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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Ellice-, Gilbert-, Marshall- und Carolinen-Inseln. 
unbekannt. Der NE-Passat weht ziemlich frisch und stetig von Anfang Oktober 
bis Ende Mai. Der SW-Monsun herrscht während der Monate Juni, Juli und 
August vor, wird aber häufßg durch östliche Winde von kurzer Dauer unter- 
brochen, Das Klima ist auflserordentlich angenehm. Wenn auch Orkane nicht 
vorkommen, so treten doch gegen Ende des SW-Monsuns, im August und Sep- 
tember, sehr heftige SW-Winde auf. 
6. Palao- (Pelew- oder Palau-) In.!) Korror-Hafen. Wenn ein 
Schiff die Channel-Spitze und das Riff nordöstlich desselben passirt, halte os 
sich an der östlichen Seite des Kanals, weil es hier das tiefste Wasser findet 
and das Riff steil abfällt, Bei halber Fluth war die niedrigste gefundene 
Wassertiefe 9,5m. Die 4 Kblg NOzN von Channel-Spitze gelegene Untiefe 
kann bei Springzeit-Niedrigwasser nicht über 5,5m Wasser haben. Gezeiten. 
In dem engen Theil des Kanals, SO von Channel-Spitze, setzen die Gezeiten- 
strömungen direkt durch denselben und erreichen aufserhalb desselben eine 
beträchtliche Stärke. Die Ebbe lief 5 Tage nach Neumond, 3 Sm die Stunde; 
nordöstlich von Channel-Spitze setzen die Strömungen quer über den Kanal. 
Passage von Korror nach Molegojok. Die „Kspiegle“ passirte innerhalb 
des Riffs nördlich von Korror-J. und ankerte den Dörfern Ackashar und Molegojok 
gegenüber, welche ungefähr 15 Sm von dem Einfahrtskanal im Korror-Hafen 
entfernt sind. Molegojok ist leicht an einer langen Steinmole zu erkennen, die 
beinahe bis zum Riffrande reicht. Ackashar?®?) liegt ca 1'/a Sm südlich von 
Molegojok. Die Riffe sind sehr unvollkommen bekannt und machen mit den 
zahlreichen, theilweise sehr kleinen Korallenbänken innerhalb derselben die Navi- 
girung stellenweise sehr schwierig und einen scharfen Ausguck absolut noth- 
wendig. Bei Ackashar ist eine schmale und schwierige Passage durch das Riff. 
Die auf 7° 29‘ N-Br, östlich von Baobeltaob-I., auf dem Riff verzeichnete Insel 
existirt nicht. Eil Malk. Das östlich von dieser Insel liegende Riff erstreckt 
sich beinahe 2 Sm östlicher, als auf der Karte angegeben; sein äufserster Aus- 
Jäufer liegt SzO von Uruktapel Bluff. An Proviant lefern die Inseln Yams, 
Schweine und Ziegen. 
Neuere Forschungen über Westindische Orkane. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Durch mehrere kleinere Aufsätze in den früheren Jahrgängen der Annalen 
(insbesondere 1877 und 1878) sind die Leser in Keuntnifs gehalten von den 
wenigen Beiträgen, welche zur Erforschung der westindischen Orkane in neuerer 
Zeit geliefert worden sind und die gröfstentheils aus den Vereinigten Staaten 
von Nord-Amerika hervorgingen; im Jahre 1877 ist indessen in Havana ein 
Werk vom Jesuitenpater B. Vines über diese Orkane überhaupt und jene der 
Jahre 1875 und 186 insbesondere erschienen, welches Werk in Europa fast 
ganz unbekannt geblieben und wichtig genug ist, um eine Wiedergabe seines 
Hauptinhaltes in dieser, den Interessen des Seewesens gewidmeten Zeitschrift 
zu verdienen.) Wir wollen dabei außer dem allgemein meteorologisch Inter- 
essanten auch die Schlufsfolgerungen mittheilen, welche der Verfasser für die 
praktische Navigation daraus ziehen zu können glaubt, ohne dafs die Seewarte 
dieselben in allen Punkten zu vertreten bereit wäre. 
Die Untersuchung der tropischen und ganz besonders der westindischen 
Orkane hat in den Jahren 1828 bis 1860 die bedeutendsten Meteorologen be- 
schäftigt und den Grund gelegt zu unseren jetzigen Anschauungen über die 
Natur der Stürme und sogar der Luftbewegungen überhaupt. Nachdem dieselbe 
1) Findlay’s „North Pacitice Ocean Directory“, 1870 S, 770; Rosser-Imray’s „North 
Pacific Pilot“, Part II, 1870 S. 175. 
2) Viele dieser Namen sind auf der Br. Adm.-Karte nicht angegeben, 
3) P. Benito Vines S, J.: Apuntes relativosa los huracanes de los Antillas en -setiembre 
vy octubre de 1875 y 1876.
	        
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