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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Reisen S. M.S. „Elisabeth“ und S. M. Knbt, „Hyäne“, 
zwischen Rook-Insel und Neu-Britannien in alter Stärke wieder ein, und auch 
ein mit 1 Sm Geschwindigkeit nach NW setzender Strom wurde bemerkbar. 
In der Nacht, sobald sich das Schiff in Lee von Neu- Britannien befand, hörten 
Wind und Strom vollkommen auf, die See wurde ganz glatt, 
Für die Weitorreise wurde die Passage südlich von Merite- und 
Deslacs-Insel gewählt, Ueber die Formation und Beschaffenheit der passirten 
Inseln ist noch Folgendes zu bemerken: . 
_ Long-I. hat drei hohe spitze Piks, die übrige Insel ist ziemlich flach 
und eben; sie ist bewohnt (Vertonung auf Tafel 9). 
. Lottin-I. ist ein spitzer Kegel, wie die. Vertonung auch darstellt, vul- 
kanisch, gröfstentheils bewaldet und bewohnt (Vertonung auf Tafel 9). 
Rook-I. ist sehr zerklüftet, einzelne Berge bilden ganz spitze vulkanische 
Kegel; an dem Ufer wurden mehrfach Dörfer und Kokospalınen gesehen. 
. Tupinier-I. in der Dampier-Strafse ist hoch und vulkanisch, Volcano-J., 
dicht dabei, ist ein einfacher spitzer Kegel” 
Neu-Britannien trägt bei Kap Gloucester einen spitzen Pik von ungefähr 
2200m Höhe; 15 Sm östlich von diesem bei Kap Gauffre liegt ein ähnlicher 
Kegel, gegen 2000m hoch. Das Land ist hoch und gebirgig bis ‚zum Kap 
Bault, dann tritt es mehr nach SO zurück und scheint niedriger zu sein. 
Die French Insel-Gruppe ist nicht sehr hoch, besonders die östlichen 
Inseln haben ausgedehnte Strecken ebenen Landes, alle sind dicht bewaldet, 
am Strande wurden vielfach Kokospalmen und Dörfer gesehen. 
North-I. ist eine kleine bewaldete steile Felseninsel. 
Merite-I. ist ziemlich hoch, leicht bewaldet und bewohnt, mehrere kleine 
hewaldete Felsen liegen östlich und nordwestlich derselben dicht an der Küste. 
Die Südspitze der Insel wurde zu 4° 55’ S-Br, nicht 4° 59‘ S-Br, wie Karte 
Tit. N No. 119, angiebt, bestimmt. Die Länge war richtig (Vertonung auf 
Tafel 9). 
Neben Forrestier-I. wurden aufser den bereits genannten Inseln nur noch 
zwei kleine Inseln, die bewaldet waren, und zwei Felsen bemerkt. 
Deslacs hat im Osten und Westen. ausgedehnte, flache, bewaldete und 
bebaute Strecken (Vertonung auf Tafel 9). In der Mitte steigt die Insel hoch 
an, und befindet sich hier eine grofse Bucht mit einem engen Eingang an der 
Südseite, anscheinend ein guter Hafen, Es sieht aus, als ob die Bucht früher 
ein Krater gewesen. Die Berge steigen an allen Seiten steil in die Höhe. An 
der Ostseite des Einganges liegt ein kleiner steiler Felsen, in der Bucht selbst 
eine niedrige bewaldete Insel. Mehrere Kanoes kamen dem Schiffe entgegen, 
es wurde aber nicht mit ihnen verkehrt. 
Villaumez-T. ist, so weit bei der grofsen Entfernung erkannt werden 
konnte, eine niedrige flache Insel, die nur in der Mitte einen spitzen hohen 
Kegel trägt (Vertonung auf Tafel 9). 
In der Nacht wurde nördlich von Father- und Son-Riffs, passirt, dann 
der Kurs 10 Sm nördlich von Legelis shoal abgesetzt. Der Strom setzte. bis 
zum nächsten Mittag nordwestlich 8 Sm, Am 24, November Nachmittags 2. Uhr 
wurde ein Riff gesehen, das aus mehreren über Wasser liegenden Steinen be- 
stand und durch viele darauf befindliche Baumstämme sich kenntlich machte. 
Die Lage der Nordecke dieses Riffes wurde nach genauen Öbservationen zu 
3° 50‘ S-Br und 151° 33,5‘ O-Lg bestimmt. Mehrere flache Stellen schienen 
1 bis 2 Sm östlich und westlich zu liegen, auch nach Süden hin schien es sich 
1 bis 2 Sm auszudehnen. 
Dieses Riff liegt 7 Sm mw. NW von der Stelle, wo auf den Karten 
Legelis shoal eingetragen ist, und ist daher höchst wahrscheinlich mit diesem 
identisch. ; 
In der Nacht zum 25. wurde bei Stille nördlich der Gazelle-Halbinsel 
gestoppt, dabei nur ganz unbedeutende Stromversetzung‘ gefunden. Am 25, 
wurde bei Tagesanbruch die Reise fortgesetzt und um 8" a.m. in Matupt 
geankert. Es wurde die Spitze Beautemps Beaupre mit der Südlichen Tochter 
in mw. NzW!/AAW in Eins gepeilt. Der erstere Berg liegt daher auf den Karten 
zu weit westlich. Das Wetter während der folgenden Tage war in Matupi 
meist klar und schön. Mehrere Tage fiel zunächst gar kein Regen, und stieg 
dabei das Thermometer öfters auf über 31° C., um selten unter 28° C. zu fallen. 
Ann. d. Hydr. ete.. 1885. Haft 1V.
	        
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