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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge‘ von meteorologischen Journalen ete., Dezember 1884, 594 
zum 31. Juli zu dem in 129,6° W-Lg ‘überschrittenen Aequator gesegelt. Um 
zu demselben von San Francisco aus zu gelangen, waren 21 Tage erforderlich 
gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 30° N-Br in 124° W-Lg am 14. Juli, 
20° N-Br.in 124° W-Lg am 17. Juli und 10° N-Br in 123° W-Lg am 24, Juli 
gekreuzt. In der Nähe der Linie sah sich das Schiff in 48 Stunden 92 Sm 
nach Westen versetzt. Die dort 24°C. betragende Meerestemperatur hatte 
unweit 11° N-Br einen höchsten Betrag von 28,4° C. gehabt. ‚Als das Schiff 
sich am 29. Juli unweit von 4° N-Br, wahrscheinlich nahe an der durch ganz 
ungewöhnlich starke Stromkabbelungen bezeichneten Grenze zwischen der öst- 
lichen und westlichen Strömung befand; wurden dort unzählige Schildkröten 
und Boniten angetroffen. nn 
Ganz ungewöhnlich ungünstig waren die vom „Kaiser“ in südlicher Breite 
beobachteten Verhältnisse. Nachdem das Schiff dort für einen Tag bei frischem 
Passate gesegelt hatte, wurde derselbe schwach und unbeständig. Unweit von 
8° S-Br wurde die Fahrt sogar an zwei Tagen durch leisen Zug und Stille 
unterbrochen. Nur die zwischen 9° und 17,5° S-Br liegende Strecke konnte 
bei ‘einigermaßen frischem Passate durchsegelt werden. In der Nähe von 
19,7° S-Br und 132,5° W-Lg schien am 12. August die polare Passatgrenze zu 
liegen. Das Barometer zeigte dort auf einen Stand von 763,0 mm.‘ Nachdem 
sich der Wind südlich von jenem Punkte für einige Tage in hoch nördlicher 
Richtung gehalten hatte, folgte noch wieder ein unbeständiger südöstlicher 
Wind, der sich langsam nach links veränderte und dann kräftig und beständig 
wurde. Das Barometer erreichte bei demselben einen unweit von 29° S-Br in 
128,5° W-Lg abgelesenen höchsten Betrag von 770,6 mm. „Kaiser“ mulste bis 
nach 36,5° S-Br in 128° W-Lg segeln, bevor westliche Winde angetroffen 
werden konnten. Dieselben waren auch dann durchaus nicht beständig, sondern 
wurden noch wiederholt von östlichen Winden und selbst Windstille unter- 
brochen. Während am 5. September in der Nähe von 43° S-Br und 113,5° W-Lg 
herrschender Stille zeigte das Barometer auf einen höchsten Stand von 774,0mm. 
Der nach jener aus NE einsetzende frische Wind veräuderte sich durch N nach W, 
um sich für längere Zeit im westlichen Halbkreise zu halten... „Kaiser“ segelte 
dann, ohne daß nennenswerthe Stürme die Fahrt erschwerten, bis zum 18. Sep- 
tember zum Meridian des Kap Horn. Der 18. September war der 49. bis dahin 
in südlicher Breite erlebte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 
133° W-Lg am 7. August, 20° S-Br in 132,5° W-Lg am 12. August, 30° S-Br 
in 128,5° W-Lg am 21. August, 40° S-Br in 122,2° W-Lg am 30. August und 
50° S-Br in 103° W-Lg am 9. September gekreuzt. 
Im Südatlantischen Ocean wurde „Kaiser“ von den Winden mehr be- 
günstigt, als es im Grofsen Ocean der Fall gewesen war. Das Schiff segelte 
dort bei dem sich fast stets in westlicher Richtung haltenden Winde bis zum 
28. September nach 39,4° S-Br in 41° W-Lg. In geringer Entfernung von 
diesem Punkte veränderte sich der. schwache Wind, bei einem höchsten Baro- 
meterstande von 776,0 mm, nach SE. Nachdem derselbe bald aufgefrischt 
hatte, hielt er sich für längere Zeit im östlichen Halbkreise.” Als „Kaiser“ 
sich am 5. Oktober in der Nähe von 29,5° S-Br und 29° W-Lg befand, erfolgte 
dort ein von wolkenbruchartigem Regen und einem auf 750,5 mm gesunkenen 
Barometerstande begleitetes Umspringen' des Windes von N nach W, wodurch 
einige Segel des Schiffes zerrissen. Nachdem sich der Wind später für längere 
Zeit in nordnordwestlicher Richtung gehalten hatte, lief derselbe, als man sich 
am 9. Oktober in der Nähe von 23° 8S-Br in 23,4° W-Lg befand, in rascher 
Drehung nach links durch W und S nach SSE. Von. 21° S-Br in 23,3° W-Lg 
ab, wo ein höchster Barometerstand von 767,8 mm beobachtet wurde, wehte 
der SE-Passat. „Kaiser“ segelte bei demselben bis zum 16. Oktober zu der in 
25,5° W-Lg überschrittenen Linie. Um zu derselben‘ vom Kap Horn her zu 
gelangen, waren 28 Tage erforderlich gewesen... 50° S-Br hatte man in 54,2° 
W-Lg am 21. September, 40° S-Br in 40° W-Lg am 28. September, 30° S-Br 
in 31° W-Lg am 5. Oktober, 20° S-Br in 23,4° W-Lg am 10. Oktober und 
10° $-Br in 24,7° W-Lg am 13. Oktober gekreuzt. ‘ 
In nördlicher Breite traf „Kaiser“ beim Uebergange vom Gebiete des 
SE- in das des NE-Passats, im Gegensatze zu anderen Schiffen, welche den 
Aequator Ende September überschritten, noch einen ziemlich beständigen SW- 
Ann, 8. Hydr. etc., 18853, Heft IV-
	        
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