598 Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Dezember 1884.
Monsun an. Nachdem die Windrichtung unweit von 5,5° N-Br eine südwest-
liche geworden war, konnte das Schiff bei mäfsigem, beständigen SW-Winde
bis zum 22, Oktober nach 12° N-Br in 25,5° W-Lg vorrücken. Die in der
Nähe dieses Punktes einsetzende Stille hielt einen halben Tag laug an; dann
kam der NE-Passat durch, bei dem sich für längere Zeit ein recht günstiger
Fortgang erzielen ließ. Der Passat dehnte sein Gebiet aus bis nach 26° N-Br
in 35,8° W-Lg. Als sich dort der schwach gewordene Wind am 29. Oktober
nach SE veränderte, zeigte das Barometer auf einen Stand von 763,7 mm.
Nördlich vom Passatgebiet wurde „Kaiser“ wieder für längere Zeit durch un-
beständige, oft von Stillen unterbrochene Ostwinde zurückgehalten. Westwinde
von längerer Dauer wurden auf dem ganzen noch vorliegenden Theil der Reise
gar nicht angetroffen. Nur dem Umstande, daß die Ostwinde später oft aus
südöstlicher Richtung wehten, war es zu verdanken, dafs sich bei denselben
noch ein einigermafsen befriedigender Fortschritt erzielen ließ. Als „Kaiser“
sich am 22. November auf den Aufsengründen vor dem Kanal befand, wurde
dort mit der Führung des meteorologischen Journals eingehalten. Es waren
dann 135 Tage seit der Abreise von San Francisco vergangen. Im Nord-
atlantischen Ocean war: 10° N-Br in 25,7° W-Lg am 21. Oktober, 20° N-Br
in 31,4° W-Lg am 26. Oktober, 30° N-Br in 35,7° W-Lg am 1. November und
40° N-Br in 28,8° W-Lg am 10. November gekreuzt worden.
5. Reise der Braker Brigg „Romeo“, Kapt. H. Braue.
Die auf einer Reise von Hamburg nach Guaymas begriffene Brigg
„Romeo“ befand sich am 7. Oktober 1883 in der Nähe von Lizard. Mälfsige
Ostwinde führten dieselbe in den Ocean hinaus und begleiteten sie dort, bis
der Schiffsort am 11. Oktober 44,5° N-Br in 13,5° W-Lg geworden war.
Südlich von diesem Punkte herrschten für längere Zeit leichte Westwinde, bei
denen „Romeo“ bis zum 17. Oktober nach 36,4° N-Br in 15,2° W-Lg segelte.
Nicht weit von diesem Punkte entfernt, wurde die Brigg für einen Tag durch
Stille und leisen Zug zurückgehalten. Aus letzterem entwickelte sich schliefslich
bei einem auf 773,0 mm gestiegenen Barometerstande ein nordöstlicher Wind,
der später ohne vorhergehende eigentliche Störung zum Passat wurde. Der-
selbe wehte durchgehends nur schwach und endete, nachdem das Schiff bei ihm
bis zum 3. November nach 7° N-Br in 24,5° W-Lg gesegelt hatte. Um den
in diesem Punkte betretenen Stillengürtel zu überschreiten, waren fünf Tage
erforderlich. Am 8. November wurde unweit 3° N-Br in 23° W-Lg der SE-
Passat wieder angetroffen, von dem man bis zum 10. November zu der in
25,2° W-Lg überschrittenen Linie geführt wurde. Um zu derselben vom
Kanal her zu gelangen, waren 34 Tage erforderlich gewesen. 40° N-Br hatte
man in 14° W-Lg am 15. Oktober, 30° N-Br in 20,2° W-Lg am 21, Oktober,
20° N-Br in 25,2° W-Lg am 27. Oktober und 10° N-Br in 25,4° W-Lg am
1. November gekreuzt. Die von Cardiff nach Singapore bestimmte Geeste-
münder Bark „Erwin Rickmers“, welche von 50° N-Br am 8. Oktober ab-
gefahren war, erreichte südliche Breite in 24,2° W-Lg am 8. November, Am
11. Oktober Mittags hatte die Brigg sich in 444° N-Br und 13,6° W-Lg und
die Bark in 44,2° N-Br und 14,6° W-Lg befunden.
In südlicher Breite traf „Romeo“ einen recht beständigen und kräftigen
Passat an. Derselbe begleitete das Schiff dort, bis es sich am 19. November
in 22,5° S-Br und 37,4” W-Lg befand. In der Nähe dieses Punktes ver-
änderte sich der noch immer frische Wind nach NE, und als „Romeo“ sich am
20. November nicht weit von 25° S-Br in 39,5° W-Lg entfernt befand, erfolgte
während eines Gewitters und bei heftigem Regen eine sehr rasche Drehung
des schwachen Windes durch N, W und S nach SE zurück. Nachdem sich
der Wind dann für längere Zeit im östlichen Halbkreise gehalten hatte, ver-
änderte sich derselbe noch einmal durch N. Die westlichen Striche rasch
durechlaufend, kehrte derselbe auch dieses Mal. bald zum östlichen Halbkreise
zurück. Erst nachdem der Wind am 27. November in etwa 34,5° S-Br und
50° W-Lg noch einmal durch N gedreht hatte, blieb derselbe für längere Zeit
westlich. Da die Richtung dann meistens eine schrale, die Stärke oft eine
unerwünscht grofse war, erlitt die Fahrt eine bedeutende Verzögerung. Nach-
dem man am 6. Dezember südlich von 40° S-Br gekommen war, beobachtete