Eingänge. von meteorologischen Journalen etc., Dezember 1884, 933
Bei dem’ später folgenden Südwinde erreichte der Luftdruck einen höchsten
Stand von 772,3mm. Die Richtung der ferner angetroffenen Winde war meistens
eine günstige, doch konnte man bei denselben, da die Windstärke recht häufßg
eine sehr schwäche war, nur ip langsamer Weise nach Westen hin vorrücken.
Nachdem der Wind ‚sich am 2. September in der Nähe von 34° S-Br und
28° O-Lg noch einmal durch N nach W verändert hatte, hielt sich derselbe für
längere Zeit im westlichen Halbkreise und wehte von daher an mehreren Tagen
stürmisch. Zwischen 21° und 19° O-Lg wurde „Capella“ nicht weniger als
6 Tage aufgehalten. Bei frischem Westwinde konnte endlich am 13. September
die Länge der Kapstadt überschritten werden. Ein kräftiger, von 31° S-Br. ab
herrschender SE-Wind führte die Bark am 17. September zurück zu dem.in
10,5° O-Lg geschnittenen Parallel von 30° Süd,’ Südlich von demselben hatte
sie 20 Tage zugebracht, und während der Fahrt über den Indischen Ocean war
von ihr: 10° S-Br in 84,8° O-Lg am 4. August, 20° S-Br in 64° O-Lg am
11. August, 30° S-Br in 36,6° O-Lg am 28. August, 90° O-Lg in 7,8° S-Br
am 2. August, 60° O-Lg in 22,2° S-Br am 13, August und 30° O-Lg in 33,4°
S-Br am 1. September‘ gekreuzt worden. Am 11. August hatte „Capella“ sich
in Sicht von der Insel. Rodriguez und am 22, August in Sicht von. der Südspitze
Madagascar’s. befunden. Wie so viele andere Schiffe traf „Capella“ sowohl auf
der Hinreise wie jetzt auf der Rückreise im Indischen Ocean Massen von auf
der Meeresoberfläche ‚treibendem Bimstein an. Vereinzelte solche Stücke wurden
noch gesehen, als die Bark sich am 30. August in etwa 30° S-Br und 33,5°
O-Lg. befand.‘ Als „Capella“ am 6. September in 34,8° S-Br. und 26° O-Lg
bei dem zur Zeit wehenden mäfsigen Südwinde ihren westlichen Kurs verfolgte,
gerieth ‚die Bark dort plötzlich in eine sich von NO nach SW erstreckende.
Stromkabbelung, in der die Wellen derart hoch und unregelmäfsig liefen, dafs
das Schiff dem Anscheine nach von tosender Brandung umgeben war. Die sich
brechenden Wellen überflutheten das Verdeck des Schiffes in solcher Weise,
dafs Kapt. Bonnhorst sich gezwungen sah, für kurze Zeit beizudrehen. In
der Meerestemperatur waren nennenswerthe Schwankungen nicht zu bemerken.
Die Agulhas-Strömung versetzte das Schiff an diesem Tage 82 Sm nach WSW.
Nördlich .von 30° S-Br, in dessen Nähe das Barometer einen höchsten
Stand von 772,4 mm. erreicht hatte, wurde „Capella“ vom Passat begünstigt.
In der Nähe von 10° S-Br besafs derselbe nur noch geringe Stärke, doch hielt
derselbe bis zu der am 7. Oktober in 23,2° W-Lg überschrittenen Linie an.
Die Bark hatte die zwischen 30° S-Br und diesem Punkte liegende Strecke in
20 Tagen durchsegelt und auf derselben: 20° S-Br in 2,2° W-Lg am 24. Sep-
tember und 10° S-Br in 12,5° W-Lg am 30. September gekreuzt. Im Gegen-
satze zu der von Hongkong nach London bestimmten Hamburger Bark „Esmeralda“,
welche nördliche Breite in 21,7° W-Lg am 28. September erreichte und die
nachher beim Uebergange vom Gebiet des SE- in das des NE-Passats von
einem SW-Monsun keine Spur mehr angetroffen hatte, wurde „Capella“. von
einem solchen noch wieder begünstigt. Derselbe trat zwar nicht sehr beständig
auf, doch wehte der mäßige Wind zwischen 5,5° und 9,5° N-Br beständig aus
westlicher Richtung. Nördlich von der letzteren Breite wurde „Capella“ für
nahezu zwei Tage durch leichte Mallung zurückgehalten, die erst endete, als
sich am 15. Oktober der in 10,3° N-Br und 25,1° W-Lg einsetzende NE-Passat
einstellte. Dieser zunächst nur mäfsige Wind besafs nördlich von 25° N-Br
solche Stärke, dafs dadurch dessen volle Ausnutzung unmöglich: gemacht wurde.
Die polare Passatgrenze schien am 28, Oktober in der Nähe von 34,5°
N-Br in 37° W-Lg zu liegen. Der Luftdruck, welcher hier auf 765,0 mm zeigte,
hatte unweit von 28,5° N-Br einen höchsten Stand von 772,4 mm inne gehabt.
Der Passat endete, indem der noch immer kräftige Wind sich nach SE ver-
änderte, und vollendete der Wind dann während der nächsten Tage eine
unregelmäfsig verlaufende Drehung nach rechts.. Nördlich von 38° N-Br, wo
noch wieder für einen Tag Ostwind beobachtet worden war, hielt sich, nachdem
am 2. November Corvo erblickt worden war, der Wind vorherrschend im
westlichen Halbkreise. „Capella“ segelte bei. demselben bis zum 12, November
zur Mündung des Kanals. Der 12. November war der 137. seit der Abreise
verflossene Tag. Im Nordatlantischen Ocean hatte man 36 Tage zugebracht
und dort: 10° N-Br in 25° W-Lm am 14. Oktober, 20° N-Br in 29,5° W-Le