Eingänge von meteorologischen Journalen etc., November 1884, 177
leichtem NW-Winde überschritten worden war, führte ein frischer SW-Wind
die Bark am 16. Juni zurück zu dem in 10,5° O-Lg berührten: Parallel von
30° Süd. Es waren dann 21 Tage vergangen, seit man dieselbe Breite im
Indischen Ocean verlassen hatte. Während der Fahrt über dieses Meer war:
10° S-Br in 101° O-Lg am 26. April, 20° S-Br in 77,5° O-Lg am 7, Mai,
30° S-Br in 44° O-Lg am 26. Mai, 90° O-Lg in 16,2° S-Br am 1. Mai, 60° O-Lg
in 25,4° S-Br am 19. Mai und 30° O-Lg in 33,8° S-Br am 6. Juni gekreuzt
worden. Ebenfalls am 16. Juni gelangte nach 30° S-Br in 11° O-Lg die
eiserne Bremer, von Rangoon' kommende Bark „Germania“, Dieselbe hatte
den Aequator in 91,5° O-Lg am 7. Mai verlassen und sich am 6. Juni in
30° S-Br und 34,5° O-Lg befunden. . Noch ein zweiter Mitsegler, die von
Tioilo nach Halifax bestimmte Hamburger Bark „Willy“, welche am 25. April
von der Sunda-Strafse, am 25. Mai von 30° S-Br in 39,3° O-Lg abgefahren
war, kehrte nach 30° S-Br in 13,5° O-Lg am 12. Juni zurück, Am Mittag des
9, Juni hatte sich „Bonito“ in 35,2° S-Br und 21,8° O-Lg, „Germania“ in
33° S-Br und 31,5° O-Lg und „Willy“ in 34,6° S-Br und 15,3° O-Lg befunden.
Der frische Südwind, bei dem „Bonito“ wieder nördlich von 30° S-Br
gelangte, veränderte sich während der nächsten Tage nach SE und schien zum
Passat werden zu wollen. Als der allmählich schwächer werdende Wind das
Schiff bis zum 20, Juni nach 24° S-Br in 2,3° O-Lg geführt hatte, trat leichte
Mallung ein, und obgleich auf diese bald ziemlich günstige Winde folgten, so
wurde doch eigentlicher Passat erst viel später angetroffen. Die Bark überschritt
den Occan auf einer nicht oft befahrenen Route, längs des südlich vom Passat
liegenden Gebietes hohen Luftdrucks. Das Barometer, welches unweit 30° S-Br
auf einen höchsten Stand von 773,4 mm gezeigt hatte, hielt sich nachher für
längere Zeit verhältnifsmäfsig hoch und hatte, als „Bonito“ sich am 3. Juli in
Sicht von der Insel Trinidad befand, noch einen Stand von 771,0 mm. Unweit
von 19,5° S-Br in 18,5° W-Lg wurde der frisch wehende Passat angetroffen,
bei welchem der letzte Reiseabschnitt in rascher Weise vollendet werden
konnte. Am 8. Juli, 100 Tage später als Saigon verlassen worden war, ankerte
„Bonito“ im Hafen von Rio de Janeiro. Im Südatlantischen Ocean war:
0° Länge in 21,4° S-Br am 22, Juni, 10° W-Lg in 20° S-Br am 26. Juni und
20° W-Lg in 19,3° S-Br am 30. Jumi geschnitten worden. .
Nachdem „Bonito“ in Rio de Janeiro entladen worden war, verliels sie
diesen Hafen am 29. Juli, um in Ballast geladen nach Kap Haytien zu versegeln.
Bei dem auf See angetroffenen frischen SE-Winde konnte von Anfang an mit
St-B.-Halsen segelnd ein nordöstlicher Kurs gesteuert werden. Man kreuzte
auf demselben: 20° S-Br in 38,5° W-Lg am 31. Juli und rückte bis zum
5. August nach 10° S.-Br in 34,3° W-Lg vor. Am 8, August ging „Bonito“ in
39° W-Lg von südlicher in nördliche Breite über. In letzterer ging der SE-
Passat fast ohne vorhergehende Mallung in den südwestlichen Monsun über.
Unweit 7° N-Br in 44° W-Lg wurde die Windrichtung am 12. August eine
südwestliche und blieb sie so, bis die Bark bis zum 15. August nach 12° N-Br
in. 48,5° W-Lg gesegelt war. Der sich in der Nähe dieses Punktes einstellende
leise östliche Zug hielt etwa 36 Stunden an. Nach dieser Zeit entwickelte sich
aus demselben der in etwa 12,8° N-Br und 49,2° W-Lg durchkommende NE-
Passat. Den von diesem letzteren Punkte ab noch vorliegenden Theil der
Reise vollendete „Bonito“ bei dem meist frisch wehenden NE-Passat, Am
22, August befand die Bark sich in Sicht der Insel Sombrero, am 25. August
wurde das Kap Samana erblickt und am 27. August wurde der Hafen von Kap
Haytien erreicht, Um zu demselben von Rio de Janeiro aus zu gelangen, waren
29 Tage erforderlich gewesen. In nördlicher Breite war: 10° N-Br in 46° W-Lg
am 14. August und 15° N-Br in 51° W-Lg am 18. August gekreuzt worden,
In Kap Haytien wurde „Bonito“ mit Blauholz beladen‘ und schliefßslich
am 30. September auch dieser Hafen verlassen, um nach Hamburg zurückzu-
kehren. Bei dem auf See wehenden mäfsigen Passat wurde ein nördlicher Kurs
gesteuert, auf dem die Bark nach einem Tage in Sicht von der zur Bahama-
Gruppe gehörenden Insel Mariguana gelangte. Nachdem die gleichnamige
Passage durchsegelt worden war, wurde bei dem im offenen Ocean herrschenden
Passate mit St-B.-Halsen weiter gesegelt, bis man am 5. Oktober die in 31,5°
N:Br und 76,7° W-Lg liegende polare Passatgrenze erreichte. Der Passat