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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

176 Eingänge von meteorologischen Journalen etc,, November 1884, 
südwestliche Wind durch S nach SE, so dafs der Passat aus ihm entstand, 
ohne dafs vorher eine Spur von Mallung beobachtet wurde, Als der Wind 
sich am 26. Juli von NW nach SW veränderte, zeigte das Barometer auf einen 
niedrigsten Stand von 758,5 mm. So wie die Wirdrichtung eine südliche 
geworden war, begann der Luftdruck zuzunehmen, und kurze Zeit, nachdem die 
Windrichtung eine südöstliche geworden war, hatte das Glas einen höchsten 
Stand von 770,2 mm erreicht. Bei dem später nicht sehr beständig wehenden 
Passat segelte „Bonito“ bis zum 6. August zur Sunda-Strafse. Als man an 
diesem Tage Java Head erblickte, waren 94 Tage seit der Abfahrt vom Kanal 
verflossen. 30° S-Br war im Indischen Ocean in 102,0° O-Lg am 28, Juli, 
20° S-Br in 102,5° O-Lg am 1. August und 10° S-Br in 105,4° O-Lg am 
4. August gekreuzt worden. Von den Mitseglern erreichten die Sunda-Straße: 
„Hedwig“ am 9, August, „Caroline Behn“ am 8. August und „Anna Thormann“ 
am 26, August. 
Nachdem „Bonito“ die Sunda-Strafse, die Sunda-See wie auch die 
Gaspar-Strafse bei leichter südöstlicher Briese durchsegelt hatte, ging die Bark 
am 13. August in 107,6° O-Lg wieder von der südlichen zur nördlichen Halb- 
kugel über, Der schwache SE-Wind hielt in nördlicher Breite zunächst noch 
an, und erst nachdem derselbe unweit 2,5° N Br geendet und die auf ihn 
folgenden zwei Tage der leichten Mallung ein Ende genommen hatten, wurde 
nördlich von 4° N-Br westlicher Monsun angetroffen. Man segelte bei dem- 
selben in langsamer Fahrt bis zum 24. August nach 19° N-Br in 114,2° O-Lg. 
Auf dem von diesem Punkte ab noch vorliegenden Theil der Reise wurde 
„Bonito“ noch an mehreren Tagen von leichter Mallung und Stille zurück- 
gehalten. Bei einem am Tage vorher durchgekommenen leichten Westwinde 
erreichte die Bark endlich am 28. August, dem 116. seit der Abfahrt vom 
Kanal verflossenen Tage, den Hafen von Hongkong. In der China-See war 
von dem Schiffe: 5° N-Br in 109° O-Lg am 17. August, 10° N-Br in 110° O-Lg 
am 20. August, 15° N-Br in 113,2° O-Lg am 22. August und 20° N-Br in 
113,9° O.Lg am 27. August gekreuzt worden. 
Nachdem „Bonito*“ später für längere Zeit in der Fahrt zwischen ost- 
asiatischen Häfen beschäftigt worden war, ging die mit Reis beladene Bark 
am 30. März von Saigon aus in See, um nach Rio de Janeiro zu segeln. Sie 
überschritt den südlichen Theil der China-See bei leichtem, wiederholt von Stille 
unterbrochenem Ostwinde und gelangte bis zum 8. April zum Aequator in 
107,6° O-Lg. In südlicher Breite trat an die Stelle des leichten Ostwindes: ein 
schwacher westlicher, oft von langer Stille unterbrochener Zug, bei dem sich 
nur ein sehr langsamer Fortgang erzielen liefs. „Bonito“ durchsegelte unter 
diesen Verhältnissen die Karimata-Straßse wie die Sunda-See und erreichte 
endlich am 23. April die Sunda-Strafse, 
Am 24. April verliefßs „Bonzito“ bei leichtem südöstlichem Winde die 
Sunda-Strafse. Im offenen Ocean, wo die Windstärke bald eine gröfsere wurde, 
nahm die Reise dann für längere Zeit einen etwas rascheren Verlauf. Befrie- 
digend war derselbe nicht, denn die Stärke des Passats war eine verhältnifs- 
mäfsig schwache, und als „Bonito“ sich am 3, Mai in der Nähe von 17,7° S-Br 
und 86,4° O-Lg befand, wurde der Passat für einen Tag durch Stille und 
leichte Mallung unterbrochen. Auf diese folgte noch wieder ein mehrere Tage 
anhaltender frischer Passat, bis endlich am 10, Mai die in 22,5° S-Br und 
62,5° O-Lg liegende polare Passatgrenze erreicht wurde. Der ganz schwach 
gewordene Wind veränderte sich dort bei einem Barometerstande von 762,3mm 
nach NE und vollendete dann eine unregelmäfsig verlaufende Drehung nach 
links, Der nach derselben folgende Ostwind drehte nach einiger Zeit ebenfalls 
durch N und W und kehrte bald zum südöstlichen Viertel zurück. Der sich 
für längere Zeit sehr hoch haltende Luftdruck erreichte nun einen höchsten, in 
der Nähe von 30° S-Br abgelesenen Stand von 770,3 mm. Nachdem auf kurze, 
unweit 32° S-Br in 36,8° O-Lg angetroffene Stille am 29. März ein kräftiger 
SW-Wind gefolgt war, hielt sich der Wind für längere Zeit vorwiegend im 
westlichen Halbkreise. Die Bark konnte daun, da aufßserdem die Windstärke 
wiederholt eine unerwünscht grofse war, nur langsam nach Westen hin fort- 
schreiten. Am 8. Juni wurde die Fahrt wieder für zwei Tage durch leichten 
Ostwind begünstigt, und nachdem die Länge der Kavstadt am 11. Juni bei
	        
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