232 Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Dezember 1884.
15. TE und vom Vollschiff „Rajah“ geschah dasselbe in 442° S-Br am
21. März.
Auf dem Wege zum Passatgebiet traf „Capella“ noch ungünstigere Ver-
hältnisse an, als die gewesen waren, bei denen man die zwischen 0° und
80° O-Lg liegende Strecke hatte vollenden müssen. Leichte unbeständige
Westwinde, die nicht selten bis zum leisen Zuge abnahmen, hielten die Bark
dort derartig zurück, dal erst am 3. April die in 29° S-Br und 90° O-Lg
liegende polare Passatgrenze überschritten werden konnte. Der Passat folgte
dort auf 24stündige leichte Mallung, während welcher das Barometer einen
höchsten Stand von 767,3 mm erreichte. Der zunächst noch ganz schwache
Passat frischte nach einem Tage auf und wehte dann zwischen 27° und 11°
S-Br recht kräftig und beständig. Die nördliche Grenze des SE-Passats schien
am 12. April in der Nähe von 7° S-Br und 89,2° W-Lg zu liegen. Nachdem
der SE-Passat dort in Stille geendet und diese etwa 4 Wachen angehalten
hatte, stellte sich ein mäfsiger beständiger westlicher Monsun ein, der die Bark
bis zum 17. April zu der in 90,1° O-Lg überschrittenen Linie führte. Auf dem
Wege zu derselben war: 30° S-Br in 89,2° O-Lg am 1. April, 20° S-Br in
89° O-Lg am 7. April und 10° S-Br in 89,5° O-Lg am 10. April gekreuzt
worden, Der Mitsegler „Moltke“ erreichte die Sunda-Straßse am 7. April, und
„Rajah“ gelangte in Sicht von Java Head am 9. April.
In nördlicher Breite wurde der westliche Wind bei „Capella“ ganz
schwach und unbeständig, so dafs infolge dessen der Fortgang des Schiffes nur
ein sehr langsamer wurde. Nicht selten wurde nun die Fahrt durch Stille ganz
unterbrochen. Nördlich von 4,5° N-Br in 91,8° O-Lg, wohin „Capella“ am
24. April gelangte, waren leichte, unbeständige östliche Winde, bei denen die
Bark mit St-B.-Halsen segelte, vorherrschend. Ein auch nur einigermafsen
beständiger NE-Monsun wurde nicht mehr angetroffen. Der am weitesten nach
Westen gelegene Punkt, welchen „Capella“ am 30. April berührte, war 89,6°
0-Lg in 11,8° N-Br. Später wurde öfter mit B-B.-Halsen gesegelt, und nachdem
man bis zum 8. Mai nach 14,3° N-Br in 91° O-Lg vorgerückt war, konnte bei
der sich von dort ab meistens in südlicher oder westlicher Richtung haltenden
leichten Briese Kurs für den Bestimmungshafen gesteuert werden. Am 11. Mai
befand sich „Capella“ in Sicht von Preparis Island, und am 14, Mai ankerte
die Bark in der Nähe von China Buckeer. Es waren dann 147 Tage seit der
Abfahrt von 50° N-Br vergangen. Im Busen von Bengalen hatte „Capella“:
5° N-Br in 92,2° O-Lg am 25. April und 10° N-Br in 90° O-Lg am 28. April
geschnitten. Der Mitsegler „Rajah“ ankerte auf der Rhede von Singapore am
24. April.
Am 28. Juni ging die mit Reis beladene „Capella“* wieder von Rangoon
aus in See, um nach einem englischen Orderhafen zurückzukehren. Bei dem
SW-Monsun wurde zunächst für 2 Tage mit St-B.-Halsen, später auch häufig
mit B-B.-Halsen gesegelt. Die Bark gelangte dann bis zum 5. Juli nach
10° N-Br in 96,4° O-Lg und bis zum 8. Juli in Sicht von der NW-Spitze
Sumatra’s. Hier mußte längere Zeit gekreuzt werden. Da der Monsun nicht
mit zu grofser Stärke webte, auch wiederholt für kürzere Zeit von unbeständigen
Winden unterbrochen wurde, gelang es doch, am 15. Juli 5° N-Br in 93,8° O-Lg
zu überschreiten. Südlich von 1° N-Br wurde die Fahrt für mehrere Tage
durch Stille und leichte Mallung verzögert, so dafs erst am 24, Juli der Aequator
in 95,4° O-Lg überschritten werden konnte. Der 24. Juli war der 26. seit der
Abreise verflossene Tag.
In südlicher Breite hielt die von häufigen Stillen unterbrochene, aus
südlicher oder westlicher Richtung kommende Mallung an bis nach 2,8° S-Br
in 94,5° O-Lg. Als „Capella“ sich am 30. Juli in der Nähe dieses Punktes
befand, setzte dort endlich der SE-Passat ein, bei dem sich für längere Zeit
ein befriedigender Fortgang erzielen lief. Nachdem 20° S-Br überschritten
worden war, nahm der Passat bis zum leichten Winde ab, und am 13. August
endete derselbe in der Nähe von 22° S-Br und 60,3° O-Lg. Dasselbe erfolgte
nicht, indem sich der Wind in normaler Weise nach NE veränderte, sondern
der Passat nahm dort bei einem höchsten Barometerstande von 765,8 mm bis
zum ganz leisen Zuge ab und veränderte sich dann nach SSW. Als bald darauf
aber wieder Ostwind folgte, drehte dieser in kurzer Zeit durch N nach W.