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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

226 Eingänge von meteorologischen Journalen ete,, Dezember. 1884, 
Stand von 772,5 mm. Bei dem frisch und beständig wehenden Passat segelte 
„Esmeralda“ bis zum 28. September zu der in 21,7° W-Lg überschrittenen 
Linie. Um zu derselben von 30° S-Br her zu gelangen, waren 19 Tage 
erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 20° S-Br in 0,4° W-Lg 
am 16. September und 10° S-Br in 12,1° W-Lg am 22. Septeinber gekreuzt. 
In nördlicher Breite wurde ein südwestlicher Monsun nicht mehr an- 
getroffen. Der anfänglich noch frisch wehende SE-Passat wurde nördlich von 
5° N-Br schwächer und sank zum leisen Zuge herab, als die Bark sich am 
1. Oktober in der Nähe von 7° N-Br und 22,8° W-Lg befand. Nennenswerthe 
Mallung wurde dann jedoch kaum angetroffen. Der leichte östliche Zug gewann 
vielmehr bald wieder größere Stärke, und indem die Windrichtung inzwischen 
eine nordöstliche geworden war, entstand aus ihm der NE-Passat. Die äqua- 
toriale Grenze desselben schien am 3. Oktober in etwa 8° N-Br und 23° W-Lg 
zu liegen. Als der anfänglich kräftig auftretende Passat die Bark bis zum 
8, Oktober nach 16,5° N-Br in 30° W-Lg geführt hatte, endete derselbe. Das 
Schiff gerieth dort in andauernde Windstille und wurde auch, nachdem sich 
am 12. Oktober wieder ein schwacher NE-Wind eingestellt hatte, ein beständiger 
NE-Passat erst nach längerer Zeit wieder angetroffen. Die zwischen 24° und 
30,5° N-Br liegende Strecke konnte „Zsmeralda“ bei kräftigem Ostwinde durch- 
segeln. In geringer Entfernung von 31° N-Br traf die Bark aufs Neue Wind- 
stille an, auf die nach einem Tage wieder ein längere Zeit anhaltender Ost- 
wind folgte. Als derselbe unweit von 38° N-Br in 38,5° W-Lg eine südlich 
von Ost liegende Richtung annahm, hatte das Barometer einen höchsten Stand 
von 781,7 mm erreicht. So wie der kräftige und beständige Wind sich dann 
langsam nach rechts veränderte, begann das Barometer zu sinken. Der Wind 
nahm nun bald südwestliche Richtung an, um dieselbe für längere Zeit zu 
behalten. Die Bark vollendete darauf den noch vorliegenden Theil der Reise, 
ohne dafs sich ferner Nennenswerthes zutrug. Am 2. November wurde die 
Kanal-Mündung erreicht. Es waren dann 142 Tage seit der Abreise von 
Hongkong, und 104 Tage nach dem Verlassen der Sunda-Strafse vergangen. 
Im Nordatlantischen Ocean hatte man 35 Tage zugebracht, und dort: 10° N-Br 
in 23,5° W-Lg am 4. Oktober, 20° N-Br in 34° W-Lg am 14. Oktober, 
30° N-Br in 35° W-Lg am 20. Oktober und 40° N-Br in 36,5° W-Lg am 
26. Oktober gekreuzt. Das eiserne Hamburger Vollschiff „Argo“, welches, von 
Iquique kommend, den Aequator in 23° W-Lg am 29. September überschritten 
hatte, erblickte Lizard am 6. November. 
2. Reise des Bremer Vollschiffes „Kaiser“, Kapt. B. Minnemann. 
Am 10. Juli 1884 verlief das Vollschiff „Kaiser“ den Hafen von San 
Francisco, um nach Europa zurückzukehren. Dasselbe konnte auf See bei dem 
dort angetroffenen leichten SW-Winde anfänglich nur geringen Fortschritt 
erzielen. Nachdem sich der Wind jedoch am 12, Juli nach NW verändert 
hatte, nahm die Reise einen rascheren Verlauf. Aus diesem Winde entwickelte 
sich später der NE-Passat, ohne dafs vorher eine Störung angetroffen wurde. 
Die polare Passatgrenze schien am 14, Juli in der Nähe von 28,5° N-Br und 
124° W-Lg zu liegen. Etwa einen Grad südlich von dieser Position beobachtete 
man einen höchsten Barometerstand von 766,2 mm. Der Passat bogleitete das 
Schiff eigentlich nur bis nach 15,5° N-Br in 124° W-Lg. Südlich von diesem 
Punkte herrschten unbeständige, von Stillen unterbrochene Ostwinde vor, bei 
denen „Kaiser“ bis zum 22. Juli nach 11,5° N-Br in 124,5° W-Lg vorrückte. 
In geringer Entfernung von diesem Punkte veränderte sich der Wind ganz 
plötzlich, bei Gewitter und einem auf 755,4 mm gesunkenen Barometerstande, 
von NE (4) nach S (4). Der Luftdruck, welcher 24 Stunden vorher auf 759,7 mm 
gezeigt hatte, stieg nun während der nächsten 20 Stunden bis auf 760,0 mm. 
Nach dieser Zeit hielt sich der Wind auch nicht beständig in südlicher Richtung, 
sondern es folgte auf ihn bald wieder ein mehrere Tage anhaltender, leichter 
Nordwind. Westlichen Monsun, der indessen nur von solch geringer Dauer 
war, dafs er den Namen eines solchen kaum verdiente, wurde unweit 8,5° N-Br 
angetroffen. Eine starke östliche Strömung wurde jedoch beobachtet. Als 
„Kaiser“ sich am 26. Juli in der Nähe von 7,6° N-Br und 121,5° W-Lg befand, 
wurde gewendet und darauf bei dem nur langsam aufraumenden Passate bis
	        
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