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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge. von ‚meteorologischen .Journalen ete,, Dezember 1884. 231 
Ocean hatte man 45 Tage zugebracht‘ und dort: 10° N-Br in 25° W.Lg am 
21. Oktober, 20° N-Br in 32,5° W-Lg am 27. Oktober, 30° N-Br in 37,2° W-Lg 
am. 4. November und 40° N-Br in 33° W-Lg am 13. November gekreuzt. 
6. Reise der eisernen Bremer Bark „Capella“, Kapt. J. Bonnhorst. 
Die auf einer Reise von Cardiff nach Rangoon begriffene Bremer Bark 
„Capella“ überschritt am 19. Dezember 1883 den Parallel von 50° Nord. Bei 
leichtem. nordwestlichem Winde konnte dieselbe anfänglich in ziemlich befriedi- 
gender Weise nach Süden hin vorrücken.. Nach wenigen Tagen nahm der 
Wind aber südwestliche Richtung an, worauf der Verlauf der Reise dann ein 
jangsamerer wurde. Auf wiederholt einsetzenden‘ Ostwind folgte doch stets 
bald wieder ungünstiger SW-Wind. Der letztere Wind begleitete das Schiff 
bis nach 24° N-Br in 22,7° W-Lg. In geringer Entfernung von diesem Punkte 
veränderte sich der schwache Wind am 15. Januar bei auf 767,2 mm gestiegenem 
Barometerstande nach E und wurde Passat.  Derselbe frischte allmählich auf, 
wehte später zwischen 20° und 6° N-Br ziemlich kräftig und beständig und 
endete, als die Bark von ihm‘ bis zum 23. Januar 1884 nach 45° N-Br in 
24° W-Lg geführt worden war. Zur Ueberschreitung des in diesem Punkte 
betretenen Stillengürtels waren 4 Tage erforderlich. Nach Verlauf derselben 
wurde in 1,8° N-Br und 24,5° W-Lg der SE-Passat wieder angetroffen, bei dem 
am 28. Januar der in 26,4° W-Lg überschrittene Aequator erreicht wurde. 
Um zu demselben von 50° N-Br her zu gelangen, waren 40 Tage erforderlich 
gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 165° W-Lg am 
30. Dezember, 30° N-Br in 20,8° W-Lg am 8. Januar, 20° N-Br in 24,5° W-Lg 
am 17. Januar und 10° N-Br in 25° W-Lg am 20. Januar gekreuzt. Die nach 
Batavia bestimmte eiserne Hamburger Bark „Moltke“, welche sich am 17. De- 
zember in Sicht von Lizard befunden hatte,. erreichte südliche Breite in 27,5° 
W-Lg am 22, Januar. Noch ein anderer Mitsegler, das eiserne Bremer Voll- 
schiff‘ .„Rajah“, welches auf einer Reise von Newcastle nach Singapore begriffen 
war und das den Kanal am 31. Dezember verlassen hatte, erreichte die Linie 
in 27,7° W-Lg am 28. Januar. Am Mittage des 15. Januar, an welchem Tage 
sich bei „Capella“ der NE-Passat einstellte, befand sich diese Bark in 24,3° 
N-Br und 29.7° W-Lg, „Moltke“ gleichzeitig in 15,3° N-Br. und 27,2° W-Lg 
und „Rajah“ in 26,3° N-Br und 246° W-Lg. Dieses letztere Schiff traf den 
NE-Passat au, als es sich am 17, Januar in 24,8° N-Br und 25° W-Lg befand. 
Im Südatlantischen Ocean wurde „Capella“ bis nach 22,3°S-Br in 29° W-Lg 
vom. Passat begleitet. Als der Luftdruck in der Nähe dieses Punktes auf 
764,7 mm gestiegen war, nahm der Wind bis zum flauen, unbeständigen Zuge 
ab, um sich einige Tage darauf nach N zu verändern. Indem der Wind aus 
letzterer Richtung etwas auffrischte, setzte er seine Drehung nach links weiter 
fort, so dafs unweit 27° S-Br die Windrichtung wieder eine südöstliche ge- 
worden war. Es folgten nun mehrere Tage, an denen der Wind kräftig aus 
dem östlichen Halbkreise wehte, bis der Wind sich. schliefslich am 16. Februar 
in der Nähe von 37° S-Br und 23,5° W-Lg noch einmal durch N. nach NW 
veränderte. Nach dieser Drehung hielt sich der Wind dauernd in westlicher 
Richtung. „Capella“ segelte dann bis zum 24. Februar zu dem in 41,7° S-Br 
überschrittenen Meridian von Greenwich, Der 24. Februar war der 27. bis 
dahin in südlicher. Breite zugebrachte Tag. Während dieser Zeit war: 10° S-Br 
in 31,3° S-Br am 1. Februar, 20° S-Br in 29° W-Lg am 5. Februar und 30° S-Br 
in 30,5° W-Lg am 12. Februar geschnitten worden, Der Mitsegler „Moltke“ 
erreichte den ersten Meridian in 39,6° S-Br am 20. Februar, und „Rajah“ ge- 
langte zu demselben in 40,1° S-Br am 283. Februar, Während der Zeit, in 
welcher. die erforderliche Länge zurückgelegt wurde, hielt „Capella“ sich für 
längere Zeit in der .Nähe von 44° S-Br. Die Winde, ‚bei denen dasselbe 
geschah, waren zwar vorherrschend westliche, doch wurden auch verhältnifßs- 
mäßig häufig Ostwinde angetroffen, und nicht selten verursachten unerwünscht 
schwache Winde eine Verzögerung... Durch Stürme wurde die Fahrt in keiner 
Weise beunruhigt. Am 23. März, 28 Tape später als westliche Länge ver- 
lassen worden war, kreuzte „Capella“. den in 41° S-Br überschrittenen Meridian 
von ‘80° Ost. Die Bark „Moltke“ erreichte diese Länge in 39,6° S-Br am
	        
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