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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Fernando Po. 
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aus zwei Höhen immer noch etwas genauer als aus der einzigen Mittagshöhe, 
wo der einzige Höhenfehler sich vollständig auf die Breite überträgt. Was 
aber den Längenfehler betrifft, so hängt dieser hier freilich nur von der Differenz 
der Höhen ab; aber er ist auch sehr bedeutend, und bei dem oben angenommenen 
Fehler von 1‘ in der Höhendifferenz würde die Länge schon um 17‘ geändert 
werden. — Anders wäre es für die Längenbestimmung aus zwei Circummeridian- 
höhe, wenn die Azimuthe nebst ihren Unterschieden dabei gröfser sind, und 
dazu gehört die folgende „Methode von Littrow“. Denn die Anwendung der 
Kulminationssekunden ist doch beschränkt auf die Fälle, wo cos !/(H+h) nicht 
merklich von sin (g—d) verschieden ist, welches bei grofsen Höhen nicht mehr 
stattfindet, wenn sie nicht sehr nahe bei einander und bei dem Meridian be- 
obachtet sind. 
(Schlufs folgt.) 
Fernando Po. 
Nach dem Bericht S, M, Kr. „Möwe“, Kommandant Korv,-Kapt. Höffmann.!) 
Die Seekarten Tit. VI 138 (Br. A. K. 1357) Kap Formoso to Fernando 
Po und Tit. VI 155 (Br. A. K. 623) Anchorages in Fernando Po Island geben 
Aufschlufs über die Lage der Insel zu den umliegenden Küsten der Bucht von 
Biafra und über diejenigen Punkte der Insel selbst, welche bei einer Bericht- 
erstattung vom nautischen Gesichtspunkte in Frage kommen. Die Festlandküste 
der Biafra-Bucht ist im Allgemeinen niedrig ohne hervorragende Objekte, nach 
denen man sich orientiren kann, und zum gröfsten Theil mit vorliegenden Bänken 
und seichten Flufsmündungen umkränzt, welche nicht vollständig genau in den 
Karten niedergelegt sind. Nur die Küste des Kamerun-Berges und die Insel 
Fernando Po bieten Ausnahmen, und Fernando Po allein ist ringsum von tiefem 
Wasser umgeben. Die Bucht von Biafra ist gegen die beständigen SW-Winde 
offen und namentlich in der Jahreszeit April—Oktober von schwerer SW-Dünung 
heimgesucht, welche auf flachem Wasser stark zunimmt und oft den Charakter 
von Rollern annimmt. Die einzige Küste, welche vollkommenen Schutz hier- 
gegen gewährt, ist die Nordküste von Fernando Po. Gerade dieser Theil der 
Insel ist frei von Untiefen und ausgestattet mit guten Ankerplätzen, welche 
auch gegen die von Osten kommenden Tornados geschützt liegen, so dafs keine 
Rhede an der Küste sich auch nur annähernd mit denen von Fernando Po. an 
Sicherheit und Bequemlichkeit vergleichen läfst, 
Der beste unter diesen Ankerplätzen ist die‘ Santa Isabel-Bai (Port 
Clarence). Santa Isabel ist zugleich Sitz der spanischen Kolonial-Regierung 
und die einzige Stadt auf der Insel, Die Bucht ist nahezu vollkommen geschützt, 
tief im Innern wie im Eingang, für jede Schiffsgröfßse zum Ankern geeignet (man 
bleibt. immer in Tiefen von 20—23 m Wasser) und auch geräumig genug, um 
etwa fünf grofsen Schiffen vor einem Anker liegend Raum zu gewähren. Ein 
großer . Vorzug . des Hafens ist seine absolute Zugänglichkeit für Dampfschiffe 
bei Tage und bei Nacht. S. M. Kr. „Möwe“ lief beide Male Nachts ein, das 
erste Mal bei Mondschein, das zweite Mal bei dickem Regenwetter, in welchem 
ca 1 Sm von Land nur das weiße Leuchtfeuer, aber nicht das hohe Land 
sichtbar war. Beide Male boten sich keinerlei Schwierigkeiten für die Einfahrt. 
Das auf der Karte verzeichnete grüne Hafenfeuer ezistirt nicht und ist auch 
entbehrlich. 
Die unmittelbar westlich an die /sabel-Bai sich anschliefsende Venus-Bai 
und Gravina-Bai sind ebenfalls sehr gute Ankerplätze für Schiffe jeden Tief- 
gangs. Obgleich etwas offener gegen NNW, von welcher Richtung indessen 
Stürme nicht zu erwarten sind, sollen diese Ankerplätze in der heifsen Zeit 
wegen frischer Seebriese beliebt sein. _ 
1) „Afrika Pilot“, Part II, 1884, S. 38. . Imray’s -„North Atlantic Directory“, 1869, S. 625. 
Findlay’s „South Atlantic Memoir“, S. 677.
	        
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