Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Dezember 1884. 995
Breite konnte man bei der dort herrschenden leichten, aber doch beständigen
nordwestlichen Briese iu ziemlich befriedigender Weise vorrücken. Der Wind
wurde später allmählich raumer, und schliefslich veränderte sich derselbe, ohne
dafs vorher Stille oder Mallung eintrat, durch S nach SE und E., EKigentlichen
NE-Monsun, der dann freilich sehr kräftig wehte; beobachtete man nur auf der
zwischen 16° N-Br in 128° O-Lg und 18,5° N-Br in 125° O-Lg liegenden
Strecke. Bei leichten südwestlichen Winden gelangte „Zsmeralda“ am 5. April
in Sicht von der Insel Babuyan, und nachdem man während der nächsten Tage
umlaufende Ostwinde beobachtet hatte, erreichte die Bark endlich am 8. April
einen.in der Nähe ihres Bestimmungshafens : gelegenen Ankerplatz. Es waren
dann 125 Tage seit der Abreise vom Kanal verflossen. 5° N-Br hatte man in
133° O-Lg am. 26. März, 10° N-Br in 132,5° O-Lg am 29. März, 15° N-Br in
129,3° O-Lg am 1. April und 20° N-Br in 121,6° O-Lg am 5. April über-
schritten.
Nachdem „Esmeralda“ in Hongkong entlöscht worden war, erhielt die-
selbe eine für London bestimmte Ladung. Mit derselben trat sie.am 13. Juni
die Rückreise an. Kapt. Jäger beschlofs, durch die China-See nach Süden zu
segeln und schritt in derselben, kreuzend gegen den meist in mäfsiger Stärke
wehenden, aber nicht sehr beständigen SW-Monsun, zwar nur langsam, aber
doch immerhin in ziemlich befriedigender Weise nach Süden hin vor. 15° N-Br
wurde in 110,2° O-Lg am 25, Juni, 10° N-Br in 111,8° O-Lg am 30. Juni und
5° N-Br in 111° O-Lg am 5. Juli gekreuzt. Bei frischem SSE-Winde ging
„Esmeralda“. am 13; Juli in 108° O-Lg von nördlicher in südliche Breite über.
Nachdem dann die Karimata-Strafse und die Sunda-See ‚ebenfalls bei kräftigem
SE-Winde durchsegelt worden war, erreichte die Bark am 19. Juli die Sunda-
Strafse. Am 21. Juli, 38 Tage nach der Abreise, wurde südlich und in Sicht
von Krakatoa der kräftige SE-Passat angetroffen, bei dem ein südwestlicher
Kurs eingeschlagen wurde. Als man denselben einige Tage verfolgt hatte,
stellte sich leichte, von Stille unterbrochene Mallung ein, die erst wieder am
27. Juli durch kräftigen SE-Passat verdrängt wurde. Nach dieser Veränderung
konnte Tür längere Zeit ein recht günstiger Fortgang erzielt werden. Der
Passat wurde erst flau, nachdem man am 8. August südlich von 25° S-Br ge-
kommen war. Die polare Passatgrenze schien am 10. August in der Nähe von
26,5° S-Br und 57,5° O-Lg' zu liegen. Das Barometer, welches hier auf
766,3 mm zeigte, hatte unweit 22° S-Br in 68° O-Lg einen höchsten Stand von
776,7 mm inne gehabt. Der leichte NE-Wind, in den der Passat endete, ver-
änderte sich bald durch N nach W, worauf dann längere Zeit anhaltende, ver-
änderliche Westwinde folgten. Rundläufe nach links führte der Wind in diesem
Falle nicht aus. Die Ursache davon war wohl der konstant hohe, unweit
325° S-Br in 34° O-Lg. ein Maximum von 780,0 mm erreichende Luftdruck,
Westlich von 38,5° O-Lg vollendete der Wind jedoch zwei unregelmäfsig ver-
laufende Drehungen nach links. Man konnte dort bei kräftigem Ostwinde an
mehreren Tagen einen recht befriedigenden. Fortgang erzielen. Nachdem
„Esmeralda“ am 2. September in Sicht des Kap Agulhas gelangt war, wurde
die Bark dort mehrere Tage durch stürmischen Westwind zurückgehalten. Bei
frischem, am "Tage vorher durchgekommenem SE-Wind wurde endlich am
6. September die Länge der Kapstadt überschritten, Indem sich der Wind
dann im Atlantischen Ocean bald durch S nach W und NW veränderte, konnte
man bei demselben doch bis zum 9. September zu dem in 16° O-Lg über-
schrittenen Parallel von 30° Süd vorrücken, Um zu demselben von derselben
Breite im Indischen Ocean zu gelangen, waren 25 Tage erforderlich gewesen.
Während der Fahrt über dieses Meer hatte die Bark: 10° S-Br in 98° O-Lg
am 24; Juli, 20° S-Br in 74,5° O-Lg am 2, August, 30°. S-Br in 53° 0-Lg am
15. August, 90° O-Lg in 13° S-Br am 28. Juli, 60° O-Lg.in 25,3 S-Br am
8. August und 30° O-Lg in 34,7° S-Br am 27. August geschnitten,
Gleich nördlich von 30° S-Br im Atlantischen Ocean wurde „Esmeralda“
mehrere Wachen durch Windstille zurückgehalten. Auf dieselbe folgte jedoch
bald- ein- frischer SSW-Wind, der sich schnell durch S nach SE veränderte und
Passat wurde. Die südliche Grenze des letzteren schiem am 1}. September in
der Nähe: von 29° S-Br und 14° O-Lg zu liegen. Das Barometer, welches hier
auf 770.2 mm zeigte, erreichte unweit 24° S-Br in 5° O-Lg einen höchsten