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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Fernando Po. 
Auch die östlich von Zsabel gelegene Nervion-Bai bietet guten Anker- 
grund, entbehrt aber des Schutzes gegen Osten und wird daher nicht benutzt. 
An dem ganzen Küstensaum dieser Ankerplätze kann man ohne Schwierig- 
keit mit Schiffsbooten landen, was kaum jemals an einem Punkt der Festland- 
küste möglich ist. In der /sabel-Bucht befindet sich eine bequeme eiserne 
Landungsbrücke, allerdings in sehr baufälligem Zustande. Weitere solche 
Landungsbrücken würden sich ohne Weiteres herstellen lassen. 
Ein Nachtheil des Hafens ist, dafs er überall von hohen Ufern umgeben 
ist, vor denen sich nur im mittleren Theil ein schmaler Strand befindet, welcher 
von den Lagerplätzen einiger Kaufleute fast gänzlich in Beschlag genommen 
ist. Ein hervorragender Fleck dieses Strandes ist als spanisches Marine- 
Etablissement reservirt, jedoch befindet sich nur ein kleiner Schuppen dort, in 
welchem ein Boot reparirt wurde. Vor diesem Platz hat man das Wrack eines 
eisernen Schiffes auf den Grund festgelegt, und im Schutz desselben ist Gelegen- 
heit, zu landen und einige Boote aufzuschleppen. 
Aufser den Ankerplätzen der Nordseite der Insel wird noch die Carlos- 
Bai an der Westküste in den Segelanweisungen lobend hervorgehoben. Dieselbe 
ist aber, wie der Augenschein ergab, weniger geschützt gegen die Dünung, und 
das Landen ist äufserst beschwerlich. Ihr Hauptvorzug scheint in der leichten 
Zugänglichkeit für Segelschiffe zu bestehen. Außerdem würde noch für die 
Carlos-Bai hervorzuheben sein, dafs hier Berglehnen bis zum Wasser herab- 
gehen und die ganze Bucht offener und Iluftiger ist als die von sabel. 
Die klimatischen und Gesundheitsverhältnisse von Fernando Po 
sind analog denjenigen der benachbarten Küstenstriche. Eine Tabelle über die 
beobachteten Mitteltemperaturen der einzelnen Monate findet sich im „South 
Atlantic Directory“ von Findlay, 1883, S. 681. Die Angaben des angeführten 
Werkes, speciell über Clarence, Seite 683—686, haben sich als durchaus zuver- 
lässig erwiesen. Spanische Berichte geben diese Tabelle ebenfalls mit dem 
Zusatz, dafs mehrjährige neuere Beobachtungen dieselbe .bestätigt hätten. Es 
scheinen daher keine besseren Daten vorhanden zu sein. S, M. Kr. „Möwe“ 
befand sich gerade in der kühlsten Jahreszeit hier, und das Klima war ein sehr 
angenehmes. Regen fiel reichlich, aber anscheinend weniger, als am Kamerun- 
Gebirge; der Pik von Fernando Po war Anfang September fast täglich gegen 
Abend frei von Wolken, während der Kamerun-Berg nahezu beständig von 
Wolken umlagert ist. Dies ist auch für die Ansegelung der Insel von be- 
sonderem Werth. Fieber scheint nicht seltener zu sein als an anderen Theilen 
der westafrikanischen Küste. Das hier stationirte spanische Kanonenboot 
„Ligera“ mit 80 bis 100 Mann Besatzung (nach zwei verschiedenen Angaben), 
seit vier Monaten in Dienst, hatte in dieser Zeit 40 bis 50 Fieberfälle, davon 
zur Zeit acht in Behandlung. An Bord der „Möwe“ kam hier kein neuer 
Erkrankungsfall vor. Die spanische Besatzung verkehrte viel an Land, während 
diesseits Beurlaubungen nicht stattfanden. 
Nach den eingezogenen Erkundigungen sind die Gesundheitsverhältnisse 
auf der ganzen Insel nicht besser und nicht schlechter als in Westafrika über- 
haupt, d. h. kein Europäer bleibt dauernd vom Fieber verschont, aber die 
Mehrzahl überwindet es leicht. Auch die englischen Missionäre auf einer 
460 m hoch gelegenen Station gaben an, dort Fieber zu haben, jedoch läfst 
sich kein Schlufs ziehen, ob das Fieber in jenen höheren Bergregionen selbst 
wirklich acquirirt ist. 
Wasser ist in der Zsabel-Bai selbst in vorzüglicher Qualität und sehr 
leicht zu haben. In der südwestlichen Ecke der Bai hat das hohe Land einen 
Einschnitt, dort sprudelt reichlich Wasser hervor, so dafs man in einiger Höhe 
einen Schlauch einlegen und das Wasser in die Boote leiten konnte, während 
der Platz weiter unten zum Waschen benutzt wurde. Auch bei den anderen 
Ankerplätzen sind reichlich Wasserläufe zur Verfügung, welche in der trockenen 
Jahreszeit nicht versiegen sollen. An frischem Proviant ist die Zufuhr zwar 
gering, aber immer noch reichlicher wie in Kamerun und den übrigen von der 
„Möwe“ besuchten Küstenpunkten. Fleisch für die Schiffsverpflegung war nicht 
zu erlangen, in der Carlos-Bai waren zwar reichlich Ziegen vorhanden, aber 
der nach hiesigen Begriffen billige Preis überstieg doch namhaft den nach dem 
Schiffsverpflegungs - Reglement gestatteten Maximalsatz. Yams sind gut und
	        
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