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Reisen S, M.S. „Elisabeth“ und S. M, Knbt. „Hyäne“,
Das Barometer stand, wie während des ganzen Aufenthaltes in der Südsee,
zwischen 763 und 759mm. Der Wind, der während der Abwesenheit S. M. S.
„Elisabeth“ zwischen SE und WNW gewechselt hatte, wurde jetzt vorherrschend
WNW, selten mehr wie Stärke 2 aufweisend. Anfangs Dezember kamen häufige
Regenschauer durch, auch Wetterleuchten und Gewitter stellten sich wieder ein,
Ueber die Fahrt S. M. Kubt. „Hyäne“ au der Ostküste von Neu-Guinea
entnehmen wir dem Berichte des Kommandanten Folgendes:
Um 12% Mittags den 23. November sollte dem Besteck nach Kap King
William in SO 3 Sm ab sein; es war aber nicht mit Bestimmtheit auszumachen.
Die Küste ist hier sehr stark bewaldet und hat viele flache Einbuchtungen mit
Küstenvorsprüngen,
In Findlay’s „Directory of the South Pacific Ocean“, 1877, pag. 824, ist
ebenfalls erwähnt, dafs das Kap schwer auszumachen ist; die Lage ist dort nur
durch eine Peilung von Fortification Point angegeben. Letzteres Kap, welches
seinen Namen wahrscheinlich wegen der Aehnlichkeit mit einem auf einem Hügel
erbauten Fort hat, kann leicht mit einem ähnlichen, einige Seemeilen nördlich
gelegenen Landvorsprung, dessen Terrassen ebenfalls einer künstlichen Be-
festigung gleichen, verwechselt werden. Bezeichnend für Fortification Point sind
die in der Karte „white cliffs“ benannten, am südlichen Abhange des Kaps ge-
legenen weifsen Flecken. Dasselbe unterscheidet sich auch durch weite grüne
Grasflächen bei geringer Bewaldung, während das falsche Kap eine bräunliche
Färbung zeigt,
Während des Tages war gegen südöstliche Winde, Stärke 4—B5, und
Nordweststrom angedampft, und befand sich das Kanonenboot vor Sonnenunter-
gang 3 bis 4 Sm nördlich von Fortification Point,
Von hier aus ging es während der Nacht weiter von der Küste ab, und
erst mit Hellwerden am Morgen des 24. November wieder an die Küste heran.
Der Südostwind, welcher bisher während der Nacht abflaute und erst gewöhnlich
gegen 10 Uhr Vormittags wieder einsetzte, kam in dieser Nacht schon um 3 Uhr
wieder mit der Stärke 3—4 durch und nahm bis zur Stärke 5 zu; während der
Nacht und auch am Vormittag in der Nähe der Küste wurde ein Nordweststrom
in der Stärke von 1—2 Sm bemerkt.
Um 12 Uhr Mittags kam der Dampfer „Samoa“ in Sicht und um 1 Uhr
längsseit. Der Dr. Finsch theilte mir mit, dafs er weiter südlich einen Hafen
entdeckt habe. Nachdem Herr Dallmann sich an Bord seines Schiffes begeben
hatte, wurde die Reise fortgesetzt und um 3" 30” in einer Bucht, dem Finsch-
Hafen, geankert.
ine Skizze dieses Hafens befindet sich auf Tafel 8.
Die Ufer der Bucht sind dicht bewaldet; der Wald erstreckt sich aber
nicht überall in gleicher Dichtigkeit auf die weiter im Lande liegenden Berge
und Hügel, diese zeigen vielmehr neben Wald auch weite offene, mit Gras be-
atandene Flächen.
An der Nordwestseite der Bucht und in der äufsersten SW-Ecke wurden
Wasserläufe mit frischem Wasser entdeckt; dieselben konnten mit Booten nur
eine ganz kurze Strecke befahren werden und schienen mir auch nicht zur Auf-
füllung der Vorräthe geeignet.
Am 27. Morgens wurde die Kaiserlich Deutsche Flagge auf der Halb-
insel geheifst, welche in der Karte mit Flaggenhalbinsel bezeichnet ist, auf
welcher Dr. Finsch bereits die Deutsche Kauffahrteiflagge vor dem Eintreffen
des Kanonenboots aufgesteckt hatte. .
Am 28, Morgens verliefs die „Hydne“ den Hafen und steuerte mit einem
Kessel dampfend südwärts, um von Kap Cretin aus südlich um Neu-Britannien
nach Matupt zurückzukehren.
Ungefähr 5 Sm südlich wurde eine zweite tiefe Einbuchtung bemerkt,
welche sich in der Richtung ONO—WSW erstreckt; in dieselbe hinein gedampft;
in der Mitte der Bucht fand sich sehr tiefes Wasser, mit über 100m Lothleine
kein Grund. In der Südecke der Bucht, ganz nahe dem Lande, wurde Anker-
yrund gefunden; 6s zeigte sich aber Korallenboden und waren die gelotheten
Tiefen sehr ungleichmäfeig. In der Westecke mündet sehr wahrscheinlich ein
Fluß, der jedoch durch eine breite Barre, auf welcher nur wenig Wasser ist
‘höchstens 1—1,5m), gesperrt ist. Das Wasser aufserhalb der Barre, die sehr