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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Reisebericht der deutschen Bark „Karl“, 
907 
Bei ganz leichten westlichen Winden, unterbrochen von Windstillen, 
jedoch fortwährend von einer günstigen nach O bis NO setzenden Strömung 
begleitet, wurde die Sunda-See durchsegelt und am 30. November die Südküste 
von Celebes gesichtet. Am Abend desselben Tages passirten wir bei lebhaftem 
Westwinde und starker Ostströmung die Salayer-Strafse. Auch fernerhin wurde 
die Fahrt von günstigen östlichen Strömungen gefördert, und am 2. und 3. De- 
zember segelten wir durch die Boeton-Passage. . 
In der. Molukken-See wurden auch nur ganz leichte Westwinde, von 
häufigen Böen aus NW unterbrochen, angetroffen, die uns am 6. Dezember in 
Sicht der Insel Boero brachten. Diese Westwinde, von einer mehr oder weniger 
starken Ostströmung unterstützt, führten das Schiff durch die Pitts- und die 
Djilolo- Passage in 129° O-Lg zur Linie. u ; 
Eine Reihe von Lothungen, die wir in der Molukken-See angestellt haben, 
und deren Bekanntwerden gewifs einigen Werth haben wird, lasse ich hier 
folgen: 
No. 
der S-Br | 
othg.! 
i y 9 45 
a | 40.29 
a | 214 
° 58 
o 45’ 
| > 32‘ 
> 29’ 
>12 
SR 
10 | 20 5 
1 17 
O-Lg 
123° 40° 
123° 48 
123° 58’ 
124° 10° 
124° 18’ 
124° 34 
124° 51’ 
195° 10° 
125° 22 
125° 36° 
125° 48' 
"Tiefe in 
m | Fad. 
162 ; 90 
198 | 110 © 
144 80 | 
99 1 #5. 
108 E0 
108 MM 
195 5 
2 26) 
26 ] 120 
159 | 105 
162 90 
Beschaffenheit des Bodens 
Grobe Steine und Sand 
Grobe Steine, Sand und Mudd 
Grobe Steine und Sand 
Steine und Sand 
Steine und Sand 
Steine und Sand 
Steine und Sand 
Steine und Sand 
Grobe Steine und Sand 
Grobe Steine und Sand 
Grobe Steine und Sand 
Die vorstehenden Lothungen sind zuverlässig, weil das Schiff bei der 
Anstellung derselben seinen Ort wenig veränderte. Spätere Versuche in der 
Pitts-Passage waren ohne Resultate, weil mit 360m (200 Fad.) Leine der 
Meeresgrund nicht erreicht wurde. 
NM. Ankerplatz bei der Insel Kikik. Djilolo-Passage. 
Am Abend des 9. Dezember geriethen wir 10 Sm WzS von der Insel 
Kikik in Windstille, während der Strom mit einer Geschwindigkeit von 2—3 Kn 
in der Stunde nach ONO setzte und das Schiff schnell auf die genannte Insel 
zu trieb. Die Nacht war ziemlich sichtig. Um Mitternacht standen wir nur 
noch 3 Sm von der Insel entfernt, welche jetzt SOzO peilte. Es wurde fort- 
während gelothet, jedoch mit 162m (90 Pa} Leine kein Grund erreicht. Von 
hier schien der Strom mehr längs der Küste von Kikik-Insel recht auf Toppers- 
hoedye zu setzen, welche Insel deutlich zu sehen war. Um 1'/a* a.m. den 
10. Dezember, als die Insel Kıkik 3—4 Sm entfernt SWzS peilte, wurde eine 
Tiefe von 52,2m (29 Fad.) gelothet, kurz darauf 45m (25 Fad.). Diese Tiefe 
behielten wir bis gegen 3'/a* a. m., zu welcher Zeit Toppers-hoedye, 2,5 Sm 
entfernt, NO peilte und eine lebhafte SW-Briese durchkam, die uns bald aus 
der Nähe der Inseln brachte und schon um 8* a. m. Libobo Point passiren liels. 
Mit der durchgekommenen Briese war gleichzeitig der ENE-Strom verschwunden 
und ein 3 Sm nach Nord setzender an seine Stelle getreten. . 
Aus meinen angeführten Beobachtungen geht also hervor, dafs sich eine 
Bank von der Insel Kikık nach Toppers-hoedye hinüber erstreckt, welche viel- 
leicht noch weiter bis zu der Insel Pisang reicht. Die bei den verschiedenen 
Lothungen zu Tage geförderten Grundproben waren grober schwarzer Sand 
und Schlick. In einer Entfernung von $ Sm Ost von der Südspitze der Insel 
Ga0y, wo auf meiner Karte ebenfalls kein Grund angegeben ist, lag eine nor- 
wegische Bark vor Anker, die uns durch Signale mittheilte, dafs dio Wasser- 
tiefe 36m (20 Fad.) betrage. Kaum 1 Sm östlich von der Bark fanden wir 
mit unserer Leine keinen Grund.
	        
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