Reisen S. M.S. „Elisabeth“ und S. M. Knbt, „Hyäne“,
zwischen Rook-Insel und Neu-Britannien in alter Stärke wieder ein, und auch
ein mit 1 Sm Geschwindigkeit nach NW setzender Strom wurde bemerkbar.
In der Nacht, sobald sich das Schiff in Lee von Neu- Britannien befand, hörten
Wind und Strom vollkommen auf, die See wurde ganz glatt,
Für die Weitorreise wurde die Passage südlich von Merite- und
Deslacs-Insel gewählt, Ueber die Formation und Beschaffenheit der passirten
Inseln ist noch Folgendes zu bemerken: .
_ Long-I. hat drei hohe spitze Piks, die übrige Insel ist ziemlich flach
und eben; sie ist bewohnt (Vertonung auf Tafel 9).
. Lottin-I. ist ein spitzer Kegel, wie die. Vertonung auch darstellt, vul-
kanisch, gröfstentheils bewaldet und bewohnt (Vertonung auf Tafel 9).
Rook-I. ist sehr zerklüftet, einzelne Berge bilden ganz spitze vulkanische
Kegel; an dem Ufer wurden mehrfach Dörfer und Kokospalınen gesehen.
. Tupinier-I. in der Dampier-Strafse ist hoch und vulkanisch, Volcano-J.,
dicht dabei, ist ein einfacher spitzer Kegel”
Neu-Britannien trägt bei Kap Gloucester einen spitzen Pik von ungefähr
2200m Höhe; 15 Sm östlich von diesem bei Kap Gauffre liegt ein ähnlicher
Kegel, gegen 2000m hoch. Das Land ist hoch und gebirgig bis ‚zum Kap
Bault, dann tritt es mehr nach SO zurück und scheint niedriger zu sein.
Die French Insel-Gruppe ist nicht sehr hoch, besonders die östlichen
Inseln haben ausgedehnte Strecken ebenen Landes, alle sind dicht bewaldet,
am Strande wurden vielfach Kokospalmen und Dörfer gesehen.
North-I. ist eine kleine bewaldete steile Felseninsel.
Merite-I. ist ziemlich hoch, leicht bewaldet und bewohnt, mehrere kleine
hewaldete Felsen liegen östlich und nordwestlich derselben dicht an der Küste.
Die Südspitze der Insel wurde zu 4° 55’ S-Br, nicht 4° 59‘ S-Br, wie Karte
Tit. N No. 119, angiebt, bestimmt. Die Länge war richtig (Vertonung auf
Tafel 9).
Neben Forrestier-I. wurden aufser den bereits genannten Inseln nur noch
zwei kleine Inseln, die bewaldet waren, und zwei Felsen bemerkt.
Deslacs hat im Osten und Westen. ausgedehnte, flache, bewaldete und
bebaute Strecken (Vertonung auf Tafel 9). In der Mitte steigt die Insel hoch
an, und befindet sich hier eine grofse Bucht mit einem engen Eingang an der
Südseite, anscheinend ein guter Hafen, Es sieht aus, als ob die Bucht früher
ein Krater gewesen. Die Berge steigen an allen Seiten steil in die Höhe. An
der Ostseite des Einganges liegt ein kleiner steiler Felsen, in der Bucht selbst
eine niedrige bewaldete Insel. Mehrere Kanoes kamen dem Schiffe entgegen,
es wurde aber nicht mit ihnen verkehrt.
Villaumez-T. ist, so weit bei der grofsen Entfernung erkannt werden
konnte, eine niedrige flache Insel, die nur in der Mitte einen spitzen hohen
Kegel trägt (Vertonung auf Tafel 9).
In der Nacht wurde nördlich von Father- und Son-Riffs, passirt, dann
der Kurs 10 Sm nördlich von Legelis shoal abgesetzt. Der Strom setzte. bis
zum nächsten Mittag nordwestlich 8 Sm, Am 24, November Nachmittags 2. Uhr
wurde ein Riff gesehen, das aus mehreren über Wasser liegenden Steinen be-
stand und durch viele darauf befindliche Baumstämme sich kenntlich machte.
Die Lage der Nordecke dieses Riffes wurde nach genauen Öbservationen zu
3° 50‘ S-Br und 151° 33,5‘ O-Lg bestimmt. Mehrere flache Stellen schienen
1 bis 2 Sm östlich und westlich zu liegen, auch nach Süden hin schien es sich
1 bis 2 Sm auszudehnen.
Dieses Riff liegt 7 Sm mw. NW von der Stelle, wo auf den Karten
Legelis shoal eingetragen ist, und ist daher höchst wahrscheinlich mit diesem
identisch. ;
In der Nacht zum 25. wurde bei Stille nördlich der Gazelle-Halbinsel
gestoppt, dabei nur ganz unbedeutende Stromversetzung‘ gefunden. Am 25,
wurde bei Tagesanbruch die Reise fortgesetzt und um 8" a.m. in Matupt
geankert. Es wurde die Spitze Beautemps Beaupre mit der Südlichen Tochter
in mw. NzW!/AAW in Eins gepeilt. Der erstere Berg liegt daher auf den Karten
zu weit westlich. Das Wetter während der folgenden Tage war in Matupi
meist klar und schön. Mehrere Tage fiel zunächst gar kein Regen, und stieg
dabei das Thermometer öfters auf über 31° C., um selten unter 28° C. zu fallen.
Ann. d. Hydr. ete.. 1885. Haft 1V.