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Gezeiten - Signale. Die nachstehenden Signale werden gemacht, wenn
sich ein Schiff von See aus der Barre der Flussmündung nähert, oder nach See
zu gehen will.
Eine rothe Flagge im Topp bedeutet, dass ein Viertel Fluth ist; wird
noch eine Kugel am östlichen Rasarm aufgeheisst, so ist halbe Fluth. Eine
rothe Flagge über einer Kugel am östlichen Raaarm bedeutet, dass das letzte
Viertel der Fluth eingetreten ist; eine rothe Flagge über einer Kugel im Topp,
dass Hochwasser ist; eine blaue Flagge im Topp, dass das erste Viertel der
Ebbe eingetreten ist. Eine blaue Flagge im Topp und eine Kugel am west-
lichen Raaarm bedeuten halbe Ebbe. Eine blaue Flagge über einer Kugel am
westlichen Raaarm bedeutet, dass .das letzte Viertel der Ebbe eingetreten ist,
and eine blaue Flagge über einer Kugel im Topp bedeutet Niedrigwasser,
Da es sich häufig ereignet, dass in Folge eines Sturmes in offener Seo
oder auch aus anderen Ursachen das Wasser steigt, ohne dass ein Strom von
See aus über die Barre setzt, so werden in diesen Fällen die Fluthsignale, an-
statt mit einem Ball, mit zwei Bällen gemacht.
Wird eine blaue Flagge über einer rothen Flagge im Topp des Mastes
aufgezogen, so ist das Passiren der Barre gefährlich, und die Schiffe sollten
sich nicht derselben nähern.
Dio nach See zu gehenden Schiffe sollten sich stets über die Beschaffen-
heit des Fahrwassers und der Barre, ehe sie nach See gehen, auf der Insel
Goolwa oder Mundoo KErkundigungen einziehen.
Segelanweisung. Die Schiffsführer, welche einsegeln wollen, müssen alle
nur mögliche Vorsicht gebrauchen. Eho das Wasser zu weniger als 9m ab-
lacht, ist es anzurathen, wenn Seegang auf der Barre steht, in der Position
zu halten und die Brandung auf der Barre zu beobachten, ob solche auch zu
hoch für die Steuerkraft des Schiffes ist. Glaubt man einsegeln zu können, so
müssen die Signale des Semaphorarms sehr pünktlich eingehalten werden.
Hat man alsdann die Untiefe Barker Knoll, wo das Fahrwasser nur ungefähr
2 Kblg. breit ist, passirt und steuert in das Goolwa-Fahrwasser hinein, so
muss man die rothe Tonne bei dem SW-Ende der Insel Hindmarsh an Steuer-
bord behalten.
9. Lage von neu entdeckten Guano-Inseln (Sadie) bei der
NW-Küste von Australien. Der „Hydrographic Notice“ No. 3, Washington,
1878 zufolge hat am 27. Mai 1877 der Führer des Schiffes „Sadie“, Kapt.
F. Caller, auf der Reise von der Insel Browse nach Koepang auf Timor cine
Inselgruppe entdeckt, welche aus drei Inseln bestand, die von einem in der
Richtung NO—SW ungefähr 18 Sm weit erstreckenden Riffe umgeben war.
Diese Inseln liegen zwischen 12° 8‘ und 12° 25‘ S-Br und zwischen 122°
45‘ und 123° O-Lg. Das Schiff ankerte an der Nordseite des Riffes; von hier
aus peilte die NW-Insel Süd, 2 Sm entfernt, die Ost-Insel 0S0’'20 und die
mittlere Insel SSO. Eine Untersuchung ergab, dass alle drei Inseln mit einer
dicken Lage Guano, welcher auffallend reich an Ammoniak und Phosphat war,
bedeckt sind. Zwischen der Ost- und NW-Insel ist eine Durchfahrt durch das
Riff, welche in eine Lagune führt, die einen sichern Hafen für Schiffe jeder
Grösse bildet. Die höchste Stelle von den drei Inseln übersteigt nicht 9 bis
10m über der Meeresfläche, der grösste Theil derselben ist ungefähr 5m
hoch. (Missweisung 0° 30‘ Ost, 1878.)
10. Einsegelung des Peiho. Nach einem Bericht des Kommandanten
8. M. Kbt. „Cyclop“, Kapt.-Lieut. Cochius, sind die in der China Sea Directory,
Vol. III, 1874, pag. 521, für die Einsegelung des Pezho angegebenen Landmarken
schwer zu finden. Besonders gilt dies von zwei Pfählen mit je einem Ballon,
welche in Linie sein sollten, sobald man die zweite Boje (south buoy) erreicht
hat, und welche, in Linie gehalten, den Weg zu der dritten Boje (inner buoy)
angeben. Früher ragten die Ballons der Pfähle über die Forts, vor welchen
sie stehen, empor; letztere sind indessen jetzt erhöht worden, so dass die Ballons
von den Geschützpforten nur schwer zu unterscheiden sind.
11. Ueber die Handels- und Verkehrsverhältnisse von Tientsin
berichtet der Kommandant 8. M. Kbt. „Cyclop“, Kapt.-Ltn, Cochius, dass er bei
seiner Ankunft zu 7Z%entsin am 30. Oktober 1877 eine sehr bedeutende Einfuhr
von Lebensmitteln für den Winter vorfand,. Von Süden kommt Reis und