich von 80° O-Lg im Indischen Ocean war von „Rajah“: 30° S-Br in 
100,6° O-Lg am 30. März, 20° S-Br in 103,2° O-Lg am 3. April und 10° S-Br 
in 104,6° O-Lg am 6. April gekreuzt worden. Die Bark „Capella“ hatte diesen 
letzteren Parallel in 89,5° O-Lg am 10. April überschritten. 
Nachdem „Rajah“ in Singapore die Kohlenladung entlöscht hatte, wurde 
das Schiff wieder mit einer für Linden bestimmten Ladung beladen. Am 7. Juni 
wurde die Rückreise nach diesem Platze angetreten. Nach durch Stille und 
leichte Gegenwinde ungewöhnlich verzögerter Fahrt von 36 Tagen gelangte 
„Rajah“ zum südlichen Ende der Sunda-Strafse. Von dort aus nahm die Reise 
bei frischem SE-Passat dann endlich für längere Zeit einen günstigen Verlauf. 
Südlich von 18° S-Br wurde der Passat schwächer und unbeständiger, doch 
hielt derselbe an, bis er das Schiff bis zum 31. Juli nach 21,3° S-Br in 61,2° 
O-Lg geführt hatte. In geringer Entfernung von diesem Punkte veränderte sich 
der zum ganz leisen Zuge abgenommene Wind durch N nach W. Indem sich 
der aus letzterer Richtung wieder kräftiger gewordene Wind bald durch S nach 
SE zurückveränderte, hielt sich derselbe für längere Zeit im östlichen Halb- 
kreise, Der Luftdruck, welcher in der Nähe der polaren Passatgrenze auf 
763,0 mm gezeigt hatte, stieg nun bis auf einen unweit von 23° S-Br in 55° O-Lg 
abgelesenen höchsten Betrag von 770,5 mm. Nachdem sich der Wind am 
9, August in geringer Entfernung von 28° S-Br in 45° O-Lg durch S nach SW 
verändert hatte, blieb seine Richtung für längere Zeit eine westliche, doch 
wurden später noch wiederholt Ostwinde angetroffen. In der Nähe der Süd- 
spitze Afrika’s hatte „Rajah“ mehrere heftige Weststürme, die indessen kaum 
eine besondere Erwähnung verdienen, zu überstehen. 20 Stunden vor dem am 
24. August in 35,6° S-Br und 25,3° O-Lg herrschenden NW-Sturme, dem ein 
24 Stunden anhaltender, kräftiger Ostwind voranging, herrschte ein höchster 
Luftdruck von 771,5 mm. Derselbe nahm dann in 20 Stunden bis auf 757,8mm 
ab. Ein frischer SSE-Wind führte das Schiff am 29. August in Sicht der Kap- 
stadt, und nachdem im Atlantischen Ocean dann noch wieder für mehrere Tage 
ungünstige Westwinde angetroffen worden waren, wurde bei frischem West- 
winde am 3. September der in 13,8° O-Lg überschrittene Parallel von 30° Süd 
erreicht. Südlich von demselben hatte man 18 Tage zugebracht. Auf der 
zwischen Sunda-Strafse und Südspitze Afrika’s liegenden Strecke war: 10° S-Br 
in 99° O-Lg am 15. Juli, 20° S-Br in 66° O-Lg am 29. Juli, 30° S-Br in 
37° O-Lg am 16. August, 90° O-Lg in 13,9° S-Br am 18, Juli, 60° O-Lg in 
21,4° S-Br am 2, August und 30° O-Lg in 33,3° S-Br am 21. August geschnitten 
worden, 
Der Westwind, bei dem „Rajah“ wieder nördlich von 30° S-Br gelangte, 
hielt für längere Zeit an. Unweit von 27,5° S-Br in 11,4° O-Lg, wo sich der 
Wind am 5. September, bei einem höchsten Barometerstande von 768,4 mm, 
durch S nach SE veränderte, schien der Passat einsetzen zu wollen. Doch 
nahm der Wind später noch wieder westliche Richtung an, und an mehreren 
der folgenden Tage herrschte flauer, unbeständiger Zug. Beständiger Passat 
wehte erst nördlich von 21,5° S-Br. Auch bei dem konnte das Schiff keinen 
befriedigend raschen Fortgang mehr erzielen. Am 28. September, 25 Tage 
später als 30° S-Br verlassen worden war, ging „Rajah“ in 20,2° W-Lg von 
der südlichen zur nördlichen Halbkugel über. Vorher war 20° S-Br in 
0,3° O-Lg am 12. September und 10° S-Br in 11,8° W-Lg am 20. September 
gekreuzt‘ worden. Am 28. September überschritt in 21,5° W-Lg auch die 
Hamburger, auf einer Reise von Hongkong nach London begriffene Bark 
„Esmeralda“ den Aequator. Dieselbe hatte die Sunda-Strafse am 21. Juli und 
30° S-Br in 16° O-Lg am 9. September verlassen, Das eiserne, auf der Heim- 
reise begriffene Schiff‘ hatte augenscheinlich einen grofsen Theil seiner Schnellig- 
keit verloren und konnte nicht mehr Schritt halten mit dem hölzernen Mit- 
segler. In nördlicher Breite wurde „Rajah“ bis nach 6,5° N-Br in 22,9° W-Lg 
rom SE-Passat begleitet. Nachdem der SE-Passat in der Nähe dieses Punktes
	        
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