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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Reisebericht der deutschen Bark „Karl“. 
der Brandung ankerp, und die Wasserfässer wurden mit Hülfe einiger Malayen 
durch die Brandung ans Land und wieder nach dem Boot zurückgebracht. Es 
war fast ein ganzer Tag dazu nöthig, um drei Fässer mit Wasser an Bord zu 
bekommen. Der kleine Bach, der in Peeyow das Trinkwasser liefert, war fast 
ganz ausgetrocknet. KErfrischungen waren nur in geringen Quantitäten zu er- 
Jangen. KEine Postverbindung Peeyouw’s mit anderen Orten fehlt gänzlich. 
Am 22. November herrschte bis zum Nachmittage Windstille, worauf 
leichte südwestliche Briese durchkam. Mit dieser segelten wir, von einer 2 Kn 
nach Nord setzenden Strömung unterstützt, bis zum Abend dieses Tages und 
ankerten dann in 8° 37,5‘ S-Br und 116° 40‘ O-Lg, 1!» Sm vom Lande, auf 
einer Wassertiefe von 18m (10 Fad.). Am Morgen des 23. November wurde 
die Reise bei lebhaftem NE-Winde fortgesetzt. Am Vormittage dieses Tages 
beobachteten wir einen nördlichen Strom, der um 1* p. m. kenterte, so dafs wir 
gezwungen wurden, wieder zu ankern. Zu diesem Zweck segelten wir mit 
St-B.-Halsen bei steifem NNE-Winde nach der Küste von Lombok und. liefen 
auf einem Abstande von %/4 Sm von der Küste, eben südlich einer langen 
Sandbank, in eine ziemlich grofse Bucht hinein. Die Segel waren bereits bis 
auf die Obermarssegel geborgen, und trotz fleißsigen Lothens an beiden Seiten 
hatien wir noch immer keinen Grund, obwohl in der neuen englischen Karte 
in 8° 27‘ S-Br (eine Breite, auf der wir uns ungefähr befanden) schon auf 
4 bis 5 Sm vom Lande 21,6 und 36,0m (12 und 20 Fad.) Tiefe verzeichnet 
sind.!) Dicht unter der Küste lief ein förmlicher Wirbelstrom, welcher ver- 
anlafste, dafs trotz der steifen Briese und obgleich die Segel wieder gesetzt 
waren, das Schiff dem Ruder nicht gehorchen wollte, sondern schnell dem 
Strande zutrieb. Endlich, 4 Schiffslängen vom Lande, warfen wir eine Wasser- 
tiefe von 16m (9 Fad.), und es wurde sofort geankert. Der Grund, auf dem 
der Anker lag, bestand aus einem schwarzen Thon. Mit 100m (55 Fad.) Kette 
aus lotheten wir am Bug des Schiffes 50m (28 Fad.) Steingrund, im Grofsrüst 
120m (67 Fad.) Steingrund und am Heck 129m (72 Fad.) schwarzen Thon. 
Alle Augenblicke kenterte der Strom. Um 2'*p. m. wurde der Wind plötzlich 
still, und eine nach SzO setzende regelmäfsige Strömung kam durch, deren 
Geschwindigkeit wir vermittelst des Loggs zu 3,2 Kn die Stunde bestimmten. 
Ich benutzte den Nachmittag, um den Eingang des von Findlay bevor- 
zugten, zwischen Lombok und den Rocky-Inseln hindurch führenden Kanals näher 
in Augenschein zu nehmen.*) Trotzdem ich längs der vorerwähnten Sandbank, 
die stellenweise aus dem Wasser hervorragte, bis an die Rocky-Inseln heran 
rudern liefs, fand ich nicht den in der Karte angegebenen Eingang, welcher 
eine Tiefe von 27 bis 31m (15 bis 17 Fad.) haben soll. Ich nehme daher an, 
dafs dieser Eingang wahrscheinlich versandet ist. Etwa 1 Sm SO von den 
Rocky-Inseln fand ich auf der Sandbank, die hier nur schmal war und die ich 
nach NW kreuzte, 4,5m (2,5 Fad.) Wasser, die tiefste Stelle auf der ganzen 
Bank. Zwischen dieser Bank und der Küste von Lombok führt jedoch ein 
ungefähr !/2—3/4 Sm breites und durchschnittlich 50m CE Fad.) tiefes Fahr- 
wasser zu der Passage zwischen Rocky-Inseln und Lombok hindurch, dessen 
südliche Einfahrt nach genauen Beobachtungen von mir auf 8° 26,4‘ S-Br liegt.®) 
Durch die erlebten Täuschungen in Bezug auf die in der Karte angegebenen 
Wassertiefen mifstrauisch geworden, wählte ich indefs diesen Kanal nicht, 
sondern ging am Morgen des 24, November mit einer nördlichen Briese unter 
Segel und kreuzte, von einer nach NNO setzenden Strömung begünstigt, östlich 
von den Rocky-Inseln aus der Allas-Strafse. An diesem Tage machte ich die 
Beobachtung, dafs, als am Mittag der Strom unter der Küste von Lombok 
kenterte und wir darauf nach Sumbava hinüber standen, unter dieser Küste 
noch ein starker nördlicher Strom lief, durch dessen Beistand wir bald frei von 
der Allas-Strafße kamen. 
1) In der englischen Admiralitätskarte No. 941B ist in dieser Breite und 5 Sm von der 
Küste die Wassertiefe zu 40 Fad. angegeben, 
2) Findlay’s „Sailing Directory for the Indian Ocean ete.“, 1870, Seite 680, und 1878, 
Seite 755 und 756. 
3) Wegen der Tiefenverhältnisse in der Allas-Stra/fse unter der Küste von Lombok siehe auch 
diese Annalen 1883, Seite 324.
	        
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