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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Reisen S. M. S. „Elisabeth“ und S. M. Knbt. „Hyäne“. 
25° bis 21° S-Br in ungefähr 157° O-Lg wehte nordöstlicher Wind, Stärke 4-6, 
während das Barometer auf 772mm stieg; nachdem dieses dann wieder bis auf 
765mm gefallen, trat Stille von kurzer Dauer ein, der leichter SSE-Wind folgte. 
Dieser drehte bei allmählich steigendem Barometer nach ESE, frischte auf und 
entwickelte sich in 19° S-Br zum frischen Passat; dieser hielt, höchstens Stärke 6 
erreichend, bei einem Barometerstande zwischen 764mm und 767mm und leicht 
mit cu-ni bewölktem Himmel an, bis in 153,5° O-Lg 6,7° S-Br erreicht war. 
Das Barometer fiel jetzt bis auf 760mm, und umspringende, meist ganz flaue 
Winde, welche besonders bei Tage von heftigen Gewitterregen begleitet waren, 
wurden während der Weiterreise, welche unter Dampf gemacht wurde, bis zur 
Ankunft in Matupi angetroffen; diese erfolgte am 1. November Nachmittags 
‘46 Uhr. 
Unterwegs wurde Adele-Insel am 29. Oktober gesichtet und auf ungefähr 
10 Sm Abstand passirt; dann kam am 1. November bei Tagesanbruch, nachdem 
wegen starken Regens eine Stunde lang hatte gestoppt werden müssen, Neu- 
Irland in Sicht (Vertonung auf Tafel 9). Sulphur-Berg und Lountass-Insel 
konnten sofort gut ausgemacht werden, Kap St. Georg wurde erst viel später 
erkannt. Die Stelle, welche nach früheren Berichten wie ein segelnder Schoner 
aussehen soll, wurde wegen zu grofser Entfernung nicht gesehen. An dem- 
selben Vormittage wurde, S. M. Kunbt. „Hydne“ folgend, in den Gower-Kanal 
zwischen Neu-Irland und Wallis-Insel von Nord eingelaufen. Das Fahrwasser 
ist mit Ausnahme der Riffe an der Nordkante von Wallis und der SW-Ecke 
der Einfahrt in Zrish cove, welche sich gut markirten, vollkommen klar; im 
Kanal ist Platz zum Drehen für ein Schiff, wie S. M.S. „Elisabeth“, doch ist 
dabei zu berücksichtigen, dafs der Strom nur in der Mitte läuft, an der Küste 
dagegen nicht; der Kopf des Schiffes wurde dadurch mehrere Male stark aus 
dem Kurs gebracht, der Strom setzte das Schiff nach Süd. Mit dem Handlothe 
wurde bei 45m Leine niemals Grund erreicht. 
Irish- und English cove sind ganz kleine Buchten, die als Ankerplätze 
für gröfsere Schiffe nicht geeignet sind. 
Im St. Georg-Kanal (Vertonungen auf Tafel 9) wurde eine Vorsetzung 
nach NW von ungefähr 1 Sm pro Stunde konstatirt. 
Der Hafen von Matupi ist auch für gröfsere Schiffe cin guter Ankerplatz; 
bei der Einfahrt haben dieselben sich dicht an der Ostseite dor Passage zu 
halten, weil das flache Wasser sich von der Insel aus ungefähr bis zur Mitte 
erstreckt. 
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In Matupi war das Wetter meist gut, nur ab und zu setzten Regen- 
schauer von kurzer Dauer ein, der Wind war vorwiegend südöstlich. Nachts 
trat meistens Stille ein, es wurde dann sehr starkes Wetterleuchten beobachtet. 
Südlich der Bucht über Neu-Britannien standen fast fortwährend schwere 
Gewitterwolken, die Nachmittags oft bis zum Zenith aufstiegen, dann aber 
durch den SE-Wind zurückgedrängt wurden. Das Barometer schwankte zwischen 
759mm und 762mm, das Thermometer stieg Nachmittags oft bis auf 31° C. und 
kam Nachts selten unter 27° C. 
S. M.S. „Elisabeth“ blieb bis zum 9. November Morgens in Matupti, ging 
inzwischen einmal in See zur Abhaltung des Uebungsschiefsens, Hierbei wurde 
stundenlang in der Bucht und zwischen Credner-Insel und Südlicher Tochter 
manövrirt, nirgends wurden flache Stellen gefunden. Die Bucht erscheint für 
Sehiefsübungen und Evolutionen sehr geeignet, da daselbst nicht viel See auf- 
kommen kann. 
Am Morgen des 9. November wurde zusammen mit S. M. Kubt. „Hydne“ 
aach Kabakada-Rhede an der Nordküste der Gazelle-Halbinsel gedampft. Es 
wurde hierbei durch Winkelmessungen und In-Eins-Peilungen konstatirt, dafs 
die Küste aufserhalb der Blanche Bay nur ungenau festgelegt ist, und dafs 
Man-Insel sowie Kap Luen auf der Karte Tit. XII, No. 119, falsch liegen 
(Vertonung auf Tafel 9). Das Missionshaus östlich der Kabakada-Huck bietet bei 
klarem Wettor eine gute Ansteuerungsmarke, verschwindet jedoch, bevor man 
den Ankerplatz erreicht hat, hinter Bäumen; dann hat man indessen bereits die 
Station, eine kleine helle Hütte mit Schuppen, in der Nähe und Flaggenstange 
ausgemacht und erhält bald Grund mit dem Handlothe. Nach 3'/2 stündiger 
Fahrt ankerte S. M. S. „Elisabeth“ ungefähr auf dem früher von S. M, Knbt.
	        
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