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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Reisebericht der deutschen Bark „Karl“, 
III. Die Bewohner der Tobi-Inscl. 
Von der Linie aus wurde bei leichtem unbeständigem Westwinde, welcher 
häufig durch starke Böen und Regenschauer unterbrochen wurde, ein nordöst- 
licher Kurs eingeschlagen, auf welchem wir am 13. Dezember in Sicht von 
Tobi- oder Lord North-Insel liefen. Es wehte zur Zeit eine leichte WSW-Briese, 
mit welcher wir durchschnittlich 4 Kn Fahrt machten. Am Nachmittage gegen 
2 Uhr erblickten wir ein Boot‘ von der genannten Insel auf uns zukommen. 
Anfangs glaubte ich, es könne die Mannschaft eines in der Nähe verunglückten 
Schiffes enthalten und hielt deshalb auf dasselbe zu. Nur zu bald aber sah ich 
meinen Irrthum ein, denn das auf uns zukommende Fahrzeug war ein Kanoe 
mit 20 Insassen, welche scheinbar unbewaffnet waren. Gleich darauf tauchten 
noch zwei andere Kanoes in unserer Nähe auf, und alle drei umkreisten unter 
einem furchtbaren Lärm der Insassen, welche vollständig ohne jegliche Kleidung 
waren, unser Schiff, Endlich gelang es ihnen, die Sorgleinkette des Ruders zu 
erhaschen, und so mufsten wir es uns schon gefallen lassen, die ganze 63 Mann 
starke Bande hinterher zu schleppen. Alle gut bewaffnet, warteten wir auf 
das Anbordkommen der Insulaner, welche indefls wahrscheinlich dieses Unter- 
nehmen bis auf den Abend aufzuschieben gedachten. Um 5" p.m. sprang un- 
erwartet eine lebhafte Briese auf, wir zerschnitten die Tauo der Kanoes und 
Hefen schnell aus ihrer Nähe. Ein förmliches Geheul und einige Flintenschüsse 
folgten uns, ohne dafs indefs die Kugeln das Schiff erreichten. Da ich voll- 
ständig unbekannt in dieser Gegend war, ahnte ich Anfangs nichts Böses, wurde 
jedoch bald durch die oben geschilderten Umstände eines Anderen belehrt, und 
möchte ich daher Keinem rathen, absichtlich die Nähe der Lord North-Insel 
aufzusuchen. Wie ich später in Erfahrung brachte, wird diese Insel von der 
grausamsten Bevölkerung des ganzen Ostindischen Archipels bewohnt. 
08 
Beiträge zu den Segelanweisungen über die Ellice-, Gilbert-, 
Marshall- und Carolinen-Inseln. 
(„Hydrographic Notice“ No. 7, London 1884.) 
Die folgenden Angaben, welche als Ergänzungen der bereits mehrfach 
ia den Annalen über die in der Ueberschrift aufgeführten Inselgruppen ver- 
öffentlichten Segelanweisungen dienen können, sind nach den Berichten des 
Kapt. Cyprian A. Bridge und des Lieut. Ommaney und den Wahrnehmungen 
derselben während des Aufenthaltes des Br. S. „Espiegle“ in dem bezeichneten 
Gebiete im Jahre 1883 zusammengestellt. Alle angeführten Peilungen sind mifs- 
weisend; die Mifsweisung beträgt bei den Ellice-, Gilbert- und Marshall-Inseln 
9° Ost, bei den Carolinen-Inseln 2°—6° Ost. 
I. Die Ellice-Inseln.’) 
1. Nurakita- (Sophia-) I. ist eine niedrige, flache, mit dichtem Busch - 
werk bedeckte Insel. Ueber das Buschwerk ragt eine Kokosnuflspalme sowie 
zwei oder drei andere Bäume hervor, die beim Ansegeln in einer Entfernung 
von ca 16 Sm als schwarze Punkte am Horizont erscheinen. Die Insel wird 
von einem Riffgürtel umgeben, von dem aus sich eine Bank erstreckt, welche 
1/2 Sm vom Strande entfernt 15m, in einem Abstande von 1 Sm 26m Wasser 
hat; aufserhalb dieser Entfernung nimmt die Wassertiefe bedeutend zu. Eine 
Landung ist schwierig und nur in Kanoes zu bewerkstelligen. Auf der Süd- 
seite leben einige Eingeborene. Die „Kspiegle“ ankerte an der Südwestseite 
in 13m Wasser; die linke Kanto der Insel peilte vom Ankerplatz NO!LN, die 
rechte ONO. 
1) Annalen 1879 S. 277, 1882 S. 146, 1884 S. 373; 
1877 S. 750; Hydrogr. Notices „Pacific Ocean“, 1873 S. 90. 
Findlay’s „South Pacific Directory“,
	        
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