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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Dezember 1884 
am 20. Oktober, 30° N-Br in 36,5° W-Lg am 26. Oktober und 40° N-Br in 
30,3° W-Lg am 2. November geschnitten. ; 
7. Reise der Bremer Bark „Olbers“, Kapt. H. Lahmeyer. 
Am 10. August 1884, acht Tage später als:die Klbe verlassen worden 
war, befand sich die nach Philadelphia bestimmte Bark „Olbers“ in der Nähe 
von Lizard. Leichte umlaufende Westwinde führten sie in den Ocean hinaus 
und in demselben traf man zunächst auch für längere Zeit fast keine anderen 
als westliche Winde an. Die Bark konnte daher nur in langsamer Weise nach 
Westen hin vorrücken, und auch dieses nur erreichen, weil der Wind durchaus 
nicht stürmisch war und sich häufig von einer hoch nördlichen nach einer hoch 
südlichen Richtung veränderte. Erst nachdem man westlich von 57° W-Lg 
gekommen war, wurden die Verhältnisse etwas günstiger. Für einen Tag 
wehte dort ein frischer Ostwind und an mehreren Tagen liefs sich bei kräftigem 
Nordwinde ein recht befriedigender Fortgang erzielen. Bei mäfsigem NW- 
Winde wurde am 18. September die Mündung des Delaware erreicht., Es 
waren dann 39 Tage seit der Abfahrt vom Kanal verflossen. Während dieser 
Zeit hatte man: 30° W-Lg in 48,4° N-Br am 24. August, 50° W-Lg in 43° N-Br 
am 6. September, 60° W-Lg in 42° N-Br am 11. September und 70° W-Lg in 
39° N-Br am 15. September gekreuzt. Das auf einer Reise nach New- York 
begrifene Bremer Vollschiff „Anna“, welches sich am 6. August bei Lizard 
befunden hatte, ankerte auf der Rhede von New- York am 19. September, Am 
Mittag des 14. September hatte sich „Olbers“ in 39,9° N-Br und. 67,4° W-Lg 
und „Anna“ in 40,7° N-Br und 70,4° W-Lg befunden. Indem „Olbers“ bei dem 
an diesem Tage wehenden kräftigen Nordwinde voll weg hielt nach SW, war 
derselbe im Stande, den am 16, September herrschenden SW-Wind wieder über 
den anderen Bug voll auszunützen und konnte schliefslich die Mündung des 
Delaware einen Tag früher erreichen, als „Anna“ zur Bai von New- York 
gelangte. 
Am 5. November verliels „Olbers“ den Delaware wieder, um nach 
Hamburg zurückzukehren. Westlicher Wind, bei dem die Reise angetreten 
wurde, war auch später vorherrschend, doch war das Auftreten östlicher Winde 
kein seltenes. Besonders hervorzuhebende Vorfälle ereigneten sich während 
der Fahrt nicht, und am 4. Dezember, 29 Tage später als die offene See 
erreicht worden war, befand sich „Olbers“ in Sicht von Lizard. Vorher war: 
70° W-Lg in 385° N-Br am 6. November, 60° W-Lg in 38,7° N-Br am 9. No- 
vember, 50° W-Lg in.40,4° N-Br am 15. November und 30° W.Lg in 45,3° N-Br 
am 23. November gekreuzt worden. Das Vollschiff „Anna“, welches von 
New- York aus am 2. November die Heimreise nach Bremen angetreten hatte, 
gelangte in Sicht von Lizard am 30. November. : 
jl. Reise des eisernen Bremer Vollschiffes „Rajah‘, Kapt. F. Albrecht. 
Am 31. Dezember 1883 befand sich das auf einer Reise von Newcastle 
nach Singapore begriffene Vollschiff „Rajah“ in der Nähe von Lizard. Frischer 
Ostwind führte das Schiff von dort in den Ocean hinaus. Als man sich am 
2. Januar 1884 unweit von 45,5° N-Br in 14° W-Lg befand, nahm der Wind 
südwestliche Richtung an und hinderte für mehrere Tage den Fortgang des 
Schiffes. Indem die anfangs unerwünscht grofse Stärke dieses Windes all- 
mählich geringer wurde, endete derselbe am 5. Januar in Windstille, und auf 
diese folgte nach einem Tage wieder ein in etwa 43,5° N-Br und 17,5° W-Lg 
einsetzender Ostwind. Bei diesem konnte dann für längere Zeit ein sehr 
günstiger Fortgang erzielt werden. Der meist aus südöstlicher Richtung wehende 
Wind begleitete das Schiff bis über 30° N-Br hinaus, doch entstand aus ihm 
noch nicht unmittelbar der Passat. Der südöstliche Wind veränderte sich viel- 
mehr, als „Rajah“ sich am 12. Januar in der Nähe von 28,5° N-Br und 26,2° 
W-Lg befand, durch S nach SW und wurde dann bald schwach. Es vergingen 
darauf bei leichtem, westlichem Zuge und Stille mehrere Tage, während welcher 
„Rajah“ bis nach 24,8° N-Br in 25° W-Lg segelte. In geringer Entfernung 
ron diesem Punkte, wo ein höchster Barometerstand von 766 mm herrschte, 
veränderte sich der kurz vorher durchgekommene leichte SE-Wind weiter nach 
links und wurde, indem er gleichzeitig auffrischte, zum Passat. Das Gebiet
	        
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