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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Dezember 1884,
SE-Passat entstand, ohne dafs vorher von Mallung eine Spur angetroffen wurde.
Als die Richtung des fast stürmisch wehenden Windes am 20. Februar in der
Nähe von 34° S-Br und 104° O-Lg eine südöstliche wurde, zeigte das Baro-
meter auf einen Stand von 767,5 mm. Der Luftdruck nahm dann noch ferner
zu, so daß am nächsten Tage ein Maximum von 770,5 mm abgelesen wurde.
Indem die sich nun in geringer Entfernung von der Westküste Australiens be-
findende Bark bei dem die Stärke 9 besitzenden SE-Wind weiter nach Norden
hin vorrückte, fand eine rasche Abnahme des Luftdrucks statt. Am 23, Fe-
bruar, an welchem Tage der SE-Wind bis zur frischen Briese abnahm, erreichte
das Barometer schon einen Stand von 755,2mm. Um diese Zeit stellte sich
eine hohe südliche Dünung ein. Am 24. Februar erfolgte ein weiteres und
noch rascheres Fallen des Glases und wurde dann gegen Mittag der allmählich
nach S umgelaufene Wind plötzlich stürmisch. Gleichzeitig wurde auch das
Wetter regnerisch und von Unheil verkündendem Aussehen. Kapt. Jäger,
befürchtend, dafß sich von NO her ein Orkan dem Schiffe nähere, lief um
7 Uhr Morgens beidrehen. Der nach kurzer Zeit auch orkanartige Stärke an-
nehmende Wind setzte seine Drehung nach rechts, dann schneller fort. Er
drehte durch S und W und verlor, als um 8* p. m, die Windrichtung NNW
geworden war, rasch seine Stärke. Um 12* p. m., als Nordwind von der Stärke 7
wehte, war das Barometer schon wieder auf 757,8 mm gestiegen. Um 11'/ Uhr
Morgens war der niedrigste Stand von 740,7 mm sowohl an einem Quecksilber-
barometer wie auch an einem Aneroid abgelesen worden. Dieser selbe Orkan
wurde damals auch von der norwegischen, auf einer Reise von Kronstadt nach
Wladivostok begriffenen Bark „Coronae“, Kapt. C. H. Pedersen, überstanden,
Kapt. Jäger, der einen Auszug aus dem Journal dieses Schiffes erhielt, war
so aufmerksam, denselben der Seewarte zu übersenden. Die in demselben
angegebenen Barometerangaben haben freilich nur einen relativen Werth, denn
über das Instrument, an welchem dieselben abgelesen worden sind, ist nichts
bekannt. Sehr grofs wird der Fehler desselben indessen wahrscheinlich nicht
sein. Denn als „Esmeralda“ am Mittage des 23. Februar in 24,3° S-Br und
110,7° O-Lg einen Barometerstand von 757,1 mm beobachtete, herrschte gleich-
zeitig bei dem etwa 74 Sm in ostsüdöstlicher Richtung entfernten Mitsegler
„Coronae“ ein solcher von 754,1 mm. Bei dieser letzteren Bark wurde der
Wind fast gleichzeitig wie bei „Ksmeralda“ stürmisch; doch geschah dies aus
SE, und es veränderte sich der Wind dann in 8 Stunden durch E nach N.
Ein niedrigster Barometerstand von 734,3 mm wurde um 8° a, m. des 24. Februar
abgelesen, als gleichzeitig SE-Wind (10) wehte. Um 12* p. m. des 24. Februar
beobachtete „Coronae“ Wind N (6) und einen Barometerstand von 752,9 mm.
Die bei den beiden Mitseglern im entgegengesetzten Sinne erfolgende Veränderung
der Windrichtung scheint zu beweisen, dafs das Centrum des Wirbelsturmes
zwischen beiden Schiffen passirte, obgleich dieselben am Mittage des 24. Februar
nur 26 Sm in der NNW!/AW-Richtung von einander standen. Das Umlaufen
des Windes erfolgte, während die gleichmäfsige Windstärke bei beiden Schiffen
11 betrug, und ergiebt sich daraus, dafs der in diesem Falle wohl nur kleine
windstille Mittelpunkt in nächster Nähe von orkanartigen Winden umkreist
war. Das ganze, wahrscheinlich nur geringen Durchmesser besitzende Sturm-
feld scheint sich nach südwestlicher Richtung hin bewegt zu haben. Während
des 25. Februar nahm der Nordwind bei „Esmeralda“ allmählich an Stärke ab,
so dafs schliefslich am Ende des Tages Windstille herrschte. Am 26. Februar
stellte sich wieder ein langsam auffrischender SSW-Wind ein, bei dem sich
eine mäfsig schnelle Fahrt nach Norden erzielen ließ. Als die Bark sich am
2, März unweit von 13,5° S-Br in 116,5° O-Lg befand, wurde der Wind in
Richtung und Stärke unbeständig, wehte für einen Tag sogar kräftig aus N.
Ein frischer SW-Wind führte „Esmeralda“ am 5. März in Sicht von der
Sandelbosch-Insel. Es waren dann 91 Tage verflossen, seit man den Kanal
verlassen hatte. Oestlich von 80° O-Lg war: 30° S-Br in 106,5° O-Lg am
21. Februar und 20° S-Br in 113° O-Lg am 27. Februar gekreuzt worden.
Am 13, März gelang es „Esmeralda“, die Molukken-See zu erreichen, in
welcher man anfänglich grofse Felder von auf dem Meere schwimmendem
Bimstein antraf. Am 15. März befand die Bark sich in der Nähe von Buru
und am 21. März wurde der Aequator in 129,7° O-Lgy passirt. In nördlicher