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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Reisen S. M. S. „Elisabeth“ und S. M. Knbt. „Hyäne“, 
sumpfig. Das Wasser ist, besonders in der Nähe der Flufsmündungen, meistens 
vollkommen braun von Mudd, der Grund ist oft so weich, dafs es Schwierig- 
keiten hatte, das Handloth wieder herauszubekommen. Ebbe und Fluth wurden 
im Hafen nicht beobachtet, der Wasserstand änderte sich nur gegen %/4m. 
Aufserhalb des Hafens wehte mehrfach frischer Ostwind, derselbe machte sich 
auf dem Ankerplatze aber kaum fühlbar; Abends traten häufig heftige Gewitter 
ein; der Wind brachte, wenn er dabei von Land kam, einen unangenehmen 
Muddgeruch mit sich. Nach später gemachten Erfahrungen scheint das Klima 
ungesund zu sein und Fieberkrankheiten hervorzubringen, da viele Leute daran 
erkrankten. 
Das Barometer schwankte regelmäfsig zwischen 762 und 759mm, Das 
Thermometer zeigte am Tage bis über 30° C., Nachts fiel es selten unter 25° C. 
Die Eingeborenen der Umgegend wohnen nicht auf dem festen Lande, 
sondern nur auf den Inseln; es befinden sich auf Fischel- und Aly-Insel gröfsere 
Dörfer. Am Eingange zur Lagune auf Kickstedt-Insel sind nur einige Hütten, 
Die Eingeborenen waren durchaus friedlich und unterhielten einen lebhaften 
Tauschhandel mit den Schiffen. Während des Tages befanden sich die meisten 
auf ihren Plantagen, die Dörfer waren dann nur von einzelnen Leuten bewacht, 
die Frauen und Kinder zeigten sich sehr selten; alle hatten die Hüften mit 
Gürteln und Lawa Lawas bedeckt; die meisten machten einen ziemlich intelligenten 
vernünftigen Eindruck, Obwohl in den Dörfern sehr viele Schweine herumliefen, 
so verkauften sie diese doch nicht. Früchte gab es sehr wenig, auch Kokos- 
nüsse waren nur in geringen Quantitäten vorhanden. 
Am 20. November wurde die Kriegsflagge am Lande geheifst und dann 
durch die Dallmann-Einfahrt in See gedampft. Durch Ablaufen von Distanzen 
und Peilungen, sowie Observationen wurden die Küstenkoniuren in der Nähe 
der Einfahrt festgelegt und die Lage von Bili-Bıli bestimmt; dieselbe zeigte 
sich auf Karte Tit. X, No. 162, als ungefähr richtig, wie auch die Küsten- 
formationen bis Port Constantin auf derselben richtig eingetragen sind. Nörd- 
lich von Bili-Bile stimmt aber die Karte nicht mit der Wirklichkeit. Kap 
Duperre ist gar nicht vorhanden, es mufs die Ecke einer‘ gröfseren Insel als 
solches angenommen sein. Die Küstenkarte (Tafel 7) giebt die Formation der 
Küste nördlich von Bili-Bili, im Anschlufs an obige Karte, wie sie diesseits 
festgelegt wurde. 
Bei der Tour längs der Küste wurde bis mehrere Seemeilen vom Lande 
ganz gelb gefärbtes Wasser angetroffen, ohne dafs Grund, zu erhalten war, 
Dieses Wasser mufs aus Flüssen kommen, die in die Astrolabe-Bai münden, und 
scheint etwas südlich von Bili-Bili ein ziemlich bedeutender Flufs direkt in die 
Bucht zu münden. Auch hier wurden mehrfach grofse Baumstämme im Wasser 
treibend angetroffen. 
Am 20. November Nachmittags 2 Uhr wurde OSO-Kurs aufgenommen. 
Der Wind war Anfangs NNE 3—4, drehte dann auf E und blieb während der 
folgenden Tage zwischen E und ESE stehen. Oft erreichte er die Stärke 6. 
Der Strom setzte dabei vom 20. bis 21. NWzW 26 Sm und vom 21. zum 22. 
WNW 33 Sm, so dafs am 22. Mittags die NO-Ecke von Neu-Guinea sich noch 
in SWzW 9 Sm Entfernung befand, das Schiff also erst 120 Sm zurückgelegt 
hatte. Da die Kohlenvorräthe für die Weiterreise zum Hyon-Golf und dann 
südlich von Neu-Britannien nach Matupi zurück wahrscheinlich nicht ausgereicht 
hätten, so wurde S. M. Knbt. „Hydne“ beauftragt, - selbstständig diese Tour zu 
machen, und S. M.S. „Elisabeth“ ging am 22. Nachmittags nordöstlich. 
Es wurde bei günstigem südöstlichem Winde und NW-Strom, 1,5 Sm 
pro Stunde, in die Strafse zwischen Lottin- und Rook-Insel eingelaufen, hierbei 
wieder konstatirt, dafs die Inseln in der dortigen Gegend ganz genau nach 
Länge und Breite festgelegt sind. Die Strafse zwischen Rook- und Lottin-Insel 
ist, so weit dies beobachtet werden konnte, ganz frei von Riffen, es wurde 
aber in mw. NzW!'AW 3 Sm vom Kap King auf Rook-Insel eine in den Karten 
nicht verzeichnete Insel, welche Heyn-Insel genannt wurde, angetroffen. Die- 
selbe ist niedrig, bewaldet, ungefähr 200m im Durchmesser und rings von 
einem ungefähr ebenso langen Riffe umgeben; sie wurde westlich passirt, 
Hinter Rook-Insel wurde es ganz still, zeitweise kam: sogar NW-Wind durch, 
der alte SE-Wind setzte aber beim Vorbeigehen vor der Dampier-Strafse
	        
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