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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc, Dezember 1884, 
293 
1. Reise der Hamburger Bark „Esmeralda“, Kapt. J. C. H. Jäger, 
Die auf einer Reise von Hamburg nach Hongkong begriffene Bark 
„Esmeralda“ befand sich am 5. Dezember 1883 unweit von Lizard.. Ein frischer 
dort wehender Nordwind führte dieselbe in den Ocean hinaus, und nachdem in 
diesem der Wind schon nach einem Tage nordöstliche Richtung angenommen 
hatte, nahm die Reise für längere Zeit einen weiteren befriedigenden Verlauf. 
Die zwischen 44° und 40° N-Br liegende Strecke wurde noch wieder bei; west- 
lichem Winde: durchsegelt. Nachdem der Wind aber am 10. Dezember‘ in der 
Nähe von 40° N-Br und 14,5° W-Lg dürch N nach NE zurückgekehrt war, 
hielt er sich dauernd im östlichen Halbkreise ‚und wurde später zum Passat, 
ohne dafs dessen polare Grenze sich erkennbar machte. Hin höchster Baro- 
meterstand von:778,4 mm wurde unweit 39° N-Br abgelesen. Der bis nach 
7° N-Br hin ‚recht‘ kräftig wehende Passat endete am 25. Dezember unweit von 
3,5° N-Br in 25,3° W-Lg. Es folgte auf ihn flauer östlicher Zug, der. nach 
einem Tage langsam auffrischte und zum SE-Passat wurde. „HKsmeralda“ segelte 
bei diesem Winde bis zum 28, Dezember zu der in 28,2° W-Lg überschrittenen 
Linie. Um zu: derselben vom Kanal her zu gelangen, waren 23 Tage erforder- 
lich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 14,2° W-Lg am 
10. Dezember, 30° N-Br in 19,2° W-Lg am 15. Dezember, 20° N-Br in 23,7° 
W-Lg am 19. Dezember und 10° N-Br in 25,4° W-Lg am 22. Dezember gekreuzt, 
Die Bremer, von Cardiff nach Singapore bestimmte Bark „Alma“, welche 50° 
N-Br am 2. Dezember verlassen hatte, erreichte südliche Breite in 27,2° W-Lg 
ebenfalls am 28. Dezember. Die auf dem Wege von Cardiff nach .Rangoon 
begriffene eiserne Bremer Bark „Germania“, welche von 50° N-Br am: 8. De- 
zember abgefahren war, ging am 27. Dezember in 28,5° W-Lg ‚von nördlicher 
in südliche Breite über. 
Im Südatlantischen Ocean: wurde „Esmeralda“ bis nach 20,7° S-Br in 
34,2° W-Lg vom SE-Passat begleitet. Als die Bark sich am 6. Januar 1884 
unweit von diesem Punkte befand, nahm der Ostwind bei einem höchsten Baro- 
meterstand von 764,0 mm bis zum leisen Zuge ab. Nachdem dieser bald durch 
N nach NW gedreht hatte, frischte derselbe auf‘ und gewährte dem. Schiffe 
wieder für mehrere Tage eine erwünschte Gelegenheit zur Förderung der Reise, 
Am 11. Januar veränderte sich der inzwischen abermals ganz schwach gewordene 
Wind unweit 26,5° S-Br in 29° W-Lg durch S nach SE zurück. Indem die 
Windstärke darauf eine. gröfsere wurde, setzte der Wind seine langsame Drehung 
nach links weiter fort, bis die Windrichtung am 14. Januar wieder eine westlich 
von N liegende wurde, Von 32° S-Br in 22,5° W-Lg ab wurde „Esmeralda“ 
von kräftigem beständigem Westwinde begünstigt. Die Bark segelte bei dem- 
selben bis zum 21. Januar zu dem in 41° S-Br überschrittenen Meridian von 
Greenwich. Der 21. Januar war der 24. bis dahin in südlicher Breite zuge- 
brachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 33,7° W-Lg am 
1. Januar, 20° S-Br in 34,3° W-Lg am 5. Januar und 30° S-Br in 26” W-Lg 
am 13. Januar gekreuzt. . Ebenfalls am 21. Januar und nur wenige Wachen 
vor „Esmeralda“ ‚war der Mitsegler „Alma“ in 39,4° S-Br‘ von westlicher in 
östliche Länge übergegangen. Und fast zur gleichen. Stunde mit „Alma“ hatte 
die Bark „Germania“ in 39,7° S-Br östliche Länge erreicht. 
Während die Länge abgelaufen wurde, hielt „Zsmeralda“ sich für längere 
Zeit in der Nähe -von 45° S-Br. Die dort angetroffenen Winde waren, wie es 
auch schon an anderer Stelle erwähnt worden ist, fast nur westliche, doch 
wurden auch zu verschiedenen Malen leichte Ostwinde beobachtet. Es liefs 
sich ein befriedigend rascher Fortschritt nach Osten ‚erzielen, und am 13. Fe- 
bruar, 23 Tage später als westliche Länge verlassen worden war, befand sich 
„Esmeralda“ in 44,3° S-Br:und 80° O-Lg. Die Bark „Alma“, welche als süd- 
lichsten Punkt 43,6°. S-Br in 26,7° O-Lg am 28. Januar berührt hatte, kreuzte 
80° O-Lg in 36,6° S-Br am 14. Februar. Der Mitsegler „Germania“, welcher 
nicht südlicher als 42,7° S-Br gewesen war, schnitt 80° O-Lg in 38° S-Br 
ebenfalls am 14, Februar. 
Oestlich von 80° O-Lg wurde „Esmeralda“ von den dort herrschenden 
Winden zunächst noch ganz besonders begünstigt. Der kräftige Westwind ver- 
änderte sich in langsamer Drehung nach links, so dafs schliefslich aus ihm der
	        
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