Eingänge von meteorologischen Journalen etc., November 1884.
zu erreichen, waren für „Bonito“ 15!/» Tage, für „Hedwig“ 13, für „Caroline
Behn“ 8%/4 und für „Anna Thormann“ 1434 Tage erforderlich gewesen.
In Südatlantischen Ocean wurde „Bonito“ von dem dort nur in mäfsiger
Stärke wehenden Passat bis zum 16. Juni nach 23° S-Br in 31,6° W-Lg geführt.
Nachdem der Luftdruck in der Nähe dieses Punktes einen höchsten Stand von
770,7 mm erreicht hatte, nahm der Passat bis zum ganz leisen Zuge ab, Dieser
veränderte sich dann bald durch N nach W und SW und nahm rasch bis zum
kräftigen Winde zu, Die in diesem Meerestheile sonst so gewöhnlichen Rund-
läufe führte der Wind in diesem Falle nicht aus, obgleich die Veränderungen
der Windrichtung regelmäfsig nach links erfolgten. Nachdem vorher herrschen-
der Südwind am 22, Juni in der Nähe von 27,5° S-Br und 18,5° W-Lg in
Stille geendet hatte, folgte auf diese wieder ein nordöstlicher Wind, Von
34° S-Br in 14° W-Lg ab hielt sich der Wind dauernd im westlichen Halb-
kreise. Die Bark segelte dann bis zum 30. Juni zu dem in 41,2° S-Br über-
schrittenen Meridian von Greenwich. Der 30. Juni war der 25. bis dahin in
züdlicher Breite zugebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br
in 30,3° W-Lg am 10. Juni, 20° S-Br in 32° W-Lg am 14. Juni und 30° S-Br
in 16,8° W-Lg am 23. Juni gekreuzt. Am 26, Juni hatte „Bonito“ sich in
Sicht von der Insel Tristan da Cunha befunden. Von den Mitseglern erreichten
östliche Länge: „Hedwig“ in 39,5° S-Br am 2. Juli, „Caroline Behn“ in 42° S-Br
am 6. Juli und „Anna Thormann“ in 37,8° S-Br am 10. Juli. Die Parallele
von 20° und 30° S-Br waren von „Bonito“, wie schon erwähnt, in 32° W-Lg
am 14. Juni und 16,8° W-Lg am 23. Juni, von „Hedwig“ in 32,3° W-Lg am
11. Juni und in 26,7° W-Lg am 18. Juni, von „Caroline Behn“ in 27,8° W-Lg
am 20. Juni und in 23,5° W-Lg am 25. Juni, von „Anna Thormann“ endlich
in 81,9° W-Lg am 21. Juni und in 25,4° W-Lg am 29, Juni gekreuzt worden.
Indem „Bonito“ bei dem am 18., 19. und 20. Juni wehenden kräftigen SW-
Winde voll weg hielt nach Osten, gewann diese Bark einen Vorsprung gegen
die Mitsegler.
Während der Zeit, in welcher die erforderliche Länge zurückgelegt
wurde, hielt „Bonito“ sich meistens zwischen 42° und 43° S-Br. Die dort
beobachteten Winde wehten fast nur aus westlicher oder nördlicher Richtung
und nahmen nur in einem einzigen Falle bis zum Sturme zu. Östwind herrschte
nur an einem Tage. Derselbe setzte am 5. Juli bei in der Nähe von 41° S-Br
und 19° O-Lg herrschendem Barometerstande von 774,2 mm als leiser Zug ein,
und indem dieser dann rasch bis zur Stärke 8 zunahm, nahm der Luftdruck in
einem Tage um 18 mm ab. Als das Barometer auf 758,5 mm zeigte, lief der
Wind durch N nach NW und wurde schwach. Jener Sturm, den „Bonito“ am
19. Juli in der Nähe von 41° S-Br und 75,5° W-Lg überstand, begann aus
NNW und endete aus W. Das Barometer sank während desselben bis auf
750,1 mm. Die Mitsegler „Hedwig“ und „Caroline Behn“ beobachteten diesen
Sturm auch, aber er trat bei denselben einen Tag früher und anscheinend in
noch größerer Stärke auf, als bei „Bonito“. Bei „Caroline Behn“ veränderte
sich der Wind um 3*p. m. des 18, Juli, bei einem niedrigsten Barometerstande
von 738,6 mm, von NNE nach WNW, und folgte erst dann der orkanartige,
Hagelböen herbeiführende Sturm. Bei „Bonito“ geschah das während einer
orkanartigen Böe erfolgende Ausschielsen des Windes um 3*p. m. des 20. Juli,
also genau 24 Stunden später als bei „Caroline Behn“. Vergleicht man diesen
Zeitunterschied gegen die etwa 760 Sm grofse Entfernung der in der Ost—West-
Richtung von einander stehenden beiden Schiffe, so scheint sich eine
Geschwindigkeit der Fortbewegung der Depression nach Osten von nahezu
32 Sm in der Stunde zu ergeben. Am 20. Juli, dem 20. bis dahin in östlicher
Länge verbrachten Tage, kreuzte „Bonito“ 80° O-Lg in 40,8° S-Br. Der Mit-
segler „Hedwig“ erreichte diesen Meridian in 41,3° S-Br am 24, Juli, „Caroline
Behn“ in 42,1° S-Br am 23. Juli und „Anna Thormann“ in 38,6° S-Br am
4. August,
Oestlich von 80° O-Lg nahm die Reise von „Bonito“, bei dem dort
meist aus nordwestlicher Richtung wehenden kräftigen Winde, ebenfalls einen
günstigen Verlauf. Als sich der Wind später durch S nach SW veränderte,
war derselbe für kurze Zeit schwach und unbeständig, frischte jedoch aus
letzterer Richtung rasch wieder auf. Einen Tag später veränderte sich dieser
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